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Die Nachwirkungen des Trockenjahres 2018 sind noch sichtbar. Da waren sich die Teilnehmer der 64. unterfränkischen Braugerstenrundfahrt, die immer ein gutes Stimmungsbarometer zur laufenden Sommergerstenernte darstellt, einig. Die Landwirte haben entsprechend reagiert, und so kann sich die Brauwirtschaft über eine recht gute und gesunde Braugerste aus Unterfranken freuen (S. 845).

Welt im Wandel – Selbst die Deutschen kaufen online nicht mehr nur Mode und Elektronik. Das Lebensmittelsegment wird in den nächsten Jahren aus der Nische kommen, prophezeien Experten. Oftmals noch misstrauisch beäugt kann das konsequente Wachstum der Onlinebranche aber gerade für mittelständische Brauereien auch die Chance zur Umsatzsteigerung und Markenbildung bieten. Also, ran ans Thema! Mit dem Beitrag von Lisa Wichmann, Hamburg, zeigen wir ab Seite 857 beispielhaft, wie die Braubranche mit E-Commerce vom digitalen Aufschwung profitieren kann.

Leicht flüchtig –  Dieses Thema ist eher schwierig: Wie geht man angemessen mit Geschäftsgeheimnissen um Was gehört dazu, und wer darf wieviel wissen Das im April 2019 in Kraft getretene Geschäftsgeheimnisgesetz hat den Schutz vertraulichen Know-hows und von Geschäftsinformationen vor rechtswidrigem Erwerb, Nutzung und Offenlegung zum Ziel. Thomas Schneider, Essen, erläutert die Details und stellte geeignete Maßnahmen vor (S. 854).

Von zart bis hart – Beispiele gibt es reichlich, und es kann jeden treffen: Negativ-Schlagzeilen auf Basis angeblich seriöser Tests oder skandalöser Enthüllungen. Bier eignet sich wegen seiner Breitenwirkung hervorragend dazu. Als Brauerei ist man jedoch nicht dazu verdammt, machtlos zuschauen zu müssen. Rechtsanwältin Verena Haisch, Hamburg, und Holger Eichele, DBB, Berlin, geben ab Seite 861 Tipps, wie man sich im Vorfeld gegen unwahre Berichterstattung wehren oder im Anschluss angemessen reagieren kann.

Langfristig geplant – Jüngst genau das erlebt hat die Neumarkter Lammsbräu mit ihrem Bio-Mineralwasser. Und die Reaktion der Brauerei folgte prompt und professionell. Aber das ist nicht das heutige Thema: Seit Februar 2019 ist Johannes Ehrnsperger Alleingeschäftsführer und Inhaber des Unternehmens. Die Unternehmensübergabe war von langer Hand geplant. Wir sprachen mit dem 28-jährigen Brauereichef über den Übergabeprozess, aber auch über das ökologische Engagement der Brauerei und seine Pläne für die Zukunft. Das Interview lesen Sie ab Seite 871.

Das Thema Filtration wird zurzeit in der Branche weltweit, vor allem aber in Deutschland, stark diskutiert. An Argumenten Pro und Contra verschiedener Verfahren mangelt es nicht. Diese BRAUWELT-Ausgabe widmet sich daher speziell dem Thema Filtration: Wir zeigen den Stand der Technik wie auch den von Forschung und Entwicklung auf und möchten dazu beitragen, die Diskussion auf eine breitere Basis zu stellen.

Expertensicht – Zum Einstieg haben wir drei Experten zu ihrer Sicht der Dinge befragt. Matthias Lustnauer, Eaton Technologies, Volker Müller, Erbslöh Geisenheim, und Dr. Frank Hebmüller, Ingenieurbüro Hebmüller, stellten sich unseren Fragen nach dem aktueller Stand der Filtrationstechnik in der Braubranche und ihren Vor- und Nachteilen, nach den Einsatzmöglichkeiten in kleineren und mittleren Brauereien und nach zukünftigen Entwicklungen. Ihre Antworten finden Sie im Beitrag ab Seite 806. Dem folgen ab Seite 810 die Antworten von Firmen auf unsere Frage nach ihren neuesten Entwicklungen.

