Vom zweiten Tag des Roland Berger-Seminars in München, bei dem nicht die Theorie, sondern sehr konkrete Erfolgsrezepte für die Brauer, im Vordergrund standen.
Ein Spiel mit dem Bier
“Bier ist viel zu wenig kantig und differenziert. Die Braumeister müssen sich wieder anstrengen und gefordert werden. Aber nicht in der Hinsicht, daß sie Biermischungen kreieren, denn das ist unehrlich”, eröffnete Josef Sigl, Inhaber der gleichnamigen österreichischen Privatbrauerei seinen interessanten Vortrag. Sein Betrieb hat mit 100 000 hl Ausstoß (90 Prozent Gastronomie) einen Marktanteil von einem Prozent auf dem Heimatmarkt (bei den Bieren, die man direkt aus der Flasche trinkt, ist es allerdings ein Anteil von 80 Prozent) und erwirtschaftet damit einen Umsatz von 150 Mio.”.
Der deutsche Lebensmittelhandel kämpft um seine Kunden. Die Umsatzzuwächse bleiben aus. Die Erträge bröckeln. Der Kostendruck nimmt zu. Der Umsatz im deutschen LEH dürfte 1998 bei 282 Mrd DM gelegen haben. Davon entfielen etwa 30 Mrd DM auf Getränke. Darauf verwies Paul Vorsteher, Geschäftsführer der Voster Hydrodrive GmbH, Hydraulische Systeme, Lager- und Verkaufs-Robot-Systeme, Chemnitz, bei seiner Vorstellung eines neuen Convenience-Markt-Systems anläßlich der 7. Bündner Runde in Davos am 24. Januar 1999.
Die Verbraucher kaufen immer mehr an Tankstellen, in Bahnhöfen, an Automaten oder bestellen on-line. Einkaufen wird immer mehr zum Streß. Convenience wird für den Konsumenten immer wichtiger. 20 Prozent des Sortiments machen rd. 80 Prozent des Volumens aus. Dies kann lt.
Dr. Hans-Rüdiger Schewe, Vorstandssprecher der Fürstlich Fürstenbergischen Brauerei KG, Donaueschingen, und Axel Lemmerz, Marketingleiter in dem Unternehmen, präsentierten bei der 7. Bündner Runde am 26. Januar 1999 die ungewöhnliche Werbekampagne, mit der die alte Traditionsmarke „Fürstenberg“ belebt und neu positioniert werden soll.
Dr. Schewe charakterisierte zunächst den harten deutschen Biermarkt, in dem sich trotz einer Verdoppelung der Werbeausgaben in den letzten zehn Jahren der Pro-Kopf-Verbrauch an Bier um 10 l verringert hat. Der harte Preiswettbewerb hat nur einen Gewinner: den Konsumenten. Premiumbiere sind am häufigsten in der Aktion. Darüber hinaus drückt der Dosenboom (20 Prozent im LEH, ohne Aldi) auf die Margen.
Als nationale Marke hat Fürstenberg lt. Dr. Dr..
Anläßlich der von Rüdiger Ruoss veranstalteten 7. Bündner Runde in Davos zeigte Dr. Hans Spielmann (46), geschäftsführender Gesellschafter der Weldebräu, Plankstadt-Schwetzingen, wie sich eine mittelständische Privatbrauerei mit Kreativität eine Nische gesucht und sich in dieser auch erfolgreich behauptet hat.
Das Unternehmen wurde 1752 in Schwetzingen gegründet. 1972 entschloß man sich zur Übersiedlung des Betriebes nach Plankstadt, die 1983 mit der Inbetriebnahme des Sudhauses abgeschlossen wurde. Heute hat die Privatbrauerei im Besitz der Familie Spielmann einen Ausstoß von ca. 100 000 hl, ca. 20 Mio DM Umsatz und rd. 45 Mitarbeiter.
Dr. Spielmann gibt dem Mittelstand nur dann eine Chance, wenn er eine Nische findet und sich in dieser auch behauptet.
Dr. wie
z. B. B.
Wie in „ScanLine“ der GfK Panel Services berichtet, verursachen bei so manchem Vertriebsmitarbeiter die Schlagwörter Bestandsdruck, Regalfacings, Zweitplazierungen und Kontaktstrecke Ohrensausen, zumal bei „Vertretern“ der Nahrungs- und Genußmittelindustrie. Denn das Bestandsniveau im LEH (ohne Aldi) blieb 1998 (Januar – Oktober) für viele Warengruppen deutlich hinter dem Vorjahr zurück: darunter Wasch-/Putz- und Reinigungsmittel, Haar-/Mund- und Körperpflege, Süßwaren, Röst-/Extraktkaffee, fruchthaltige Getränke – und nicht zuletzt auch die alkoholhaltigen Getränke.
Dabei hat der Handel nicht nur die Lagerbestände am POS deutlich zurückgefahren; auch im Verkaufsraum verloren diese Warengruppen deutlich an Präsenz – ob im Regal oder in der Zweitplazierung.B.a..
Bei den Mitgliedern des Verbandes Rhein.-Westfälischer Brauereien ergab sich nach Angaben des Verbandes im Jahre 1998 die in der Tabelle aufgeführte Entwicklung bei den Biersorten.
