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Hatte sich der Bierausstoß 2022 noch erfreulich entwickelt, so währte die Freude nicht lange. Der Ukraine-Krieg, drastische Kostensteigerungen und der Preisdruck auf Herstellerseite und im Handel sorgten 2023 für ein schwieriges Umfeld. Christiane Hohmann, Stemwede, zeigt anhand ihrer exklusiv für BRAUWELT erhobenen Daten, dass für die Brauereien in Deutschland auch 2023 kaum Entspannung zu erkennen war (Seite 536).

Kein klarer Trend – Der kürzlich vorgestellte BarthHaas-Bericht 2023/2024 offenbart ein ähnliches Bild: Trotz massiver Flächenreduktion in den USA ist der Hopfenmarkt immer noch überversorgt, während der globale Biermarkt 2024 bestenfalls stabil bleibt. Ein klarer Trend für den zukünftigen Welt-Biermarkt sei nicht zu erkennen, sagte Geschäftsführer Thomas Raiser (Seite 529). Immerhin: Die Zahlen des ifo-Instituts für den deutschen Biermarkt im 2. Quartal 2024 sehen besser aus als im gesamten Jahr 2023 (Seite 531).

Die Vorsicht überwiegt noch – So wie die deutschen Hopfenpflanzer dürfen auch die Braugerstenanbauer auf eine durchschnittliche, wenn nicht sogar gute Ernte hoffen. Doch trotz der recht schönen Bestände, die auf der unterfränkischen Braugerstenrundfahrt rund um Würzburg zu sehen waren, ist die Branche nach den Erfahrungen der letzten Jahre vorsichtig, bis die Ernte eingeholt ist (Seite 530).

So einfach und doch so komplex – Wir bleiben noch ein wenig bei den Rohstoffen und wenden uns der Malzanalytik zu. In Teil 2 des Beitrages „Malzanalyse kritisch betrachtet“ erläutern Dr. Klaus Litzenburger und Prof. Martina Gastl, Forschungszentrum Weihenstephan, wie wertvoll eine korrekt gedeutete Malzanalytik für die Bierqualität und den Produktionsprozess insgesamt ist. Ab Seite 546 stellen sie die heute relevanten Methoden vor.

Innere Werte – Mit der Alterungsstabilität von hopfenbetonten, obergärigen Bieren hat sich Christian Schubert, VLB Berlin, eingehend beschäftigt. Er untersuchte sensorische und chemische Veränderungen über die Zeit und in Abhängigkeit der Lagerungstemperatur. Dabei konnte er zeigen, dass nicht nur die Lagerbedingungen Einfluss auf die Stabilität haben, sondern auch, dass sich Ester-reiche Hopfensorten anders verhalten als solche, die viele Terpenoide wie Linalool mitbringen. Dieses Wissen eröffnet Möglichkeiten. Details dazu ab Seite 550.

Schaut man sich die aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes für den Bierabsatz und den Absatz von Biermischgetränken an, dann scheinen die Zahlen ganz positiv, wenngleich die einzelnen Bundesländer durchaus unterschiedlich abschneiden. Plus 2,2 Prozent bei Bier stehen da für ganz Deutschland unter’m Strich, plus 5,3 Prozent für Biermix-Getränke. Dabei darf man aber auch nicht verdrängen, dass das Vergleichsjahr 2023 für die gesamte Brauwirtschaft mehr als schwierig war, wie auch Christiane Hohmann in ihrem Beitrag über den Erfrischungsgetränkemarkt 2023 (ab Seite 499) eingangs nochmal betont. Immerhin, die Hersteller von Erfrischungsgetränken meldeten gestiegene Absatzzahlen.