Filtrationstest – Vorhersagetests für die Filtrierbarkeit von Bier gibt es schon länger. Das Problem: Sie alle beziehen sich auf die Kieselgurfiltration und sind für die Membranfiltration nicht aussagekräftig. Dr. Michael Kupetz, Lehrstuhl für Brau- und Getränketechnologie, Weihenstephan, hat daher einen neuen Filtertest zur Beurteilung der Crossflow-Membranfiltration entwickelt, den er ab Seite 815 vorstellt.

Hopfenfilterkuchen – Die stark aufquellenden Hopfenpellets bei der Kalthopfung möglichst verlustarm wieder aus dem Bier zu entfernen, ist eine Herausforderung. Peter Michael Bandelt Riess, Lehrstuhl für Systemverfahrenstechnik, Weihenstephan, hat die kuchenbildende Filtration als Alternative zu den heute üblichen Fest-Flüssig-Trennverfahren untersucht. Wie sich der Hopfenfilterkuchen in den Versuchen geschlagen hat, erfahren Sie ab Seite 820.

Saubere Lauge – Soweit zur Filtration von Bier, aber auch anderenorts wird in der Brauerei filtriert, z. B. die Lauge bei der Flaschenreinigung. Die Laugenfiltration wird bei abnehmendem Frischwassereintrag, veränderter Leimzusammensetzung oder sich schnell zersetzenden Etiketten immer bedeutsamer für eine effektive Flaschenreinigung. Doch wie lässt sich eine erfolgreiche Laugenfiltration bewerten, fragten sich Michel Peter und Michael Günsel, Tensid-Chemie. Ab Seite 826 stellen sie analytische Ansätze zur Laugenbewertung vor.
Sie sehen, es gibt viel Neues. Ungefilterten Lesespaß wünscht

„Nur mit entschlossenem Handeln in Forschung und Entwicklung können wir als Brauer die Zukunftsfragen lösen, die Staat, Gesellschaft oder digitaler Wandel an uns stellen“, sagte Wifö-Vorsitzender Dr. Stefan Kreisz anlässlich der Verleihung des Henrich-Funke-Pschorr-Stiftungspreises der Wifö e.V. Den erhielt Robert Riedl für seine Arbeit am Forschungszentrum Weihenstephan zum Bierschädling Lactobacillus brevis (S. 762). Dr. Kreisz betonte damit die Bedeutung von Forschung und wissenschaftlicher Nachwuchsförderung für die Branche. Wie wahr …

Wichtige Forschung – Entschlossenes Handeln auch bei der Wissenschaftlichen Station für Brauerei: Angesichts fehlender Zinseinkünfte werden solides Wirtschaften, Mitgliedsbeiträge und Spenden für die Finanzierung von Forschungsarbeiten immer wichtiger. Insbesondere, da die vorgestellten Projekte bei der Beantwortung so manch kritischer Frage helfen, die da in Zukunft kommen könnte, wie die Mitgliederversammlung zeigte (S. 761).

Ungetrübte Aussichten – Sommer, Sonne und dann ein trübes Bier, wo es nicht sein sollte Eine ungute Vorstellung für jeden Brauer. Tobias Teumer, Hochschule Mannheim, hat sich mit der Entwicklung eines Messgerätes zur Inline-Überwachung der Trübungswerte beschäftigt. Herausgekommen ist ein Verfahren, dass die Erkennung der Partikelarten ermöglicht und auf diese Weise eine schnelle Reaktion des Brauers auf Veränderungen in der Produktion ermöglicht. Mehr zum Verfahren und den Möglichkeiten ab Seite 771.

