Grutbier, Teil 2: Kräuter und ihre Wirkung
Was steckt drin? | Der erste Teil dieser Artikelserie führte zum Begriff Grutbier selbst, der Verbreitung dieser Biere, der Technik des Grutbierbrauens und dem Grutrecht (BRAUWELT Nr. 6, 2020, S. 142 - 144). Der vorliegende zweite Teil behandelt die verwendeten Kräuter und erläutert das Ende des historischen Grutbierzeitalters. Teil drei handelt schließlich vom modernen Grutbierzeitalter, das im Zuge des Craft Biere-Booms begann.
Bier-/Braugeschichte
Begriffsdefinition und Grutrecht | Bevor Biere mit Hopfen gewürzt wurden, übernahmen diese Aufgabe Kräuter, Gewürze oder andere pflanzliche Zusätze: die Grut. BRAUWELT-Autor Dr. Markus Fohr begibt sich in einer dreiteiligen Artikelserie auf eine Reise zum Mittelpunkt des Grutbieres. Dabei verfolgt er die Spur der Grut von ihren Anfängen bis ins moderne Craft Bier-Zeitalter und zeigt, dass sie im Ursprung keine reine Würzmischung aus Kräutern war, sondern weitere Aufgaben erfüllte.
Bier-/Braugeschichte
dass die Redewendung „eingeschnappt sein“ ihren Ursprung im Biergenuss hat?
Bier-/Braugeschichte
Die Ingwerwurzel wurde in der chinesischen Medizin schon vor knapp 2000 Jahren als Heilpflanze mit entzündungshemmender Wirkung erwähnt. Die Engländer haben sie als Hilfe bei Seekrankheit erkannt und gleichsam als Würzungsmittel dem Bier zugefügt.
Bier-/Braugeschichte
Einer Mischung aus einem jungen und einem älteren, gereiften belgischen Lambic Bier wird zur Flaschengärung noch Kandiszucker hinzugefügt. Die Tradition dieses Bierstils wurde bis ins 19. Jahrhundert in der Region um Brüssel sehr gepflegt und erfreut sich in jüngerer Zeit einer immer größer werdenden Beliebtheit.
Bier-/Braugeschichte
Im Gegensatz zum Oude Bruin aus Ostflandern, das durch seine dunkelbraune Farbe hervorsticht, fällt das flämische rote Ale schon auf, bevor man es sieht. Die Duftwolke erinnert an ein Sauerbier und positioniert sich mit vordergründigen Balsamiconoten, verursacht durch die mehrmonatige Reifung in gebrauchten Burgunderfässern.
Bier-/Braugeschichte
Die Faszination der Trappistenbiere ist ungebrochen. Trappisten sind ein römisch-katholischer Orden und ein Zweig der Zisterziensermönche, deren Ursprung auf das 12. Jahrhundert im Kloster Citeaux in Burgund zurückgeht. Der Name leitet sich von der historischen Abtei „La Grande Trappe“ in der Normandie ab.
Bier-/Braugeschichte
Kaum ein Geschmack im Bier löst so viele konträre Reaktionen hervor wie der durch Brettanomyces-Hefe verursachte animalische Ton, der oft an Leder, Schweiß, Stall oder Pferdedecke erinnert. Auch beim Wein, vorwiegend bei schweren Rotweinen, scheiden sich die Geister, ob es Fluch oder Segen ist, wenn die kleinen Hefebiester dem vergorenen Traubenmost einen prägenden Geschmacksrahmen verleihen.
Bier-/Braugeschichte
Der herausragende Schaum des Bieres aus einem festlichen Bierpokal wird gerne als Bierblume bezeichnet. So gesehen wären alle Biere mit einer schönen Schaumkrone auch Blumenbiere. Die Bezeichnung rührt sicherlich vom blumenduftigen Geruch her.
Bier-/Braugeschichte
Die Biervielfalt wächst ständig und selbst für einen täglich im Geschäft befindlichen Biersommelier ist es unmöglich, all diese neuen Kreationen durchzuprobieren.