Insgesamt haben diese Brauereien im vergangenen Jahr 29,27 Mio hl Bier gebraut, 2,2 Prozent weniger als 1997. Den größten Rückgang hatte alkoholarmes Pils mit – 23,1 Prozent auf 71 804 hl aufzuweisen. Auch alkoholarmes Alt und Kölsch verzeichneten Rückgänge von 9,2 Prozent und 11,8 Prozent. Höchste Zuwächse erzielten dagegen Diätbier um
+ 31,8 Prozent auf 18 000 hl und Biere mit Stammwürzegehalten von unter 11 Prozent mit + 63,5 Prozent auf 142 328 hl. Bei den alkoholfreien Bieren konnte nur das Pils mit + 5 Prozent auf 181 213 hl zunehmen. Der Faßanteil sank auf 25,1 Prozent..
Die Kulmbacher Brauerei hat in ihrer Braustätte Reichelbräu die Abwasserbehandlung von einem belüfteten Misch- und Ausgleichsbehälter zu einer anaeroben Abwasserbehandlung ausgebaut. Durch die Einsparung von Belüftungsenergie und Schlammentsorgungskosten sowie der Nutzung von Biogas wurden die Betriebskosten deutlich gesenkt. Die Abwässer der Brauerei sowie ein Teil des Oberflächenabflusses wurden an einem zentralen Punkt gesammelt, über ein Sieb geleitet und in einen belüfteten Misch- und Ausgleichsbehälter gefördert. Der Behälter hatte ein Volumen von 1000 m3 und diente der Vergleichmäßigung von pH-Wert und Temperatur sowie einem biologischem Teilabbau der Abwasserinhaltsstoffe. Anschließend lief das Abwasser in die städtische Kanalisation.
Im Mittelpunkt der Logistikangebote auf der Brau standen wie schon seit mehreren Jahren Softwarelösungen zur Transport- und Lageroptimierung, zur Prozeßsteuerung, zur Auftrags- und Vertragsverwaltung, aber auch Konzepte für den Getränkefachhandel. Enttäuschend war hingegen das Angebot an Lager- und Inhouse-Logistik, obwohl dies doch von vielen Experten als „die“ letzte Möglichkeit zur Rationalisierung und Optimierung, damit zur Kostensenkung, in der Getränkebranche angesehen wird. Erneut stark vertreten waren Roboter-Lösungen.
Der Markt für Erfrischungsgetränke in PET-Flaschen wächst, der Marktanteil liegt in Deutschland schon bei schätzungsweise 50%, ein Markt für PET-abgefüllte Mineral- und Tafelwässer ist im Entstehen. Konsequent investiert Franken Brunnen daher in Abfülltechnik in PET-Flaschen. Im Betrieb Bad Windsheim entstand auf einer Fläche von insgesamt 3000 m2 die derzeit modernste Abfüllanlage für PET-Mehrwegflaschen unter Berücksichtigung einer möglichen späteren Abfüllung von 2- und 1-Weg-Gebinden. Mit einer Gesamtinvestition von 25 Mio DM wurde auch die Ver- und Entsorgung der Anlage und des Gebäudes auf den neuesten Stand der Technik gebracht.
Einer der größten Ausstellungsbereiche auf der Brau 98 war dam Thema Verpackung gewidmet. Hierzu zählen auch Flaschen- und Glasdesign, Etiketten und die Verschlüsse. Einige Hersteller warteten mit kompletten Neuentwicklungen auf, viele jedoch optimierten ihre bereits bestehenden Systeme hinsichtlich Kosteneinsparungen bei der Produktion oder bezogen die Umweltverträglichkeit und Entsorgung in ihre Konzepte verstärkt mit ein. Welche Bedeutung der Verpackung zukommt, zeigte sich auf der Brau 98, wo ihr ein großer Bereich anberaumt wurde. Dieser Teil befaßt sich mit Flaschen und Gläsern, Etiketten und Verschlüssen sowie Verbesserungen zur Steigerung der Umweltverträglichkeit in diesem Teilbereich der Verpackung.
Diskussions- und Informationsveranstaltungen können ebenso langweilig wie auch spannend sein. Dem Volk aufs Maul zu schauen ist oft informativer als manches professionelle Geschwafel.
Die Agenda 2000 sorgt für Unruhe und auch aufgestauten Ärger. Spannend wirds halt, wenns ums liebe oder gehaßte Geld geht, schließlich arbeitet niemand gerne umsonst, wenn es um betriebliche oder existentielle Probleme geht. Der Profit, also etwas dazu machen, ist allemal die Basis für den Erfolg.
Daß den Landwirten Schlimmes widerfahren könnte, ist nicht auszuschließen. Was andere Branchen durchstehen mußten, kann nun die Landwirte in voller Härte treffen. Notwendigkeit und Gerechtigkeit sind leider sehr unterschiedliche Werte. Bekanntlich ist der Preis für unser heimisches Getreide im Keller. S..
Mit der im Februar vollzogenen Gründung der Petcycle Entwicklungs- und Arbeitsgemeinschaft GmbH soll in Deutschland ein neues Kreislaufsystem für PET-Flaschen etabliert werden. Ziel der Gesellschaft, zu deren Gründungsmitgliedern namhafte Getränke- und Verpackungshersteller sowie Handelsunternehmen gehören, ist die Entwicklung, Erprobung und Etablierung eines 2-Wege-Systems für PET-Flaschen. Die Planungs- und Entwicklungsarbeiten hierzu laufen bereits seit Herbst 1997.
Im Gegensatz zum 2-Wege-Prinzip des Schweizer Modells bleiben die PET-Flaschen jedoch ständig in einem geschlossenen Materialkreislauf vom Hersteller über den Handel zum Kunden und zurück bis zum direkten Recycling. Das Leergewicht der Flaschen wird in der Regel unter 40 Gramm liegen..
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