Große Flexibilität – Auch wenn die Craft Brewer noch auf Hopfen „gepolt“ sind – zukünftig wird das Hefemanagement zumindest bei Craft Brauereien einer gewissen Größe mehr in den Fokus rücken, ist sich Torben Bauch, GEA Group, sicher. Im Interview verrät er uns mehr zu den besonderen Anforderungen der Craft Brauer in Sachen Hefepropagation und -management im Vergleich zu den deutlich größeren und wie die jüngste Entwicklung es schafft, Arbeitsabläufe des Brauers schlanker und praktischer zu gestalten (S. 779).

Abkehr von alten Denkmustern – das sei von etablierten Getränkeproduzenten gefordert, wenn es um Gastronomiegebinde geht, sagt Peter Schill, WorldKeg. Wie er mit einem Einweg-Edelstahlfass den Nachteilen von Mehrwegfässern bei langen Transportwegen begegnet, erläutert er ab Seite 769.

Siegmar Gabriel heißt der neue Botschafter des Bieres. Gewählt wurde er Anfang Juni beim Deutschen Brauertag in Berlin. Der frühere SPD-Vorsitzende und Ex-Vizekanzler schätzt die Brauwirtschaft als wichtigen Wirtschaftsfaktor, Handelspartner und Produzenten einer einmaligen Biervielfalt. Und er hat bereits selbst einmal hinter die Kulissen des Brauhandwerks geblickt, wie er verriet (S. 718).

Brauwirtschaft und Brauwissenschaft – Auch in Antwerpen wurde genau hingeschaut: Bei der diesjährigen Kombi-Veranstaltung von 37. EBC-Kongress und 2. BoE-Forum gab es den großen Rundumschlag an Brauer-relevanten Themen: Wissenschaft und Wirtschaft, Forschung und Technik, Vorträge und Poster, Diskussionsrunden zu aktuellen und Zukunftsthemen – die Akteure gewährten tiefe Einblicke in die verschiedenen Bereiche, und EBC-Präsident Tiago Brandão wünschte sich: Share, talk, engage and discuss. Ab Seite 717 gibt′s einen ersten Überblick – und Bilder online unter www.brauwelt.com in unserer Mediathek.

Schneller läutern – Das Läutern wird oft als der Flaschenhals des Brauprozesses betrachtet. Peter Bandelt vom Lehrstuhl für Systemverfahrenstechnik in Freising hat sich mit dem verständlichen Wunsch nach Prozessbeschleunigung beschäftigt. Er hat Versuche mit Flockungshilfsmitteln durchgeführt, um die Feinpartikel im Treberkuchen aggregieren und besser verteilen zu können. Ob er so den Durchfluss beschleunigen konnte und welche Effekte darüber hinaus aufgetreten sind, erfahren Sie ab Seite 728.

Besser zapfen – Dr. Johannes Tippmann, Haag an der Amper, hat bisher schon in einigen Beiträgen tief hinter die Kulissen der Schankanlage geschaut. In seinem heutigen Artikel ab Seite 732 befasst er sich mit dem Aufbau einer Schankanlage, bei der es um weitaus mehr als Zapfkopf, Schlauch und Hahn geht. Der Aufbau bedingt die Ausschankphysik und die Reinigbarkeit der Anlage. Dr. Tippmann greift wichtige Punkte auf, die trotz allen Wissens immer wieder falsch gemacht werden.

Richtig rechnen – Zugegeben, das Thema Kostenrechnung in der Brauerei klingt auf den ersten Blick eher nüchtern. Aber ein gutes Bier und eine bekannte Marke sind auf lange Sicht nicht allein der Garant für den Unternehmenserfolg. Die Kostenrechnung ist eine Betriebsanalyse, die die Brauerei aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet, und legt dar, wo der Brauer sein Geld verdient. Wie das funktioniert, erläutert Matthias Schröder, Quest Consulting, Rosenheim, ab Seite 736.

Die Qualität des Bieres – wir alle wissen, dass sie nicht nur von den Rohstoffen und den Prozessen im Sudhaus oder Gärkeller abhängt. Viele Faktoren spielen erst anschließend eine Rolle, und der Weg bis zum Verbraucher ist noch sehr lang.