Ausgezeichnet – Da tun positive Nachrichten doch ganz gut: In Berlin wurde beim Deutschen Brauertag mit Dr. Carsten Linnemann, dem CDU-Generalsekretär, der neue Bierbotschafter gekürt. In seiner Antrittsrede forderte er von Bund und Ländern, verkrustete Strukturen aufzubrechen und Augenmaß in der Gesetzgebung walten zu lassen, um Bürokratie abzubauen. Die Brauer werden es gerne gehört haben. Außerdem wurden in Berlin jede Menge Auszeichnungen verliehen, die eindrucksvoll zeigen, wie engagiert die Brauer in ihren Qualitätsbestrebungen sind: Vom World Beer Cup über die Bundesehrenpreise der DLG und den Ehrungen als beste Hobbybrauer bis hin zu den besten Auszubildenden (Seite 493).

Sinnvolle Investition – „Ich investiere, weil ich es für unseren Betrieb und seine Zukunft für sinnvoll halte. Wenn Ökologie und Ökonomie dabei noch Hand in Hand gehen, ist das beste Ergebnis erreicht.“ Das sagt Brauerei-Chefin Marlies Bernreuther nach Abschluss eines Projektes, dass die Pyraser Brauerei auch zum Nahwärmenetzbetreiber macht. Durch das Zusammenspiel verschiedener Energiequellen und den Ausbau eines Nahwärmenetzes versorgt die Brauerei nicht nur sich, sondern auch mehrere Privathäuser mit Wärme. Eine Win-Win-Situation in mehrfacher Hinsicht, Details dazu gibt’s ab Seite 506.

Mehrwert generieren – Sie haben in Ihrem Unternehmen noch nichts mit Digitalen Zwillingen, virtueller Inbetriebnahme oder KI zu tun? Sind Sie da ganz sicher? Im Maschinen- und Anlagenbau sind das zentrale Werkzeuge, die einen nicht geringen Mehrwert für den Maschinenbauer, aber auch für Sie als Kunden generieren. Im Beitrag ab Seite 512 beschreiben die Autoren am Beispiel der BMS Maschinenfabrik in Pfatter, wie digitale Werkzeuge eingesetzt werden und welche weiteren Perspektiven sich dadurch eröffnen.

Doch jetzt hoffen wir erst einmal, dass die Fußball-EM der deutschen Brauwirtschaft gute Absatzzahlen für 2024 beschert…

Braukultur trifft Weltkulturerbe – unter diesem Motto versammelten sich Mitte Juni die Mitglieder des DBMB zu ihrer Mitgliederversammlung in Erfurt, das sich von seiner schönsten Seite zeigte und reichlich Gelegenheit für dieses kulturelle Aufeinandertreffen bot (ab Seite 449). Ähnlich war es auf Schloss Maretsch in Bozen: Hier fand zwischen den idyllischen Weinbergen Südtirols das internationale Bierfestival Beer Craft statt – mittlerweile ein fester Termin für Bierenthusiasten aus ganz Europa (Seite 450). Aber wir wollen uns mit unserem heutigen Schwerpunktthema Rohstoffe auch anderen Kulturen zuwenden: nämlich Braugerste und Hopfen.

Neue Braugerstensorten – Die schwierige Ernte 2023 hat nochmal die Bedeutung des Berliner Programms hervorgehoben, dessen Ziel die zügige Bewertung neuer Gerstensorten ist. Welche es trotz der schwierigen Bedingungen 2023 in die weiterführenden Versuche geschafft bzw. die begehrte Verarbeitungsempfehlung erhalten haben, verrät Dr. Jennifer Schneiderbanger, Lehrstuhl für Brau- und Getränketechnologie, Weihenstephan, ab Seite 456.

Tatort Malzdarre – Aus Braugerste soll dann ein qualitativ hochwertiges, möglichst homogenes Malz entstehen. „Homogenität kann aber nur bedingt vorhanden sein“, sagt Karl Weigt, bmt, Augsburg, mit Blick auf den Entstehungsprozess: Vom Acker bis hin zur Verladung gibt es zahlreiche Einflüsse auf das Korn, die zu Inhomogenitäten führen. In seinem Beitrag ab Seite 464 nennt der erfahrene Mälzer die Gründe, aber auch Maßnahmen zur Verbesserung der Homogenität.

