Mit dem Expertentreffen Schankanlagen in Weihenstephan starten wir traditionell die Veranstaltungssaison, so auch in diesem Jahr. Neben klassischen Themen wie der Schankanlagenpflege, Aus- und Weiterbildung durch die Verbände oder Forschungsergebnissen hat auch der Trend zu alkoholfreiem Bier die Veranstaltung erreicht. Wir waren für Sie vor Ort und berichten ab Seite 41 über das Neueste zum Thema Schankanlagen.
Vielseitig und einzigartig – Den sinkenden Bierabsatz bekommt die Hopfenbranche ebenso zu spüren wie die Brauer. Alternative Einsatzmöglichkeiten für die so vielseitige Hopfenpflanze sind gefragt. Dr. Christina Schönberger, BarthHaas, Nürnberg, zeigt in „Mehr als nur Bitterstofflieferant“ ab Seite 48 Möglichkeiten auf, bei denen der Hopfen mit seinen einzigartigen Inhaltsstoffen als Zutat für innovative Getränke mit funktionalem Zusatznutzen oder andere Trendgetränke (die übrigens auch in der Brauerei hergestellt werden können) zum Einsatz kommen kann.
Edler Hybrid – Die sich ändernden klimatischen Bedingungen erfordern eine Anpassung des Sortenspektrums im Hopfen. Die Gesellschaft für Hopfenforschung in Hüll beschäftigt sich schon lange mit dieser Fragestellung, wie im ersten Teil der Reihe „Huell Classic: Die Zukunft des deutschen Edelhopfens“ gezeigt wurde. Im heutigen Teil 2 beschäftigen wir uns ab Seite 52 mit der Analytik der nun freigegebenen Sorte und deren Einsatz im Sudhaus.
Vorausschauendes Prozessmanagement – Ab Seite 55 stellen wir Ihnen eine Technologie vor, die auf der drinktec in München den World Beverage Innovation Award 2025 erhalten hat. Es geht um den Einsatz von Radiofrequenz-Analysegeräten zur Überwachung der CIP, die bei einem großen europäischen Getränkeproduzenten bereits installiert sind und dort zu erheblichen Einsparungen bei Wasser, Energie und anderen Ressourcen geführt haben. Diese Chance bietet sich auch der Brauwirtschaft, sind sich die Autoren sicher.
Win-Win als Ergebnis – Im Januar stehen oftmals die Jahresgespräche an. Aber nicht alle, zumeist die kleineren Unternehmen, nutzen diese Möglichkeit, mit den Mitarbeitern ins Gespräch zu kommen. Dabei kann das Gespräch wertvolle Informationen und Impulse mit sich bringen. Ab Seite 63 erläutert Dr. Oliver Hettmer, Winnenden, wie man ein solches Gespräch vorbereiten und gestalten kann und welche Fallen man tunlichst vermeiden sollte. Im Mitarbeitergespräch sollte nämlich eine Win-Win-Situation das Ergebnis sein, betont der Experte.
Vielleicht haben Sie es ja schon bemerkt: Bei uns auf der BRAUWELT-Website tut sich Neues. Uns hat es beschäftigt, dass es viele interessante Meldungen aus der Branche aus Platzgründen nicht oder nur stark gekürzt in die BRAUWELT-Hefte geschafft haben. Das haben wir jetzt geändert. Unter brauwelt.com finden Sie seit kurzem nahezu täglich die neuesten Meldungen aus der Branche. Reinschauen lohnt sich! Aber keine Angst, das Wichtigste lesen Sie nach wie vor auch in unseren gedruckten Ausgaben.
Die Zukunft des Hopfens – Für die Hopfenbranche läuft es gerade nicht ganz so reibungslos. Tiefgreifende Marktveränderungen fordern Hopfenpflanzer und -händler, Züchter und Brauer heraus, wie bei der Hopfen-Pressekonferenz vor kurzem deutlich wurde. Ungeachtet dessen sehen die Beteiligten mit Zuversicht in die Zukunft – gewillt, sich der Lage anzupassen und neue Lösungsansätze zu entwickeln (Seite 5). Aufgrund der langwierigen Züchtungsarbeit hat man in Hüll schon früh damit begonnen und an klimaresistenten, nachhaltigen und ertragreichen Sorten gezüchtet. In einer mehrteiligen Serie stellen Horst Dornbusch und Walter König die neue Sorte Huell Classic als möglichen Ersatz für Hallertauer Mittelfrüh oder Tradition vor, inklusive Brauversuchen in Deutschland und den USA (Seite 11).
