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Reststoffe

Entwicklerduo Prof. Waldemar Reule und Dr. Rainer Gottschalk, Dr. Ralph Schneid und Dirk Hämling, beide Steinecker GmbH, Josef Geh, Technischer Direktor Ustersbacher Brauerei, und Brauereiinhaberin Stephanie Schmid (v.li.)

Phoenix BMC | Die im Brauprozess anfallenden Reststoffe stellen in den meisten Betrieben ein eher lästiges Entsorgungsthema dar. Dabei wäre eine weitere Verwertung dieser Biomasse eigentlich seit längerer Zeit möglich und sinnvoll. Speziell die energetische Nutzung in einer Biogasanlage würde die Brauereien in ihrer Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen entlasten. Dafür müssen aber Investitionen in eine Biogasanlage und ein Blockheizkraft­werk oder eine Kesselanlage getätigt werden. Dies war in der Vergangenheit bedingt durch die weltweit sehr niedrigen Energie­kosten nicht sehr lukrativ.

Zehn Jahre harte Arbeit – jetzt konnte endlich gefeiert werden: am 6. Mai 2022 hatte Christoph Kämpf, Geschäftsführer der Karmeliten Brauerei Karl Sturm GmbH & Co. KG, knapp 150 Gäste aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft zur Einweihung und zum Abschluss des Meilensteinprojektes „Energieautarke Brauerei“ nach Straubing geladen.


Für die meisten Brauereien ist Biertreber einfach nur ein Überrest aus dem Brauprozess, der oft lediglich als Tierfutter eingesetzt wird oder manchmal sogar kostenpflichtig entsorgt werden muss. Doch tatsächlich steckt viel mehr in den Braureststoffen – und sie bieten Chancen, die sich nicht nur in puncto Nachhaltigkeit bezahlt machen, sondern zudem auch noch ein lukratives Zusatzgeschäft für Brauereien darstellen.


Im Rahmen seiner Bachelorarbeit befasste sich Tobias Jacobi am Lehrstuhl für Brau- und Getränketechnologie mit der Verkapselung probiotischer Mikroorganismen mittels homogenisierter Hefezellwandfragmente.


Intelligente Abwasserreinigung | Die Entwicklung von bioelektrochemischen Systemen zur Brauchwassergewinnung ermöglicht eine integrierte Medien- und Energieerzeugung bei gleichzeitiger Abwasseraufbereitung. Diese Thematik wird in dem Projekt „Intelligente, hybride, autarke, bioelektrische Systeme zur Energie- und Mediengewinnung in der Brauindustrie“, kurz „I_habS“, bearbeitet.


Gesunde Lebensmittel | In den letzten Jahren haben sich immer mehr „Functional Foods“ auf dem Markt etabliert, also Lebensmittel, die mit funktionellen Zutaten wie Fischölen oder Vitaminen angereichert werden, um zu einer gesunden Ernährungsweise beizutragen. Die reinen Zutaten verlieren jedoch durch äußere Einflüsse (z. B. Sauerstoff) schnell ihre ursprüngliche Funktionalität. Durch Mikroverkapselung können instabile und physikochemisch schwer beherrschbare Substanzen in ein Lebensmittel eingebracht werden.


Biobasierte Reststoffe weiterverwenden, anstatt sie zu entsorgen – das war ein großes Ziel des Kompetenzzentrums für Ernährung (KErn). Zusammen mit dem Forschungsinstitut des Freistaats Bayern für softwareintensive Systeme und Services (fortiss) startete es das Forschungsprojekt „Digitale Rohstoffbörse für nachhaltige Rohstoffe“.


Alkoholfreies Bier im Trend | Die Bayerische Staatsbrauerei Weihenstephan investierte nach fast 30 Jahren in eine neue Ent­alkoholisierungsanlage. Damit ist die älteste Brauerei der Welt zukunftsfähig aufgestellt und für die wachsende Nachfrage nach alkoholfreien Bierspezialitäten bestens gerüstet. Höhere Produk­tivität, Flexibilität und der Einsatz modernster Technologie waren die Entscheidungskriterien bei der Auftragsvergabe.


Zeitdruck | Die Mehrweg-Allianz, bestehend aus der Deutschen Umwelthilfe e.V., dem Verband Private Brauereien Deutschland e.V. und dem Verband Pro Mehrweg e.V., erinnert Handel und Getränkebranche, dass sie nur noch 15 Monate Zeit haben, um die im Verpackungsgesetz festgeschriebene Mehrwegquote von 70 Prozent zu erreichen.


TU Bergakademie Freiberg | Die flüssigen Anteile von Biertreber, bis zu 80 Prozent, finden heute zum größten Teil als Tierfutter in der Landwirtschaft ihre Weiterverwendung. Dabei enthält das Wasser, das beim Pressen des Biertrebers abläuft, zahlreiche Nährstoffe, wie Proteine und verschiedene Zucker sowie gesundheitsfördernde Substanzen, wie Polyphenole und Antioxidantien.


Krones | Mit Blick auf das in Getränkebetrieben anfallende Abwasser entwickelte Systemlieferant Krones ein Konzept, um Abwasser aus sämtlichen Prozessschritten der Produktion aufzubereiten. Ein zentrales Speicherbecken nimmt das komplette Prozesswasser der Produktion über das bestehende Gullynetz auf.