Malzkontrolle – Eigentlich ist die Malzanalyse ein einfaches Thema, oder? Ganz so einfach scheint es nicht zu sein, denn oftmals werden die Ergebnisse der Malzanalyse falsch interpretiert. Das kann zu erheblichen Verarbeitungsschwierigkeiten führen. Dabei lassen sich zur Qualität der Malzlieferung auch ohne aufwändige Laborausstattung, nur mit den eigenen Sinnen sehr schnell die richtigen Schlüsse ziehen. Dr. Klaus Litzenburger und Prof. Martina Gastl, Forschungszentrum Weihenstephan, erklären ab Seite 473, wie es funktioniert.

Aromatransfer – Kommen wir zum Schluss noch zum Hopfen und seiner Verwendung: Dr. Philip Wietstock und Prof. Brian Gibson, TU Berlin, haben mit Gashopping ein neues Verfahren zur Kalthopfung von Bier entwickelt. Einer der Vorteile ist, dass der direkte Kontakt zwischen Hopfen und Bier vermieden wird. Ab Seite 461 beschreiben die Autoren das Verfahren im Detail.

Passable Ergebnisse erzielten die Sparten Biermix, Weißbier, Alkoholfrei und Malztrunk im Jahr 2023. Diese Varianten bleiben beim Verbraucher populär, insbesondere Alkoholfrei, das viele Konsumenten erreicht, die bisher kein oder nur wenig Bier getrunken haben. Dennoch zeigen die von Christiane Hohmann erhobenen Zahlen, dass auch dieses Segment nicht vollkommen vor Unbill gefeit ist (ab S. 419).

Sauer fermentierte Getränke – Kombucha, Kefir und weitere „funky“ Getränke haben spätestens seit der Corona-Krise viele Anhänger gefunden. Diese sauer fermentierten, alkoholfreien Getränke bieten weiterhin enormes Marktpotential. Dies spiegelt sich in verstärkter Forschungsaktivität und der Professionalisierung von Getränke-Start-ups wider. Auch für Brauereien auf der Suche nach Ideen zur Diversifizierung ihrer Produktpalette eine interessante Option. Unseren Nachbericht zum VLB-Symposium finden Sie ab Seite 413.

German-Style Sour Beer – Nicht nur die belgische, auch die deutsche Bierkultur kennt viele traditionelle Sauerbiere. Diese Bierstile erfreuen sich seit Kurzem wieder steigender Beliebtheit bei Biergenießern, gerade wegen der oftmals hohen Komplexität, die sie zunächst ungewohnt, dann aber sehr interessant macht. Beim European Beer Star mussten Berliner Weisse und Gose (um nur zwei prominente Vertreter zu nennen) in den vergangenen Jahren in der Kategorie „Sour and Fruit Sour Beer“ eingereicht werden. Der internationale Bierwettbewerb führt 2024 die neue Kategorie „German-Style Sour Beer“ ein (ab S. 431).

Gesamteindruck – Unterm Strich bleibt: Es muss dem Konsumenten schmecken. Ein weiteres Bier wird dieser nur bestellen, wenn der sensorische Gesamteindruck stimmig ist. Bei der Produktentwicklung kommt das Sensory Beer Design ins Spiel. Das sensorische Qualitätsmanagement steht dabei im Vordergrund der Qualitätskontrolle, wobei die zentrale Frage lautet: Welche brautechnologischen Möglichkeiten hat der Brauer, um die positiv wahrgenommenen Eigenschaften von Bier zu fördern? Der erste Teil der Artikelserie behandelt die Grundlagen.

Manchmal hat der Konsument aber gar keine Wahl, und der Trinkanlass, z.B. die Fußball-EM, übernimmt die Entscheidung. Ab morgen hoffentlich möglichst oft für ein „Siegerbierchen“.

Es gibt sicher Themen, mit denen sich die Brauwirtschaft lieber beschäftigt, aber sie sind – nicht nur im Moment – von hoher Bedeutung, und letztendlich muss eine Lösung her. Themen, deren Bewältigung eine Mammutaufgabe ist, technisch wie finanziell, oder die die Wissenschaft noch vor ungelöste Herausforderungen stellen. Wir haben heute einige Beispiele und auch Tipps und Tricks, wie damit leichter umzugehen ist.