CO2-Rückgewinnung – Lohnt für kleine und mittlere Brauereien eine eigene Anlage? Bisher nicht, obwohl Vorteile wie mehr Nachhaltigkeit und Unabhängigkeit von der Versorgungslage oder Preisschwankungen reizvoll sind. Die dänische Fa. Dalum hat jetzt eine platzsparende Anlage für Brauereien mit einem Jahresbierausstoß ab 400 hl entwickelt und zeigt an realen Daten die wirtschaftliche Machbarkeit einer eigenen Anlage (Seite 21).
Thermische Barriere – Kondenswasser ist an vielen Stellen in der Brauerei ein Problem. Aber ist es unvermeidbar? Ab Seite 17 stellen wir eine Glaskeramik-Vakuum-Nanodämmung vor, die die Wärmeübertragung blockiert und damit Kondensation verhindert. Hinter dem sperrigen Namen verbirgt sich eine dünne Beschichtung aus Glaskeramik, die in anderen Branchen und auch einer großen Brauerei bereits erfolgreich zum Einsatz kommt.
Nachhaltige Alternative – Auch in der Forschung tut sich Neues: Auf der Suche nach einer Alternative zu klassischen Stabilisierungsmitteln bedient sich Antonia Korbmacher vom Lehrstuhl für Brau- und Getränketechnologie in Weihenstephan mit Lignin eines Nebenproduktes der Zellstoffindustrie. Erste Ergebnisse zeigen ein großes Potenzial für enzymatisch vernetztes Lignin in der Bierstabilisierung (Seite 14). Es fängt doch gut an, das neue Jahr …
2025 neigt sich dem Ende zu, und mit dieser letzten Ausgabe des Jahres lenken wir wie gewohnt den Blick auf die Rohstoffe.
Braugerstenaufkommen – In seinem traditionellen Rückblick auf die Qualität und den Ertrag der bayerischen Braugerste 2025 kann Dr. Markus Herz von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft gute Ernteergebnisse dokumentieren, vor allem bei den modernen Sorten. Allerdings waren, abhängig von der Witterung, regional starke Schwankungen insbesondere in der Kornqualität zu verzeichnen. Die angespannte Marktlage verlangt deshalb gute Kommunikation, Flexibilität und Verständnis innerhalb der gesamten Wertschöpfungskette, um die Erzeuger weiterhin zu motivieren, Braugerste anzubauen (ab S. 914).
Hochtemperaturmaischen – Alkoholfrei steigt in der Gunst der Konsumenten. Warum aber fragt niemand nach Schankbier? Birgit Fritzsche, Forschungsbrauerei der Technischen Universität Clausthal, führte Versuche durch, den Alkoholgehalt über die (isotherme) Maischtemperatur zu steuern. Bei Temperaturen zwischen 72 °C und 78 °C wurden zwar Stammwürzegehalte wie bei „normalen“ Maischverfahren erreicht, aber der Anteil vergärbarer Zucker nahm deutlich ab. Der geringere Alkoholgehalt (bei 78 °C rund 2,5 Vol.-%) brachte keine negative Beeinflussung des Bieraromas (ab S. 919).
Mikrobiologie – Verwendet man statt spezieller Maischverfahren Maltose-negative Hefen zur Herstellung alkoholfreier Biere, muss man mikrobiologisch ganz neue und strengere Maßstäbe anlegen. Denn damit werden ja die klassischen Kulturhefen zum Schädling. Thomas Huber, BrewXpert, stellt neue Möglichkeiten der Analyse vor. Verschiedene Enzym-Kits mit Fotometer erlauben die Bestimmung z. B. des Summenparameters an Glucose, Fructose und Saccharose, um so in wenigen Minuten den möglichen Alkoholgehalt zu bestimmen (ab S. 924).
Damit bleibt mir an dieser Stelle nur noch, Ihnen eine anregende Lektüre, einen friedlichen Jahresausklang, besinnliche Weihnachtsfeiertage sowie einen gesunden und erfolgreichen Start ins neue Jahr zu wünschen!
Angesichts der schwierigen Lage der Braubranche ist es für viele Unternehmer sicher nicht einfach, an Investitionen in den Betrieb und dessen Zukunftsfähigkeit zu denken. Aber genau dies wäre der richtige Weg. Hier einige Beispiele, die Mut machen.