Meilenstein in Richtung Zukunft – Um diesen Weg zu verkürzen und zu vereinfachen, hat sich die Staatsbrauerei Weihenstephan zum Bau eines neuen Logistikzentrums vor den Toren der Stadt Freising entschlossen. Mehr Platz, weniger Verkehr am Weihenstephaner Berg und schnellere Abwicklung – all das wurde mit dieser Lösung realisierbar. Ende Mai wurde es eingeweiht, und wir waren für Sie dabei (S. 677).

Alles andere als simpel – Die Füllhöhenkontrolle ist nur auf den ersten Blick eine einfache Aufgabe, und dabei doch so wichtig für das Erreichen der Qualität. Die Autoren Herbert Liebich und Sascha Andrawas zeigen ab Seite 686, dass die Variabilität in Flaschenform, Ausstattung, Verschluss und Produkt für die Füllhöhenkontrolle eine echte Herausforderung darstellt. Sie beschreiben, welche Systeme am Markt sind und wie sie optimal eingesetzt werden können. – Anspruchsvoll waren auch Planung und Umsetzung einer neuen Glas-Mehrweg-Abfüllanlage inklusive Inlinesortierung beim Mineralbrunnen Gerolsteiner. Ab Seite 691 schauen wir uns an, welche Kriterien eine Rolle spielten und wie die Umsetzung erfolgte.

Die reine Freude – Ach, die Schankanlagenreinigung! Immer wieder greifen wir das Thema auf, weil es da noch sehr viel zu tun gibt. Schankanlagentrainer Dr. Johannes Tippmann hat sich zum Ziel gesetzt, mit einer Artikelserie in loser Folge mehr Wissen zum Thema und vor allem Verständnis für die sensiblen Punkte zu schaffen. Heute geht es um die Arbeit der Schankanlagenreiniger und was sie kosten darf. Hier ist Geiz nämlich nicht geil, sondern geschäftsschädigend, aber lesen Sie selbst … (S. 694).

Eines der letzten Originale – Ja, es ist wahr: Schwester Doris geht in Bierrente. Kaum vorstellbar, gehört doch Schwester Doris zur Klosterbrauerei Mallersdorf wie der Hopfen zum Bier. Über ein halbes Jahrhundert stand sie am Sudkessel. Grund für uns, in einem Interview auf ihr ereignisreiches Brauerleben zurückzuschauen. Ab Seite 700 verrät sie uns, wie sie zum Bier gefunden hat, was das Besondere am Brauerdasein in Mallersdorf ist und auch, wie es nach ihr weitergehen soll.

Verdient hätten sie es alle – gewinnen kann aber immer nur eine. Die Wahl zur Bayerischen Bierkönigin ist immer spannend: Wie geben sich die – meist blutjungen – Kandidatinnen vor Publikum, wie schlagfertig sind sie, wieviel wissen sie zu den einzelnen Bierstilen

Bierbotschafterin – Es ist eine verantwortungsvolle Aufgabe, reist die Auserwählte doch in viele Länder, trifft außergewöhnliche Menschen und soll dabei charmant und kompetent das Kulturgut Bier propagieren. Dass Vroni Ettstaller, die 10. Bayerische Bierkönigin, „die Begeisterung für Bier mit viel Selbstbewusstsein in die Welt hinaustragen wird“, dessen ist sich der seinerseits frisch im Amt bestätigte Bayerischer Brauerbund-Präsident Georg Schneider sicher. Wie die Wahl zur Bierkönigin ablief, wer an dem Abend die dort ebenfalls verliehene Goldene BierIdee 2019 erhielt und auch, wem die Goldene BierIdee „ehrenhalber“ verliehen wurde, all das erfahren Sie auf Seite 637.