Herausforderung Energiewende – Bis 2045 soll Deutschland Treibhausgasneutralität erreichen, eine besondere Herausforderung für unsere energieintensive Branche. Der Deutsche Brauer-Bund hat eine Studie zur energetischen Transformation der deutschen Brauwirtschaft in Auftrag gegeben, deren Ergebnisse inklusive Lösungsmöglichkeiten speziell für die Brauwirtschaft von Dr. Franz Haseidl und Matthias Kern, IGS, Hallbergmoos, ab Seite 387 vorgestellt werden. Klar ist: Die Transformation ist technisch möglich, es wird große Veränderungen geben, die Energieversorgung wird komplexer, und ohne entsprechende Rahmenbedingungen aus der Politik wird es auch nicht gehen.

Das Gushing-Puzzle – So habe ich vor vielen Jahren einen Vortrag zum Thema Gushing betitelt, der die damals bekannten Einflussfaktoren auf das Gushing-Phänomen beschrieb. Ein Phänomen, das in unregelmäßigen Abständen auftaucht und bis heute zu Rücknahme- oder Rückrufaktionen mit finanziellen Schäden und Imageverlust führen kann. Der Beitrag von Fernanda L. Steil und ihren Mitautoren vom Lehrstuhl für Brau- und Getränketechnologie in Weihenstephan ab Seite 392 zeigt, dass es noch viele weitere Puzzleteile zu untersuchen gilt, bevor wie das „Wildwerden des Bieres“ wirklich verstehen: Fernanda Steil hat sich mit dem Einfluss der Wasserqualität auf das Gushing beschäftigt und zeigt, dass wichtiger als die einzelnen im Wasser vorkommenden Ionen deren Zusammensetzung im Wasser ist.

Vernünftig steuern – Apropos Rückrufe – Zum Glück halten sich öffentliche Rückrufe bei alkoholfreien und alkoholhaltigen Getränken in Deutschland in Grenzen. Wenn es aber doch passiert, ist vernünftige Kommunikation und Kooperation mit den Behörden essentiell, um den Schaden so gering wie möglich zu halten. Dr. Gero Beckmann, Institut Romeis, Oberthulba, verrät in „Kommunikations- und Entscheidungswege bei drohendem Rückruf“ ab Seite 399 Hintergrundwissen und praktische Tipps zum professionellen Umgang mit den Behörden.

Die Zeiten sind gerade nicht rosig. Die aktuellen Krisen treffen auf eine sich wandelnde Branche. In der heutigen BRAUWELT-Ausgabe greifen wir einige Themenfelder auf und zeigen Lösungsansätze.

Zukunftswerkstatt – Einen Blick auf die Zukunft der Branche warf die „VeW-Zukunftswerkstatt“, zu der der Verband ehemaliger Weihenstephaner Anfang Mai nach Hannover geladen hatte. Eines der Hauptthemen war der Fachkräftemangel, der den Brauereien das Leben zunehmend schwer machen wird. Dazu wurden in Hannover Gründe und Auswege diskutiert. Es mangele an der Kommunikation nach außen, waren sich die Beteiligten einig. Sowohl die Hochschulen als auch die Brauereien als potenzieller Arbeitgeber könnten noch viel tun, um junge Leute für den Brauer-Beruf zu begeistern (Seite 341).

Hefeschätze – All den jungen (Nicht-)Konsumenten, die Bier als altmodisch oder langweilig einschätzen, sei gesagt: Von wegen! Wir beweisen das Gegenteil! Wo der Hopfen als Differenzierungsmöglichkeit schon seit Jahren hervorragende Arbeit leistet, legt die Hefe jetzt erst richtig los. Thomas Huber, BrewXpert, berichtet ab Seite 348 von seinen Erfahrungen mit (un)gewöhnlichen Hefeschätzen, welche Biervielfalt darin verborgen liegt – und wo Großvaters Hefe schon Begeisterung ausgelöst hat.