Die neue Flaschenfüllung der Zwettler Brauerei in Österreich ist Teil eines langfristigen Gesamtkonzeptes. Die Investition in den Flaschenkeller soll Leistungsfähigkeit und Flexibilität steigern sowie den Energie-, Wasser- und Medienverbrauch reduzieren. Die eigene Photovoltaikanlage sorgt zusätzlich für mehr Unabhängigkeit (Seite 869). Auch der Hopfenmarkt gibt wenig Anlass zur Freude, und doch hat die Hopfenveredlung St. Johann gerade ihr neues Heizhaus eingeweiht. Mittels neuem Biomassekessel und modernem Energiekonzept kann der Verbrauch fossiler Rohstoffe drastisch reduziert werden. Geradezu ein Vorzeigeprojekt mit Aussicht auf Vorbildfunktion für andere Branchen (Seite 869)!
Vorsorge treffen – Ein großflächiger Stromausfall kann in der Brau- und Getränkebranche erhebliche finanzielle Verluste verursachen. Die fortschreitende Digitalisierung erhöht die Abhängigkeit weiterhin. Neben Problemen in der Produktion oder der Logistik sind auch die betrieblichen Sicherheits- und Überwachungskontrollen betroffen. Im Beitrag ab Seite 882 werden die wichtigsten technischen wie organisatorischen Maßnahmen zur Absicherung beleuchtet, um im Fall der Fälle bestmöglich gewappnet zu sein.
Portfolioerweiterung – Während die Braubranche in Europa mit alkoholfreien Getränken nach einer Antwort auf die aktuelle Alkoholdiskussion sucht, reagiert man jenseits des Atlantiks ganz anders: Craft Breweries werden zu Brewstilleries umgebaut mit dem Ziel, Umsätze zu steigern und die Kundenbasis zu vergrößern. Die Idee dahinter: Brauereispezialitäten der besonderen Art, was auch hierzulande interessant sein könnte. Horst Dornbusch kennt beide Märkte und gibt Hintergrundinformationen zu rechtlichen Aspekten (Seite 885).
Reifezeit – Zum Schluss schauen wir noch in die Forschung: Die sensorische Entwicklung holzfassgereifter Biere vorherzusagen, ist nahezu unmöglich. Zu groß ist der Einfluss des Holzes und der Mikroorganismengemeinschaft. Um diesem Mysterium näher zu kommen, wurde an der KU Leuven, Belgien, ein Modellsystem im Labormaßstab entwickelt, das wir ab Seite 876 vorstellen (siehe auch: www.brewingscience.de; in open access!). Zukünftig soll das System ermöglichen, die Bierreifung in Fässern im großen Maßstab zu untersuchen und so dem Brauer das Experimentieren mit Holzfässern zu erleichtern.
Die aktuellen Bierabsatzzahlen verheißen wieder mal nichts Gutes. Minus sechs Prozent sind bis September 2025 aufgelaufen. Eine Trendwende ist nicht in Aussicht. Da heißt es sparen. Und wo ginge das besser als bei dem momentanen Dauer-Kostentreiber Energie? Einige interessante Lösungsansätze, die bereits ihren Weg in die Praxis gefunden haben, stellen wir heute vor.
Praxisbeispiel Schwarzbräu – Selbst mittelständische Brauereien müssen sich jetzt mit Fragen zur Energieversorgung beschäftigen, die früher nur größere Unternehmen interessierten. Der Blick verschiebt sich – weg von Verbräuchen und Beschaffung, hin zur automatisierten Abstimmung auf Verfügbarkeit und Preis. Und gerade hier liegt in kleinen, kontinuierlichen Prozessen ein bislang unterschätztes Potenzial zur wirtschaftlichen Optimierung. Am Beispiel der Schwarzbräu in Zusmarshausen zeigen die Autoren ab Seite 838, wie es gehen kann.
Praxisbeispiel Karlsberg Brauerei – 50 Prozent Stromeinsparungen am Separator und eine Maschine weniger – über dieses Ergebnis freut sich die Karlsberg Brauerei in Homburg ein Jahr nach der Entscheidung für eine neue Separationstechnik. Hinzu kommen die Reduzierung des Wasserverbrauchs, eine quasi nicht vorhandene Sauerstoffaufnahme im Bier und einiges andere. Den Beitrag finden Sie auf Seite 843.
