Hopfenmarktbericht -- Im letzten Hopfenmarktbericht des Jahres 1993 meldete der Verband Deutscher Hopfenpflanzer Preisnotierungen für Freihopfen, die zwischen 250 DM/Ztr für die Sorten Perle und Northern Brewer, 150 DM/Ztr für Brewers Gold, 100 DM/Ztr für Spalter Select und Hallert. Tradition sowie 50 DM/Ztr für Hersbrucker lagen. In der Hallertau sind bis zum 13. 12. 1993 insgesamt 708 652 Ztr abgewogen worden, in Spalt 21 486 Ztr, im Hersbrucker Gebirge 3045 Ztr, im Anbaugebiet Elbe-Saale 53 875 Ztr, in Tettnang 43 015 Ztr und in Baden/Bitburg/Rheinpfalz 590 Ztr. Im Bundesgebiet betrug die Gesamtabwage 830 663 Ztr. Damit lag die Abwaage bereits um fast 100 000 Ztr über den Schätzwerten, die im September 1993 publiziert worden waren.

Zum deutschen Markt -- Braugerste der Ernte 1993 wird vereinzelt noch zu Preisen um 34 DM/dt franko gehandelt. 1994er Braugerste hat noch keinen Markt. Die Vorstellungen der Verarbeiter und der Erzeuger liegen noch weit auseinander. Die Malzindustrie strebt zwar Vorverträge an, es ist jedoch noch zweifelhaft, ob hierfür eine realistische Basis gefunden werden kann.

Hopfen-Qualität mit Labornachweis -- Die Erzeugergemeinschaft für Hopfen Baden-Württemberg e.V., Tettnang, betreibt seit Mitte August ein Hopfenlabor. Untersucht werden die wesentlichen Parameter zur Pflückqualität. Ziel ist es, die Erzeugung von Tettnanger Aromahopfen auf qualitativ hohem Niveau zu halten und für die Einrichtung einer neutralen Qualitätsfeststellung die entsprechende Vorarbeit zu leisten. Die Tettnanger Hopfenpflanzer machen damit neben der Einführung der integrierten und kontrollierten Erzeugung von Hopfen einen weiteren Schritt, um auch in Zukunft den Anforderungen der Märkte gewappnet zu sein.

Neuer Hopfenlieferungsvertrag -- Nach einer Mitteilung des Bayerischen Brauerbundes haben der Verband Deutscher Hopfenpflanzer und der Verband der Hopfenkaufleute und Hopfenveredler einen neuen Hopfenlieferungsvertrag entwickelt, der ab der Ernte 1993 angewandt wird. Die wichtigsten Veränderungen zum bestehenden Vertragssystem sind: - unbedenkliche Vertragsmengen, festgelegt nach Sorte und Anbaugebiet, die vom Verkäufer unbedingt eingehalten werden müssen; - Pflanzenschutz und Düngung: Verpflichtung der Pflanzer zu ordnungsgemäßer, sorgfältiger Pflege ihrer Hopfengärten nach guter landwirtschaftlicher Praxis und zur Beachtung aller gesetzlichen Vorschriften und amtlichen Hinweise; - Qualitätskriterien: sie wurden angehoben, Qualitätszuschläge eingeführt..

Oberpfälzer Braugerstenschau -- Reges Interesse fand auch in diesem Jahr die 44. Oberpfälzer Braugerstenschu in Suzbach-Rosenberg vom 16. November 1993. Vorsitzender Helmut Neumann konnte dabei auch die Schirmherrn Bezirkspräsident Hans Bradl, Landrat Dr. Hans Wagner und BBV-Präsident Senator Franz Kustner begrüßen. Das Fachthema Winterbraugerste - eine praxisreife Alternative?, vorgetragen von Landw.-Direktor Dr. Max Baumer von der Bayerischen Landesanstalt für Bodenkultur und Pflanzenbau, Freising-Weihenstephan, bot aktuelle Informationen aus erster Hand. Dr. Baumer schilderte die einzelnen Stationen dieser seit 1948 verfolgten Zuchtrichtung in Bayern. Alle drei Sorten erreichen das Qualitätsniveau der derzeit gängigen Sommerbraugerstensorten. Zusammemfassend konnte Dr. 4 Punkte).

Deutsche Hopfensorten: Spalter Select -- In der Brautechnik werden die Hopfensorten, die z. Zt. in Deutschland angebaut werden, vorgestellt. Dabei dient eine Broschüre der Centralen Marketinggesellschaft für Agrarwirtschaft (CMA) als Quelle, die Bilder stellte der Deutsche Hopfenpflanzerverband zur Verfügung. Die Aroma-Sorte Spalter Select wird in der Hallertau und in Spalt angebaut. Sie hat folgende Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten: - Welke: gut bis sehr gut; - Peronospera: mittel bis gut; - Echter Mehltau: mittel. Die Reifezeit wird mit mittelspät angegeben. Der Durchschnittsertrag liegt bei 39 Ztr/ha. Es handelt sich bei dieser Sorte um eine vielversprechende Neuzüchtung des Hopfenforschungsinstitutes in Hüll mit guten Resistenzeigenschaften und hohem Ertrag.-i..

