BRAUWELT 18-2026
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EDITORIAL - Zwischen Emotionen und Fakten
Vor einiger Zeit, an einem der sehr heißen Tage dieses Sommers, saß ich mit dem Vater eines Klassenkameraden meines Sohnes im Garten und wir ließen uns ein alkoholfreies Bier schmecken. Der siebenjährige Sohn wollte einen Schluck probieren, darauf der Vater: „Nein, da ist ja immer noch Alkohol drin.“ Worauf ich mich nicht enthalten konnte, zu bemerken, dass man dann beim Verzehr von reifen Bananen, Fruchtsäften und auch beim selbst gebackenen Sauerteigbrot erhöhte Vorsicht walten lassen müsste. Aber ich will mich nicht weiter in Rage reden, sondern mich wie Dr. Hubertus Schneiderbanger und Prof. Martina Gastl an die Fakten halten. In einer dreiteiligen Serie analysieren sie auf wohltuend „nüchterne“ Weise die wissenschaftlichen Artikel der letzten Jahre hinsichtlich gesundheitsschädigender Wirkungen des Alkohols (ab S. 641).
Hopfenwetter – Das Wetter in diesem Jahr war definitiv nicht für den Hopfen gemacht, überdurchschnittlich viele Hitzetage, unterdurchschnittlich viel Regen. Mario Scholz konnte beim Hopfentag der IGN auf der Haben-Seite lediglich verbuchen, dass die Bestände gesund sind. Allerdings ist mit massiven Ertragseinbrüchen zu rechnen, für die Hopfenpflanzer ein Desaster. Die Empfehlung lautet, mit der Ernte soweit möglich abzuwarten, damit sich die aktuellen Regenfälle noch positiv auf die Alpha-Werte auswirken können (ab S. 633).
Wissenmanagement – Wo aufgrund der wirtschaftlichen Lage Investitionen in neue Anlagen kaum zu rechtfertigen sind, lohnt der Blick auf eine oft unterschätzte Ressource: das Erfahrungswissen der Belegschaft in Ihren Betrieben. Klug genutzt mit Unterstützung einer speziellen Form künstlicher Intelligenz, dem Machine-Learning, lassen sich geradezu erstaunliche Steigerungen der Gesamtanlageneffektivität erzielen, wie messbare Ergebnisse aus Praxisdaten zeigen (ab S. 645).
Bierbegeisterung – Es gibt sie noch, die Bier-Nerds. Ich rede von den deutschen Hobbybrauern, deren Speerspitze am 5. September in Stralsund im Störtebeker Brauquartier zur zehnten Deutschen Meisterschaft der Hobbybrauer zusammenkommt. Im Interview spricht Organisator Jens Reineke-Lautenbacher über zehn Jahre zwischen Craft Bier-Welle, Pandemie-Boom und einer leidenschaftlichen Community, der kein Thema zu tief geht (ab S. 656).
Ich persönlich lasse mir nicht die Bierbegeisterung nehmen und habe in diesem Sommer meine neue Lieblingssorte entdeckt. Von dem Schankbier einer mittelfränkischen Brauerei – Alkoholgehalt 2,7 Vol.-% und beim besten Willen kaum von einem Vollbier zu unterscheiden – trinke ich einfach doppelt so viel. Wohl bekomm’s!