Die dänische Bryggeriet Vestfyen – Mehr Unabhängigkeit, mehr Vielfalt, mehr Effizienz. Das waren die erklärten Ziele Dänemarks nach der Ölkrise vor etwa 50 Jahren, um sich aus der Abhängigkeit importierter fossiler Brennstoffe zu befreien. Biomasse zum Beispiel war für unser Nachbarland alles andere als eine Nischenlösung, was zu einem breiten Spektrum verschiedener Technologien führte. Gustav Arnt Juul, SIA, beschreibt am Beispiel der Bryggeriet Vestfyen den Einsatz von Biomasse als grüne Alternative zum Gas und wie die Brauerei damit nahezu CO2-neutral produziert (Seite 846).
Wasserkosten reduzieren – Auch die steigenden Wasserkosten sind für viele Betriebe ein Ärgernis. Gut, wer sich einer betriebseigenen Quelle bedienen kann, selbst wenn das Wasser sich nicht als Produktwasser eignet. Je nach Wasserqualität und notwendiger Aufbereitung kann sich der Einsatz als Prozesswasser lohnen und die laufenden Wasserkosten senken. So auch im vorliegenden Praxisbeispiel, das wir ab Seite 841 vorstellen.
Und gut für´s Image bei den Kunden sind die Maßnahmen ja letztendlich auch noch …
Es herbstelt — Zeit für den traditionellen Rückblick auf Hopfen- und Braugerstenernte. Beim Hopfen fällt das Ergebnis dieses Jahr leicht unterdurchschnittlich aus bei guten Hopfenqualitäten. Trotzdem war die Stimmung beim Spalter Rohstofftag gedrückt, denn strukturelle Überkapazitäten der Brauereien treffen auf sinkenden Bierabsatz. Ähnliches gilt für die Braugerste, eine grundsätzlich gute Ernte bei guten Qualitäten sorgt hier für erhöhten Preisdruck auf den Märkten (S. 793).
Außerhaus-Markt – Auch vom GFGH gibt es leider wenig Positives zu berichten. Gab es Umsatzsteigerungen, waren sie preisgetrieben und beruhten nicht auf echtem Wachstum. Die Branche bleibt jedoch weiterhin optimistisch. Christiane Hohmann hat die relevanten GFGH-Zahlen aus der Gastronomie zusammengetragen (ab S. 802).
Optimierung logistischer Prozesse – Dirk Reinsberg, Vorstand des Bundesverbands des Deutschen Getränkefachgroßhandels, zeigt sich optimistisch: Die Unternehmen der Getränkebranche arbeiten aktiv an der Erarbeitung von Lösungen. Ein Beispiel hierfür ist der Digitale Zwilling, der sich zunehmend als Schlüsseltechnologie zur Optimierung logistischer Prozesse etabliert. In Kombination mit Large Language Models erlaubt er eine effizientere Ausnutzung bestehender Läger durch Neustrukturierung der Flächen, was erhebliche Kosteneinsparungen ohne bauliche Erweiterungen ermöglicht (ab S. 810).
Trübungsstabilität – Konsumenten stellen an das stetig populärer werdende alkoholfreie Bier, ein Hoffnungsträger der Braubranche, hohe sensorische Ansprüche. Für biertypischen Geschmack werden oft Biere verschiedener Herstellungsverfahren (z. B. Entalkoholisierung, gestoppter Gärer) miteinander verschnitten, was die Trübungsstabilität beeinträchtigen kann. Mehrkosten durch PVPP-Behandlung lassen sich durch gezielte Stabilisierung des gestoppten Gärers minimieren (ab S. 806).
Die drinktec 2025 wirkt noch etwas in unserer Berichterstattung nach: Dr. Markus Fohr verrät Ihnen etwa, wer bei der Weltmeisterschaft der Biersommeliers – am Vorabend der Messe – die beste Nase hatte (ab S. 778). Und auf dem Stand der BRAUWELT fand während der drinktec die Preisverleihung des Steel Keg Awards statt (S. 766). Nach der Sommerpause hat aber auch der Veranstaltungskalender seinen Betrieb längst wieder aufgenommen, mehr dazu in unserem Wochenreport ab Seite 765. Mit unseren Fachartikeln richten wir in dieser Ausgabe den Blick auf die Themen Markt, Marketing und Management.