EBC-Hopfen-Symposium 1994 -- Die European Brewery Convention (EBC) plant ein zweitägiges Symposium über Hopfen. Es wird am 31. Mai und am 1. Juni 1994 in der Brauerei Heineken, Zoeterwoude/NL, stattfinden. Verantwortlicher Leiter dieses Symposiums ist L. C. Verhagen, Heineken. Das allgemeine Thema der Veranstaltung lautet Hopfen, seine Bedeutung für die Bierherstellung und sein Beitrag zur Bierqualität. Jeder, der als Redner an diesem Symposium teilnehmen möchte, wird gebeten, bis spätestens 1. Februar 1994 das Thema und eine kurze Zusammenfassung (maximal 10 Zeilen) beim Generalsekretariat der EBC, P. O. Box 510, NL-2380 BB Zoeterwoude, einzureichen. Vorgesehen sind rund 15 Vorträge. Die Redezeit soll 20 bis 25 Minuten betragen. Das Symposium wird in Englisch abgehalten..

Am 15. und 16. November 1993 fand in Freising das 1. Brautechnische Seminar statt. Die Vorträge und Diskussionen drehten sich um das Thema Technische Planung, das Publikum setzte sich aus verantwortlichen Technikern und Planern aus Brauereien und Zulieferfirmen zusammen. Als Referenten waren sowohl aus dem Bereich der Anlagenplanung und -ausführung als auch aus der betrieblichen Praxis verpflichtet worden.

Sommergerste 1993 in Europa -- Nachfolgend wird eine abschließende Zusammenfassung von Informationen über die Sommergerstenernte in Deutschland und in den wichtigsten Braugersten anbauenden Ländern Europas ( Stand 14.Oktober 1993, alle Zahlen ca. bzw. Durchschnittswerte, Vorjahr in Klammern) gegeben.

Rohstoffmarkt im Umbruch -- Die Preise für Braugerste gehen kontinuierlich zurück; derzeit wird Sommergerste aus der GUS zu 6 DM/dt frei polnischer Grenze angeboten. Dies berichtete Ministerialrat Franz Donauer vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten während der 32. Mälzereitechnischen Arbeitstagung, die vom Doemens-Technikum vom 19. bis 21. Oktober 1993 in Gräfelfing abgehalten wurde. Die Anbaufläche für Sommergerste in Bayern sei seit 1975 von 401 000 ha auf 194 800 ha im Jahr 1993 gefallen; Wintergerste sei damals auf 55 000 ha angebaut worden, heute schon auf 257 000 ha; auch der Maisanbau habe enorm zugenommen. Ein weiterer Strukturwandel, so Donauer, sei damit vorgezeichnet. Die Reform der GAP habe die Getreidepreise weiter um ca..

Die belgische Mälzerei H.D.M., Gembloux, schloß einen Kooperationsvertrag mit der Brauerei Obolon, Kiew/Ukraine. - - Der Vertrag sieht zum einen den Know-How-Transfer von Belgien in die Ukraine vor, zum anderen den Exklusivexport von Obolon-Malz unter belgisch-ukrainischem Etikett in die Nachbarstaaten und später auch auf den Weltmarkt (s.a. Brauwelt Nr. 42, 1993, S. 2118). Obolon ist die größte Brauerei in der Ukraine mit Export in die angrenzenden Staaten, in die USA und jetzt auch nach Frankreich in Zusammenarbeit mit Heineken (s.a. Der Weihenstephaner Nr. 3, 1993, S. 191 ff.).

Sehr viel guter Hopfen -- Eine qualitativ wie quantitativ ausgezeichnete Hopfenernte 1993 erwarten der Verband der Hopfenkaufleute und Hopfenveredler e.V., der Verband deutscher Hopfenpflanzer e.V. sowie der Bayerische Brauerbund e.V., wie man auf einer gemeinsamen Pressekonferenz in München bekanntgab. Josef Schrag, Präsident der deutschen Hopfenpflanzer sagte, daß nach den ertragsschwachen Jahren 1990 und 1992 in diesem Jahr für die Erzeuger mit einem sehr guten Ernteergebnis zu rechnen sei, die Spitzenqualität des Hopfens ließe jedes Brauerherz höher schlagen. In Deutschland hat die Hopfenanbaufläche um 81 ha zugenommen und beträgt 23 019 ha. Vertraglich bereits fixiert sind von dieser Menge 450 000 Ztr, in den Rest, den Freihopfen, setzen wir unsere ganz Hoffnung. Georg Schneider.

US-Hop-Tour 1993 -- Die diesjährige Hopfenernte in den drei US-Bundesstaaten Washington, Idaho und Oregon war in vollem Gange, als eine kleine Reisegruppe von Brauereifachleuten aus Europa auf Einladung der Hop Growers of America die Hopfenfelder, das Einbringen der Ernte und die Weiterverarbeitung der amerikanischen Hopfen in den Hauptanbaugebieten besichtigte. Darüber hinaus hatte die Gruppe auch Gelegenheit, sich über die Forschungsarbeiten an den Instituten der Washington State University, der University of Idaho und der Oregon State University zu informieren..

Nach Abwicklung der Vorverträge hat sich der Braugerstenmarkt ruhig fortentwickelt. -- Die Notierungen lagen Mitte Oktober bei 34 DM/dt mit nur geringen regionalen Unterschieden. Die Qualität der 93er Braugerste wird von Handel und Verarbeitungsindustrie überwiegend gut beurteilt. Insbesondere hinsichtlich Vollgerstenanteil und Eiweißgehalt liegen die Werte günstiger als im Vorjahr. In den Nachbarländern wurde ebenfalls eine gute Sommergerstenernte eingefahren, so daß die Versorgung der EG-Malz- und Brauwirtschaft für das Wirtschaftsjahr 1993/94 gesichert ist.

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