Die Zukunft der Braugerstenversorgung – Seit Jahren sinkt in deutschen Brauereien der Selbstversorgungsgrad mit heimischer Braugerste. Damit steigt die Abhängigkeit durch Importe. „Will die deutsche Brauwirtschaft ihren Einfluss bei der Sortenwahl und den Qualitäten für unser Bier behalten, müssen wir vereint die heimische, regionale Braugerstenversorgung wieder stärken,“ sagen Stephan Bergler und Dr. Christian Müller, Ireks GmbH, Kulmbach. Dazu ist es notwendig, die Gefahren durch extreme Witterungseinflüsse zu streuen und das Ausfallrisiko zu senken. Ab Seite 352 stellen sie ein 3-Säulenmodell zur Braugerstenversorgung vor, das Abhilfe schaffen soll.

Tourenoptimierung – Wechseln wir an das andere Ende der Wertschöpfungskette, denn auch bei der Planung und Abwicklung von Ausliefertouren gibt es noch großes Potenzial. Es geht um Software-Lösungen, die dabei helfen, die Komplexität und damit auch die Kosten der Auslieferlogistik unter Kontrolle zu halten. Ab Seite 356 erläutert Holger Wermke, commsult AG, Potsdam, welche Vorteile eine Tourenplanung mittels Software bietet und wann sich die Investition lohnt.

Die meisten Erfolgsgeschichten zeichnen sich durch ein gemeinsames Merkmal aus: Es bedurfte eines ordentlichen Maßes an Hartnäckigkeit, bis sich der gewünschte Erfolg einstellte. Das war früher so und hat sich bis heute nicht geändert.

Homebrew – Maisels & Friends in Bayreuth waren Mitte April 2024 Anlaufstelle für die passionierte Hobbybrauerszene. Die traf sich dort u.a. zum 7. Hobbybrauerwettbewerb, den in diesem Jahr Pascal Wolke mit seinem Weizen IPA gewann. Er darf jetzt sein Bier auf einem Profi-Sudwerk nachbrauen und es im Herbst auf der BrauBeviale präsentieren. Wer weiß, ob aus dem Hobby- nicht bald schon ein Profi-Brauer wird ... (Seite 305).

„Unentbehrliches Einrichtungsstück“ – Als die ersten Bierfilter entwickelt wurden, hielt man sie für überflüssig, wenn nicht gar rückschrittlich. Es dauerte, bis die Erkenntnis reifte, einen sinnvollen Verfahrensschritt zu haben, der sich positiv auf die Bierqualität auswirkt. Maßgeblich beteiligt war der Schweizer Albert Moll, der durch viele eigene Versuche den Weg zu einer Kieselgurfiltration ebnete, wie wir sie heute kennen. Sein Sohn Manfred Moll, Schweiz, und Tullio Zangrando, Italien, führen uns in „Die Kieselgurfiltration – eine geschichtliche Auffrischung“ ab Seite 311 durch die turbulenten Anfangsjahre dieses „unentbehrlichen Einrichtungsstückes“.

Engagiert – Auf der letztjährigen BrauBeviale fiel der Startschuss für women4beverages. Ein Netzwerk für Frauen der Getränkebranche zu gründen, ist ein spannendes Unterfangen, begleitet von vielen offenen Fragen, selbst für die Gründerinnen: Um was soll es gehen? Wem soll es dienen? Wo geht‘s lang? „Die Interessen der Kolleginnen in der Getränkebranche sind so vielfältig wie die Rollen, in denen sie sich profilieren“, sagt die Mitgründerin Sylvia Kopp. Ab Seite 318 erklärt sie, worum es „w4b“ geht.