Getränkeeinzelhandel – Mit steigenden Preisen verging den Konsumenten im Jahr 2024 die Konsumlaune. Diese Grundstimmung macht allen Beteiligten des Getränkemarkts Kummer. Beim Einzelhandel sieht es etwas positiver aus, Christiane Hohmann bilanziert im zweiten Teil ihrer Serie über die relevanten Daten des GFGH für diesen Bereich ein preisgetriebenes Umsatzplus (ab S. 770).
Positive Irritationen – Dabei wäre ja ein konsumgetriebenes Umsatzplus mal wieder wünschenswert. Sieht denn der Biermarkt wirklich so düster aus? Nein meint Dr. Uwe Lebok. Man muss nicht lang suchen, um Lichtblicke und positive Trends zu entdecken. Alkoholfreies Bier an vorderster Stelle, auch Produktinnovationen sorgen für kurz- und längerfristige Wachstumsimpulse. Machen Sie Ihr Produkt zum Erlebnis und verankern sich damit im Kopf der Konsumenten (ab S. 773).
Steuern sparen – Ich verstehe, dass das Thema Steuern nicht bei jedem Ekstase hervorruft. Doch wenn Sie einen Familienbetrieb führen, dann sollten Sie die Ratschläge von Thomas Schneider ab Seite 776 aufmerksam studieren. Bei der Beschäftigung von Familienangehörigen sind rechtliche Stolperstellen zu vermeiden, auf der anderen Seite ist gutes Geld zu sparen.
Frauen an der Spitze – Wo wir schon von Familienbetrieb reden: Das Familienunternehmen Weyermann® Malz GmbH & Co. KG feierte am 1. Oktober ein außergewöhnliches Doppeljubiläum. 40 Jahre Geschäftsführung Sabine Weyermann und gleichzeitig 15 Jahre Betriebsjubiläum von Tochter Franziska Weyermann. Die beiden Frauen schildern im gemeinsamen Interview, wie sie ihre Rolle in der Malzbranche erleben und gestalten (ab S. 781).
Die drinktec 2025 ist vorbei – fünf Messetage, monatelang geplant, vergingen in atemberaubendem Tempo. Vollgepackt mit Veranstaltungen, anregenden Gesprächen und zahlreichen Neuerungen der Aussteller. Mit knapp 60.000 Besuchern konnte zwar das Vor-Corona-Niveau nicht ganz erreicht werden, dennoch zeigten sich die Aussteller gerade mit der hohen Qualität der Kontakte sehr zufrieden. Nach fünf intensiven Tagen richten wir den Blick nach vorne – auf die Themen, die die Branche auch jenseits der Messe bewegen.
Optimismus im GFGH – Die Mehrheit der Getränkefachgroßhändler ist mit dem Geschäftsergebnis 2024 zufrieden, wie Christiane Hohmann im ersten Teil der Serie über die relevanten Zahlen aus dem GFGH zeigt (ab S. 734). Auch wenn die Aussichten positiver eingeschätzt wurden, als es die erhobenen Daten vermuten lassen.
Neue Abfülllinie – Am 11. September 2025 feierte die Brauerei Fässla im Herzen Bambergs – eine der ältesten und traditionsreichsten Brauereien Frankens – die Einweihung ihrer neuen Abfülllinie (S. 732). Eine komplette Linie ausschließlich aus Neukomponenten. Monika Wels stellt das Projekt vor, das die Abfülltechnik des „Zwergs“ auf den Stand der Technik bringt (ab S. 738).
Von der Etikettierung zum Weltkonzern – Haben Sie auf der drinktec den Stand – oder genauer: die Halle – von Krones besucht? Ein beeindruckendes Beispiel, wie der Übergang zur datengetriebenen Produktion gelingt, in der auch Robotik und KI zur konkreten Anwendung gelangen. Unser Autor Günther Thömmes stellt dazu passend einen der erfolgreichsten Maschinenbauer und Unternehmer der Getränkebranche vor: Krones-Gründer Hermann Kronseder (ab S. 750).
100 Jahre Ludwig Narziß – Am 30. September 2025 wäre Prof. Ludwig Narziß 100 Jahre alt geworden. Anlässlich dieses Jubiläums gedenken wir des „Bierpapstes“ mit einer Fotogalerie der Preisträger des seit 2015 verliehenen Ludwig-Narziß-Preises, der besonders praxisrelevante Publikationen des Wissenschaftsmagazins BrewingScience auszeichnet (ab S. 742).