Multikulti-Gesellschaft – „Das Großherzogtum Luxemburg ist wahrscheinlich das Paradebeispiel für eine mulitkulturelle Gesellschaft.“ So beginnt Dr. Ina Verstl ihren Beitrag ab Seite 646, in dem sie einen Blick auf einen höchst ungewöhnlichen, von den vielen im Land arbeitenden Nicht-Luxemburgern, Touristen und Grenzgängern beeinflussten Biermarkt wirft. Nach dem Einbruch bei den nationalen Biermarken erlebt das Land gerade einen Mini-Boom an Brauereineugründungen, und auch die Brasserie Nationale hat bislang alle Konsolidierungsstürme auf dem Luxemburger Biermarkt gut überstanden.

Die Sprache des Hopfens – „Durch sein nahezu unerschöpfliches, geschmackliches Potenzial ist die Wahl des richtigen Hopfens eines der komplexesten Themenfelder im gesamten Brauprozess“, sagt Dr. Markus Fohr. Hier gibt es noch viel zu tun, um detailliertes Wissen, unter anderem über Anwendung, Bonitierung, Sensorik oder Analytik an den Brauer zu bringen. Wir begleiten Dr. Fohr auf seinem Weg zum Certified Member of the Institute of Masters of Beer und schauen uns heute an, wie man ein Hopfengedächtnis anlegt und trainiert und in der Welt des Hopfens die richtigen Worte findet (S. 657).

Nachdem wir in den letzten beiden BRAUWELT-Ausgaben mit unserem Schwerpunkt-Heft Rohstoffe und dem RoboFill 4.0-Special jeweils einen thematischen Fokus ausgewiesen haben, ist unser heutiges Themenangebot eindeutig breiter gestreut. Aber eine Botschaft zieht sich auch durch diese Ausgabe: das klare „Ja“ zum Bier – aus höchst unterschiedlichen Blickwinkeln heraus.

Ja zum Handwerk – Nehmen wir beispielsweise die Städtische Berufsschule in München (S. 593). Hier wurden Anfang Mai die Südbayerische und Münchner Meisterschaft im Bierbrauen unter den Auszubildenden ausgetragen. Andreas Steinfatt, Vorsitzender des Vereins Münchner Brauereien, freute sich über die engagierten jungen Brauer und Mälzer, die mit Stolz ihr Handwerk erlernt haben und so die Zukunft der Brauwirtschaft sichern.

Ja zum Brauerberuf – einen ganz anderen Werdegang haben viele US-amerikanische Brauer – und auch eine andere Herangehensweise ans Metier. Wir schauen im Interview mit Sandy Boss Febbo weit über den hiesigen Tellerrand hinaus. An ihrem Beispiel aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten wird deutlich, wie Quereinsteiger nicht nur zum Brauer werden, sondern zudem noch Pionierarbeit in Rohstofffragen leisten (S. 611).

Bierland Österreich – Ja zum Bier sagen auch unsere Nachbarn in Österreich: Nach einer Verbraucher-Umfrage hat bei alkoholischen Getränken Bier in Sachen Beliebtheit und Anerkennung dem Wein den Rang abgelaufen. Steigende Gesamtzahlen bei Brauereien und Bierausstoß in Österreich bestätigen das (S. 593).

Ja zu regionalem Bier – Und was ist deutschen Verbrauchern wichtig Dr. Uwe Lebok und Andreas Putz von K&A BrandResearch, Nürnberg, schauen ab Seite 620 auf kurzfristige Modeerscheinungen und mittelfristige Trends. Der mit Abstand wichtigste Trend ist die Regionalität der Biere. Dies wird, so vermuten die Experten, genauso wie die Aspekte Qualität, Geschmack und Gesundheit auch zukünftig Bestand haben: Neben dem vom Schweizer Duttweiler-Institut ausgewiesenen „Megatrend Science“ heißt das dann „Megatrend Romance“, unter dem Regionalität, handwerkliche Herstellung und anderes zusammengefasst werden.

