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BRAUWELT 20-2026

EDITORIAL - Das richtige Maß finden

Auf der Theresienwiese in München wird dieser Tage wieder die Maß gestemmt. Ein Liter Festbier, eine schöne Menge. Vor der man vielleicht aber auch ein kleines bisschen Respekt haben sollte. Paracelsus, Arzt und Naturforscher des 16. Jahrhunderts, hätte an dieser Ausgabe jedenfalls seine helle Freude gehabt. Von ihm stammt der Grundsatz „Die Dosis macht das Gift“, und um das richtige Maß geht es in dieser Ausgabe gleich mehrfach.

Moderater Konsum – Im zweiten Teil der Serie „Bier, Alkohol und Gesundheit“ ziehen die Autoren eine differenzierte Bilanz der aktuellen Studienlage. Dass moderater Konsum der Gesundheit schadet – „vom ersten Tropfen“, wie seit kurzem von der WHO verbreitet – lässt sich aus wissenschaftlicher Sicht so nicht halten, jedenfalls nicht als erhöhtes Risiko für die Gesamtmortalität. Ausgedrückt als praktische, alltagstaugliche Dosieranleitung: Lieber regelmäßig wenig, als gelegentlich viel (ab S. 713).

Spezialmalze – New Make Whisky ist ein frisch destilliertes, nicht fassgereiftes Whiskydestillat, das in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen hat. Der Einsatz von Spezialmalzen bietet die Möglichkeit, den Charakter von New Make direkt zu prägen. Bei der Entwicklung von neuen Rezepten ist zwischen Malzen zu unterscheiden, die auch in hohen Schüttungsanteilen eingesetzt werden können, und solchen, deren Verwendung aufgrund geringerer enzymatischer Aktivität begrenzt werden muss (ab S. 719).

Konventionelle Hopfung – Mindestens genauso subtil bei der Dosierung muss man vorgehen, wenn man ein ansprechendes Hopfenaroma ins Bier bringen möchte, aber – aus welchen Gründen auch immer – nicht auf die Technologie der Kalthopfung zurückgreifen kann. Aber wer die Hopfengaben im Heißbereich gezielt setzt, kann auch ohne den zusätzlichen Prozessschritt des Hopfenstopfens ein ausgeprägtes Hopfenaroma erzielen (ab S. 722).

Biogas – Wird die organische Fracht im Abwasser anaerob behandelt, entsteht Biogas – für viele Betriebe längst Teil des Energiekonzepts. Damit das Gas zuverlässig im BHKW genutzt werden kann, benötigt der Betreiber belastbare Werte der Zusammensetzung. Und hier zeigt sich, dass auch elektrochemische Sensoren in der Biogasanlage das rechte Maß benötigen, denn lange und zuverlässig messen die nur, wenn die mittlere Gaskonzentration deutlich unter ihrem Messbereich liegt (ab S. 726).

Ihnen wünsche ich auf jeden Fall, dass Sie immer die oder das richtige Maß für sich finden!

Autoren
  • Christian Dekant