Steigende Energiepreise, volatile Märkte, wachsende Klimaschutzanforderungen, dazu die unberechenbare weltpolitische Lage – die energieintensive Brau- und Getränkebranche steht vor großen Herausforderungen. Auch die Hopfenbranche kämpft mit diesen Schwierigkeiten, wie Hopfenpflanzerpräsident Adolf Schapfl bei der diesjährigen Hopfenrundfahrt durch die Hallertau aufzeigte. Die Pflanzer arbeiten an der Anpassung ihrer Produktionsmethoden und starten mit viel Eigeninitiative große Projekte, brauchen aber – wie auch die Hopfen-Vermarkter und -Verarbeiter von Hopfen – vor allem stabile Rahmenbedingungen, unter anderem von der Politik. Details dazu lesen Sie ab Seite 685.
Partnerschaften nutzen – Nach einer Info-Veranstaltung zur Nachhaltigkeit in der Getränkebranche im Königlich Dänischen Generalkonsulat in München habe ich die Gelegenheit genutzt und die dänischen Kollegen der noch wenig bekannten Institution SIA zu ihren Aktivitäten befragt. Die Dänen haben große Erfahrungen im Bereich Energieeffizienz, Kostenreduktion etc. Sie möchten diese gemeinsam weiterentwickeln und in konkrete Lösungen für den deutschen Markt umsetzen. Lösungen, die nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern auch wirtschaftlich tragfähig sind, nach dem Motto: nachhaltige Produktion ohne Wettbewerbsnachteil. Das Interview finden Sie ab Seite 712.
Sensorische Prüfungen sind für einen Betrieb sehr viel wert. Es ist möglich, gute analytische Ergebnisse zu erzielen, ohne in teure Geräte investieren zu müssen, sagt Tobias Voß vom Institut Romeis. Die Schwierigkeit liegt darin, belastbare Ergebnisse von schlechten Ergebnissen zu unterscheiden, denn die können für ein Unternehmen schnell teuer werden. Im Beitrag „Sensorischen Ergebnissen trauen können“ ab Seite 707 zeigt er, was Sensorik mit Teamarbeit zu tun hat, wo Fallstricke lauern und welche praktischen Probleme auftreten können.
Innovative Lösungen für eine energieeffiziente, flexible und zukunftsfähige Lebensmittelproduktion zu entwickeln, steht auch hinter dem Projekt DrinkFlex. Mit dem Fokus auf die Prozesse im Abfüllbereich sollen Betriebe befähigt werden, ihren Energieverbrauch an schwankende Energieangebote anzupassen und dabei Kosten zu senken. Und Sie können sich beteiligen, denn die VLB Berlin sucht für das Projekt Mitglieder für den projektbegleitenden Ausschuss (Seite 693)! Das sind nur einige Beispiele, die helfen können, sich für die Zukunft gut aufzustellen. Mehr werden wir auf der drinktec in wenigen Tagen erleben. Sehen wir uns zur Messe? Kommen Sie gerne bei uns am BRAUWELT-Stand in Halle C3-300 vorbei. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!
Vielfältig sind die Themen und Herausforderungen, mit denen sich die Brau- und Getränkewirtschaft auseinandersetzen muss. Ein kleines bisschen Entspannung kommt da gerade von Rohstoffseite. Wenn auch die Witterung es weder dem Hopfen noch der Braugerste in diesem Jahr wirklich einfach machte, gehen die auf dem IGN-Hopfentag verlautbarten Ernteschätzungen – zum Redaktionsschluss noch vorläufige Zahlen – für 2025 von einer nur leicht unterdurchschnittlichen Hopfenernte aus. Und von der Braugerste kommen beruhigende Signale, hier rettete in Deutschland vor allem das 3-Säulen-Modell aus Sommerbraugerste, Winterbraugerste und Sommerbraugerste in Herbstaussaat das Ernteergebnis, zu erwarten sind gute Erträge und Qualitäten (ab S. 634).
Innovation in der Lehre – Auch in der Lehre stehen umfangreiche Transformationsprozesse bevor. Hauptziel der industriellen Evolution hin zu Industrie 5.0 ist es, industrielle Prozesse zu humanisieren und eine harmonische Interaktion zwischen Mensch und Technologie zu fördern, wie Prof. Thomas Schlechter schreibt. Ein konkretes Beispiel, wie diese Vision in der Praxis aussehen kann, ist das Projekt Leonardo. Das Projekt zielt darauf ab, neue Lehrmethoden, Materialien und Werkzeuge für eine menschenzentrierte Ausbildung im Bereich Wirtschaftsingenieurwesen und -management zu entwickeln. Basis dafür ist die Industrie 5.0-Nachbildung einer produktiven Brauerei (ab S. 658).