Welchen Namen das Kind auch hat, unseren jungen Brauer/innen und Mälzer/innen aus München und von anderen Brauerschulen kann man nur gratulieren: Sie haben sich nicht nur einen schönen, interessanten und vielseitigen, sondern offensichtlich auch zukunftsträchtigen Beruf ausgesucht.

Größtmögliche Individualität in der Ausführung, Integration des Kunden in die Produktgestaltung, hohe Flexibilität in der Produktion und natürlich alles komplett automatisiert. Ist das überhaupt möglich „Ja“, hieß es nach dreijähriger Forschungsarbeit. Im Dezember 2018 wurde in Weihenstephan die Demonstrationsanlage in Betrieb genommen. Die heutige BRAUWELT-Ausgabe widmet sich diesem Thema ausgiebig: Zu Wort kommen die Forscher, die Anlagenbauer und Zulieferer sowie auch die Bayerische Staatsbrauerei Weihenstephan, die die Brauerei-Seite vertrat.

Das Konzept – Wir starten mit einem Interview mit Christoph Neugrodda, der am Lehrstuhl für Brau- und Getränketechnologie in Weihenstephan (wo die Anlage auch steht) maßgeblich betei-ligt war. Er erläutert uns ab Seite 556, was RoboFill 4.0 eigentlich ist, wie es zu dem Projekt kam und was in Weihenstephan konkret entstanden ist. Die Bayerische Staatsbrauerei Weihenstephan schließt daran mit ihrem Beitrag, die Anforderungen des Kundenportals zu definieren, ab
Seite 558 an.

Dann wird′s technisch –Im Anschluss stellen alle beteiligten Firmen ihren Beitrag zum Projekt vor. Viele Herausforderungen waren zu bewältigen, für die eigene Lösungen her mussten. So zum Beispiel beim Digitaldruck direkt auf Glas (S. 560) oder im Nassbereich, wo spezielle Abfüllmodule entwickelt werden mussten (S. 562), was Dekron bzw. die Krones AG übernahmen. Yaskawa beteiligte sich mit zwei passenden Robotern (S. 564), für die die Zimmer GmbH besondere Elektro-Greiferzangen entwickelt hat (S. 566). Das Prozessleitsystem war die Aufgabe der Proleit AG (S. 576). Für die höchst individuelle Abfüllung (Losgröße 1!) wurde von der Firma Beckhoff ein neues Transportsystem entwickelt (S. 568). Um die Vielzahl an Individualisierungsmöglichkeiten in der automatisierten Produktion überhaupt umsetzen zu können, kam ein Multiagentensystem der Firma infoteam Software zum Einsatz (S. 570), und Benedikt Marschall, Lehrstuhl für Lebensmittelverpackungstechnik, erklärt ab Seite 573, wie die Produktionssteuerung und die Auftragsverwaltung funktionieren. Die Siemens AG kümmerte sich um das Security-Konzept
(S. 578), und den Abschluss bildet der Beitrag von Lucas Kiefer vom Fraunhofer Institut in  Augsburg zur flexiblen Vernetzung der cyber-physischen Abfüllanlage (S. 579).
Das genau ist RoboFill 4.0 – ein wissenschaftlicher Meilenstein in der Abfüllung.

Gute Nachrichten für die Brauwirtschaft, und für die deutsche ganz besonders: Die Wertschätzung für Bier ist seitens der Verbraucher seit 2016 deutlich gestiegen. Zu diesem Ergebnis kommt eine von den Brewers of Europe in Auftrag gegebene Studie des international tätigen Reputation Institute.

Mehr Selbstbewusstsein – Seit 2016 werden Verbraucher aus 29 europäischen Staaten jährlich zu ihrer Sichtweise über Bier und Brauwirtschaft befragt. Ob es nun am Jubiläumsjahr 2016 und der positiven Berichterstattung oder am Craft Bier-Boom liegt, ist nicht klar. Und auch vollkommen egal. Was zählt, ist die positive Wahrnehmung von Produkt und Branche, wie Marc-Oliver Huhnholz, DBB, Berlin, zeigt. Bier hat gegenüber Wein stark aufgeholt. Aber beim Thema Kommunikation haben die Brauereien laut Aussage der Experten noch Nachholbedarf. Hier dürfen die Unternehmen mehr Selbstbewusstsein an den Tag legen. Themen gäbe es reichlich... (S. 474).

