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BRAUWELT 10-2026

EDITORIAL - Die mächtigen Werkzeuge moderner Brauereien

Das Flaschenkellerseminar ist seit Jahrzehnten ein fester Bestandteil im Veranstaltungskalender der Brauer. Viele sind jährlich dabei und nutzen die Chance, sich aus erster Hand zu informieren. Für mich ist dieser enge Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis, Anlagenbauer und Anwender ein ganz entscheidender Erfolgsfaktor, den man in anderen Branchen vergeblich sucht.

Wissenstransfer – Die 31. Auflage des Seminars kam abermals diesem Zweck nach und brachte die Teilnehmer auf den neusten Stand: Wie sieht die neue Abfüllung in Zwettl aus? Wie die moderne Umpackanlage bei Maisels? Und wie schafft man endlich mehr Transparenz bei der Leergutrückführung? Gerade letzteres ist ein Paradebeispiel für den Einsatz von KI, aber nicht nur hierbei: Die KI-Themen füllten einen ganzen Tag und zeigten eindrücklich ihr Potenzial für die Brauwirtschaft (ab Seite 341).

Strukturiertes Vorgehen – Sie passt oft nicht in den Arbeitstag, wird falsch eingesetzt oder unregelmäßig durchgeführt. Dabei ist die sensorische Analyse als Instrument der Qualitätssicherung so wichtig, wie wir in Teil 1 des Beitrags von Sarina Lindtner und Dr. Florian Lehnhardt, Forschungszentrum Weihenstephan, Freising, gesehen haben. Im heutigen zweiten Teil geht es um die Implementierung verschiedener sensorischer Methoden im Betrieb. Die Autoren benennen Problemfelder, bieten Lösungsansätze zu Organisation und Strukturierung an und zeigen, dass die Sensorik – richtig eingesetzt – eines der mächtigsten Werkzeuge moderner Brauereien ist (Seite 353).

Gezielte Auswertung – Auch mit relativ einfachen Mitteln lässt sich viel erreichen. Schwandverluste werden zwar oft bereits digital erfasst, aber nicht abteilungsübergreifend ausgewertet. Markus Aschenbrenner hat in seiner Bachelorarbeit an der HSWT für die Brauerei C. Wittmann ein Excel-basiertes Tool zur automatischen Schwandanalyse entwickelt, das Produktionsdaten automatisch zusammenführt und die Verluste entlang der gesamten Prozesskette übersichtlich darstellt. Mehr dazu ab Seite 347.

Motiviertes Personal – Basis für all das ist motiviertes Personal und das fehlt mitunter. Aber es gibt auch hier Mittel und Wege, die Probleme abzumildern. Dr. Oliver Hettmer, Winnenden, beschäftigt sich ab Seite 361 mit der Bindung vorhandener Mitarbeiter – die Jungen und Tatkräftigen ebenso wie die Älteren und Erfahrenen, die hier eine wichtige Rolle spielen (ab Seite 361).

Autoren
  • Lydia Junkersfeld