Bier- und Brauparadies Schweiz – Der Schweizer Biermarkt ist nicht besonders groß, dafür aber – wie immer in der Schweiz – der Zusammenhalt. Seit fast 150 Jahren gibt es den Schweizer Brauereiverband, der sehr agil in Sachen Technik, Ausbildung und Imageförderung ist. Im Gespräch mit dem Direktor des SBV Marcel Kreber wird deutlich, dass das kleine Land mit dem großen Herz für‘s Bier auf dem besten Weg ist, sich zu einer wahren Biernation zu entwickeln (ab Seite 324).

Online-Service – Und das ist nur ein kleiner Ausschnitt aus unserem aktuellen BRAUWELT-Angebot für Sie. Online gibt es noch viel mehr. Schauen Sie unter www.brauwelt.com doch mal rein, was es gerade Neues gibt - bei den aktuellen Meldungen oder detaillierten Fachartikeln, bei den Bildergalerien oder Fachdossiers…

Viel Spaß beim Stöbern wünscht

Schon die letzte BRAUWELT-Ausgabe beschäftigte sich ausgiebig mit dem Bereich Hefe, Gärung & Lagerung. Wir könnten heute damit weitermachen, aber seien Sie beruhigt: Wir haben auch viele andere Themen für Sie vorbereitet, zum Beispiel: der wahre Biermarkt 2023, die neue Abschlussprüfung Brauer und Mälzer im Praxistest oder auch Tipps im Falle sensorischer Fehler beim Offenausschank.

Hefevielfalt – Wir schauen zunächst nochmal auf das 11. Hefe- und Mikrobiologische Seminar des Forschungszentrums Weihenstephan, das mit Beiträgen von mikrobiologischer Kontrolle bis hin zum Thema Hefevielfalt zwei Tage lang mit geballten Informationen (und mikrobiologisch beeindruckenden Bildern) aufwartete. Die Praktiker fuhren vom Seminar sicher mit vielen Anreizen nach Hause, was in der nächsten Zeit zu tun ist (Seite 269). Auch das 56. Technologische Seminar widmete sich einen Tag lang ganz der Hefe. Einen kurzen Einblick zu den Neuigkeiten am Lehrstuhl für Brau- und Getränketechnologie und an der TUM lesen Sie auf Seite 270, detaillierte Informationen zu den Vortragsreihen finden Sie auf www.brauwelt.com.

Mischgärung – Alkoholfreies liegt im Trend. Das beweisen die exklusiv für BRAUWELT zusammengestellten Zahlen von Christiane Hohmann zum „wahren Biermarkt 2023“. Das Alkoholfreie mildert das Minus für 2023 immerhin noch etwas ab (Seite 276). Und wer weiß, vielleicht tragen die Untersuchungen von Oliver Kunz vom Forschungszentrum Weihenstephan ebenfalls dazu bei, dass der Trend anhält: Ziel seiner Arbeiten war es, ein Bier mit charakteristischem Weizenbieraroma zu produzieren, dass die typischen sensorischen Schwächen eines Alkoholfreien reduziert. Die erstaunlichen Ergebnisse einer Mischgärung zweier alternativer Hefen finden Sie ab Seite 281.

Frisch geprüft – Die neue Ausbildungsverordnung für Brauer und Mälzer führt zu einigen Veränderungen bei der praktischen Prüfung: Prüfungsgewichtung, -dauer und -ablauf wurden neu konzipiert und mussten in den letzten Monaten ihrerseits ihre Praxiseignung beweisen. Oliver Landsberger und seine Co-Autoren vom Prüfungsausschuss Brauer und Mälzer der IHK zu Dortmund berichten von ihren Erfahrungen bei einem Testlauf mit den Prüfern als Prüflingen und einem ersten Praxisdurchlauf (Seite 278). Frisch geprüft sollte es auch häufiger beim Offenausschank heißen. Im 2. Teil seiner Serie zu sensorischen Fehlern und deren Ursachen im Getränkeausschank ab Seite 291 geht Dr. Johannes Tippmann auf die Konstruktion der Schankanlagen und vor allem auf die fachgerechte Reinigung ein, denn sie ist das wichtigste Werkzeug, um Fehlaromen zu verhindern. Aber auch da sind wir dann schon wieder bei der Mikrobiologie.