Markenbotschafter – Apropos tue Gutes und rede darüber: Die Staatsbrauerei Weihenstephan hat einen Markenbotschafter etabliert, der das Markenbild der traditionsreichen Brauerei effizienter nach außen transportieren soll. Ein gutes Beispiel für modernes Marketing, das technologisches plus Marketing-Wissen erfordert. Im Interview mit Export Director Marcus Englet und dem Markenbotschafter Matthias Ebner klären wir auf, wie dieser „Job mit Coolness-Faktor“ aussieht (S. 478).

Umsetzungskontrolle – Wer viel in seine Außenwirkung investiert, möchte, dass die Maßnahmen ankommen – vor allem am POS. Alles selbst zu kontrollieren, ist jedoch illusorisch. Hier kann Crowdworking helfen, wie wir am Beispiel der Brauerei Schneider Weisse ab Seite 482 zeigen. Anfängliche Skepsis bei den kontrollierten Händlern ist einem Umdenken gewichen, sagt Vertriebsleiterin Susanne Hecht. Jetzt profitieren alle davon, von der Brauerei bis zum Kunden.

Einsatzerweiterung – am Schluss wird′s doch nochmal technisch: Der Schutz von Ressourcen und hier vor allem von Wasser ist auch ein Thema, mit dem sich beim Verbraucher punkten lässt. Ein Gemeinschaftsprojekt von TU Berlin und Hochschule Mannheim nutzt das in anderen Branchen bereits bewährte Verfahren der Gefrierkristallisation für die Aufbereitung verschiedener Wasserqualitäten für den Einsatz in der Getränkebranche (S. 487). Da werden die Umfragewerte beim nächsten Mal sicher noch besser …

Dieses Kult-Zitat aus der legendären Pressekonferenz des ehemaligen FC Bayern-Trainers Giovanni Trappatoni drängt sich förmlich auf, wenn man etwas über die aktuellen Probleme der Leergut-Supply Chain schreiben will – so desaströs ist die Lage. Die BRAUWELT hat sich die lebendige Diskussion beim Logicircle im November 2018 auf der BrauBeviale zum Anlass genommen, dem Thema Leergut ein ganzes Heft zu widmen.

Wege aus der Krise – Zu Beginn wagen wir uns an eine Bestandsaufnahme und haben wichtige Player der Branche zu ihrer Sicht auf die Dinge befragt (S. 426). So unterschiedlich die Positionen auch sind, einig waren sich die Befragten darin, dass die Digitalisierung den vielversprechendsten Weg aus der aktuellen Krise des Mehrwegsystems darstellt.

Wie kann Digitalisierung helfen – Welche Möglichkeiten die schöne neue Welt der Clouds und Block Chains bereithält, zeigen das Interview mit Logipack-Geschäftsführer Torsten Hiller (S. 433) und der Artikel „Digitale Poolsteuerungssoftware“ von Karsten Becker, FIS iLog (S. 435).

Welche Datenstandards müssen her – Bevor sich Hersteller, GFGH und Handel in der Cloud austauschen können, müssen allerdings erst einmal Datenstandards erarbeitet werden – denn bisher verwendet jede Brauerei unternehmensindividuelle Artikelnummern für eigentlich einheitliche Pfandartikel. Hier sollte dringend Ordnung geschaffen werden … Dieser Aufgabe hat sich die VLB Berlin mit ihrer Initiative „Road Map zur Digitalisierung“ gewidmet (S. 441).