Verluste minimieren – Für den wirtschaftlichen Betrieb von Brauereien ist es essentiell, die eingesetzten Rohstoffe möglichst effizient zu nutzen. Aus der Literatur ist bekannt, dass sich ein hoher pH-Wert positiv auf die Löslichkeit der α-Säuren auswirkt. Ein hoher pH-Wert ist allerdings schlecht für die meisten anderen Prozesse der Würzekochung. Dr. Johannes Tippmann beschreibt einen Ansatz, der in parallel zur Würzekochung stattfindender Lösung der α-Säuren besteht (ab S. 647).
Inspektionslösungen – Ein Umbruch findet derzeit auf dem Behältermarkt statt, wiederverwendbare Verpackungen sind in Europa und international aufgrund des wachsenden Umweltbewusststeins auf dem Vormarsch. In diesem Zusammenhang wird z. B. die Kontrolle von Mehrweg-To-Go-Getränkebechern insbesondere für Anwendungen wie Festivals immer wichtiger. Oliver Kory zeigt ab S. 654, dass hierbei ein Wechsel der Perspektive nützlich sein kann.
Gleich in ihrer Antrittsrede als neue Botschafterin des Bieres betonte die saarländische Ministerpräsidentin Anke Rehlinger beim Deutschen Brauertag: „Unsere Brauereien stehen für handwerkliche Qualität, regionale Identität und wirtschaftliche Stärke.“ Und der Brauertag in Berlin sei eine Anerkennung für alle, die täglich mit Leidenschaft, Innovationsgeist und Qualitätsbewusstsein für Genuss und Verantwortung stünden (Seite 590).
Craft Bier-Flaute – Die drei genannten Eigenschaften beschreiben unsere Branche wahrlich gut. Wichtig ist ihre Kombination, wie wir am folgenden Beispiel sehen: Elva Ellen Kowald beschreibt in „Craft Bier in den USA vor schwierigen Zeiten“ ab Seite 598, wie die von Leidenschaft und Innovationsgeist geprägte, vermeintlich nicht zu bremsende Craft Bier-Welle seit einiger Zeit doch merklich abebbt. Einer der Gründe: Qualitätsmängel bei so manchen Bieren, mit weitreichenden Folgen für die gesamte Kategorie. Marktsättigung und Kostendruck tun ihr Übriges.
Innovationsgeist – Die kontinuierliche Qualitätskontrolle der Keimungsparameter von Braugerste ist essentieller Bestandteil eines erfolgreichen Mälzungsprozesses – und aufwändig. Mit Hilfe von KI konnten unsere Autoren einen Schnelltest entwickeln, der ressourcenschonend, objektiv und hochpräzise die Vorhersage kritische Keimungsparameter ermöglichen soll. Ab Seite 606 stellen wir ihn vor.
Mehrwert für Forschung und Praxis – Auch die Probenaufbereitung für Bier zählt zu den größeren Herausforderungen in der Laboranalytik. Eine bessere, schnellere, ressourcenschonendere Analytik ist da hochwillkommen. In einer Machbarkeitsstudie wurde am Forschungszentrum Weihenstephan eine neue Methode auf ihre Eignung zur direkten Analyse ausgewählter Bierinhaltsstoffe ohne aufwändige Probenvorbereitung geprüft. Mit vielversprechendem Ergebnis, wie die Autoren feststellen konnten (Seite 613).
Neues Geschäftsfeld Bierhefe – Dass die Aufbereitung von Bierhefe als Futterergänzung nicht ausschließlich für große Brauereien als zusätzliche Einnahmequelle interessant werden kann, zeigen wir Ihnen im Beitrag von T. Ahrens & Co. ab Seite 610. In einem gemeinsamen Projekt der Firmen Tremonis und Zettl wurden die technischen Abläufe an einem Walzentrockner so optimiert, dass die wirtschaftlichen Hürden für den Einstieg in die Hefe-Veredlung deutlich gesunken sind. Das könnte auch kleinere Brauereien interessieren … Wie gesagt – mit Leidenschaft, Innovationsgeist und Qualitätsbewusstsein für Genuss und Verantwortung!
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