In den letzten Wochen habe ich an einigen Tagungen teilgenommen. Was ich daran so schätze, ist, dass man im direkten Austausch mit den Kollegen einen guten Überblick erhält, welche Themen die Brauer gerade am stärksten umtreiben. Ganz vorne mit dabei sind Energieversorgung und Reduzierung der Emissionen, Klimawandel und Rohstoffversorgung, aber auch das Thema Hefe, dem wir uns heute verstärkt widmen.

Auf dem Weg zu Netto Null – Unter diesem Motto hatte die VLB Berlin zur Frühjahrstagung ins niederländische Groningen geladen. Auf dem Programm stand nahezu ausschließlich das Thema Nachhaltigkeit: Vertreter großer Brauereien ließen sich in die Karten schauen, wie ihr Weg zu Netto Null-Emissionen aussieht, und Holland Malt eröffnete bei der Gelegenheit im nahen Eemshaven die erste emissionsfreie Mälzerei (Seite 233).

Strategien für die Rohstoffversorgung – Der Klimawandel trifft uns alle schneller als erwartet – und hat gravierende Folgen für die Rohstoffversorgung der Brauereien. Das Rohstoffseminar in Weihenstephan widmete sich daher insbesondere der Rohstoffsicherung inklusive einer spannenden Podiumsdiskussion zur zukünftigen Ausrichtung des Berliner Programms (Seite 234).

Was braucht die Hefe, fragt Dr. Klaus Litzenburger, Forschungszen­trum Weihenstephan, ab Seite 245. Immer häufiger wird aus den Betrieben über Gärstörungen berichtet. Die Auswirkungen können massiv sein, die Gründe vielfältig. Die Ursachenforschung fängt schon bei den Rohstoffen an und hört auch im Lagerkeller nicht auf. Im Beitrag werden mögliche Ursachen und praxisnahe Lösungsansätze dazu aufgezeigt.

Eine Frage der Flexibilität – Jede Brauerei sollte wissen, in welchem physiologischen Zustand ihre Hefe ist, denn eine vitale Hefe ist die Grundvoraussetzung für gutes Gärverhalten. Doch wie lässt sich das sinnvoll messen? Ein Parameter ist die Flexibilität der Zellmembran. Dr. Marco Eigenfeld, Medizinische Universität Graz, und seine Co-Autoren haben verschiedene Methoden verglichen und ihre Stärken und Schwächen aufgedeckt (Seite 241).

Der kleine Unterschied – Was wissen wir eigentlich über unsere­ Bierhefe? Angesichts steigender Kontaminationen mit diastatischen Hefen, die mittlerweile der klassischen Saccharomyces cerevisiae zugeordnet werden, ist diese Frage gerechtfertigt. Prof. Brian Gibson, TU Berlin, hat in „Diastatische S. cerevisiae: neue Erkenntnisse über eine alte Hefe“ ab Seite 248 eigene, nationale und internationale Studienergebnisse zusammengetragen, zeigt moderne Nachweismethoden zur Unterscheidung und – man höre und staune – wo sie nützlich sein könnte.

Für eine Brauerei steht höchste Produktqualität natürlich immer an erster Stelle. Das ist nicht nur eine Folge brauerischen Selbstverständnisses, sondern verbindliche rechtliche Grundlage eines jeden Herstellers von Lebensmitteln. Beim Gesundheitsschutz darf das Unternehmen keine Kompromisse eingehen. Es muss sicherstellen, dass die Verbraucher (und somit letztlich auch das eigene Unternehmen) unter keinen Umständen von den auf dem Markt befindlichen Produkten gefährdet werden. Um hier nicht in einer Kostenexplosion zu ertrinken, gilt es den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit in der Qualitätssicherung anzuwenden. Dario Cotterchio navigiert Sie ab Seite 202 im ersten Teil seines zweiteiligen Beitrags durch die Untiefen der dabei zu beachtenden theoretischen Grundlagen.

Verpackungssicherheit – Verpackungen für Getränke sollen nicht nur zum Kauf animieren. Sie sollen das Produkt einerseits schützen, andererseits aber auch sicherstellen, dass keine Verletzungsgefahr von ihm ausgeht. Wie etwa durch gebrochene Griffleisten eines Getränkekastens. Um diese Merkmale zu erfüllen, bedarf es Spezifikationen. In der Braubranche sind die sogenannten Speziellen Technischen Liefer- und Bezugsbedingungen verbreitet. Achim Nieroda bringt Sie in Bezug auf die neu überarbeiteten Standards ab Seite 198 auf den aktuellen Stand.

Schankqualität – Beim Offenausschank von Getränken kann es an vielen Stellen zu negativen sensorischen Veränderungen im Getränk kommen. Die Verantwortung dafür pauschal dem Wirt zuzuschreiben, wäre zu kurz gedacht. Viele Ursachen liegen auch in der Schankanlage selbst begründet. Dr. Johannes Tippmann betrachtet im ersten Teil seiner dreiteiligen Artikelserie ab Seite 205 die Abläufe beim Einschenken.

Sicherheitskältemittel – Die jüngst in Kraft getretene, novellierte F-Gase-Verordnung ändert viele Vorgaben für Planer, Anlagenbauer und Betreiber von Kälte-, Klima- und Wärmepumpenanlagen. Jetzt geht es um Planungssicherheit für die nächsten Jahre, denn die bisher oft verwendeten, fluorierten Sicherheitskältemittel werden größtenteils vom Markt verschwinden, spätestens 2050 soll komplett Schluss sein. Christoph Brauneis erläutert ab Seite 216 die neuen Regelungen.

Die vielen aktuellen Herausforderungen der Industrie, speziell der Brauwirtschaft als energieintensive Branche, sind bekannt. Auch, dass sich das Transformationsthema Nachhaltigkeit vom Nebenschauplatz zum zentralen Unternehmensziel entwickelt hat, dürfte in den meisten Köpfen inzwischen fest verankert sein. Die gute Nachricht: Die hohe Nachfrage an zukunftsfähigen Konzepten führt auch zu einem entsprechend vielfältigen Angebot in allen Bereichen der Wertschöpfungskette.

Dezentrale Energieversorgung – Traditionell beziehen Brauereien ihre Energie aus dem öffentlichen Stromnetz oder nutzen eigene Kraftwerke. Dieser konventionelle Ansatz kann aber ineffizient, umweltbelastend und – wie die volatile Energiepreisentwicklung gezeigt hat – sehr teuer sein. André Flemming zeigt in seinem Beitrag auf, wie mit einer Kombination aus bekannten Technologien und Neuentwicklungen der Umstieg auf eine dezentrale, CO2-neutrale und günstige Energieversorgung gelingen kann (ab S. 165).

Klimapositives Logistikzentrum – Geschäftsführer Jacob Horsch der Brauerei zum Kuchlbauer in Abensberg wird mit dem Satz zitiert: „Respekt vor der Natur und unserer Tradition ist das Fundament, auf dem wir brauen.“ Dieses Credo spielte auch bei der Planung des neuen Logistikzentrums eine zentrale Rolle. Das seit Februar 2023 im Bau befindliche Weissbier-Quartier+ strebt den „Gold-Status“ auf Basis des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen an. Das Interview mit Jacob Horsch zum zugrundeliegenden Konzept lesen Sie ab Seite 175.

Nachwuchskräfte gewinnen – Auch der demografische Wandel, Stichwort Fachkräftemangel, beschäftigt die Brauer. Wie kann das unternehmenseigene Talentmanagement dazu beitragen, dass kritische Schlüsselpositionen mit den richtigen Mitarbeitern besetzt werden? Wie kann man diese Talente entwickeln, fördern und langfristig an das eigene Unternehmen binden? Dr. Matthias Bender stellt erfolgversprechende Strategien vor (ab S. 171).

Auf Ihrem Transformationsweg hin zu mehr Autarkie und Flexibilität in allen Unternehmensbereichen wünsche ich viel Erfolg!

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