Was gibt es noch zu tun – Fasst man den Blick etwas weiter, wird klar, dass auch Marketing- und Personalabteilungen etwas tun können, um dem Leergutwahnsinn gegenzusteuern. Peter Meyer, BeveragetoBusiness, zeigt, dass intelligentes Marketing heute auch die Leerflasche im Blick haben sollte (S. 449) und Jochen Eschborn, ELVIS AG, legt beim Thema Fachkräftemangel den Finger in die Wunde der Logistikbranche (S. 446).

Gemeinsam muss die Branche also einige Hausaufgaben machen. Am Ende steht dabei hoffentlich kein wutentbranntes „Ich habe fertig!“, sondern ein „Yes, we can!“.

Eine willkommene Mischung aus Forschungsergebnissen, Neuentwicklungen von Firmen und Erfahrungen aus der Beratungspraxis – das ist das Erfolgsrezept des Forschungszentrums Weihenstephan für Brau- und Lebensmittelqualität in puncto Seminarangebot. So auch beim diesjährigen 7. Seminar für Hefe und Mikrobiologie Mitte März in Weihenstephan (S. 377). Gut versorgt mit Tipps und Tricks zur beruflichen Praxis gingen die Teilnehmer nach zwei Tagen heim.

„Es lohnt ein Blick ins Mollier-Diagramm …“ – Es war sicher nicht das Lieblingsthema im Studium. Wer sich aber gefragt hat, wozu man das Mollier-Diagramm in der Praxis braucht – oder das vergessen hat –, wird spätestens im Beitrag von Karl Weigt, bmt, Augsburg, aufgeklärt. Der erfahrene Mälzer sieht viel Optimierungspotenzial beim Mälzen, und zeigt an typischen Praxisbeispielen, wann der Blick ins Mollier-Diagramm vor Irrtümern schützt und so Geld spart (S. 387).

Systematische Fehlersuche – Die Zapfanlage mit Durchlaufkühler ist ein beliebtes Gerät, um schnell und sicher für gefüllte Biergläser zu sorgen. Wenn alles – im wahrsten Sinne des Wortes – gut läuft. Aber wehe, wenn nicht. Meistens sind es einfache, schnell zu behebende Probleme – sofern man weiß, wo man suchen muss. Dr. Johannes Tippmann, Haag an der Amper, erklärt die wichtigsten Aspekte, räumt mit falschen Annahmen auf und verrät Lösungen für die häufigsten Fehler (S. 404).

Hausaufgaben – Frisches Bier – ein Slogan aus den 1970er-Jahren, der heute wichtiger denn je ist, sagt Dr. Michael Zepf, Doemens, Gräfelfing. Er wundert sich, wie wenig Kenntnis über den Zusammenhang von Frische und Qualität herrscht. Problem1: Verbraucher beurteilen die Qualität in dem Moment, in dem sie die Flasche öffnen und nicht bei der Endkontrolle in der Brauerei. Problem 2: Nachlassende Drinkability wird selten moniert, aber mit Nicht-Kauf quittiert. Das Bewusstsein, dass Bier als Frischeprodukt durchgängig gekühlt werden muss, wäre die Lösung. Eine Hausaufgabe für Brauereien, sagt Dr. Zepf (S. 408).

Absurder Einfallsreichtum – Die Namensgebung für Bier treibt kuriose Blüten. Zu viele Kategorien und vor allem Biernamen, die in den USA, wie auch bei uns mitunter eher künstlerischen Wert haben, als dass sie den Verbraucher über den Inhalt aufklären: Ob das alles sein muss, hat sich unser Autor Horst Dornbusch gefragt und sich zu einem Kommentar hinreißen lassen … ab Seite 385.

Eigentlich war es das 120. Gründungsjubiläum des Bundesverbandes des Getränkefachgroßhandels, das Ende Februar in Bonn gefeiert wurde. Letztendlich stand jedoch der Abschied von Günther Guder als Geschäftsführendem Vorstand im Mittelpunkt, der nach 23 Jahren an Dirk Reinsberg übergibt. Das Besondere an Günther Guder, so war immer wieder zu hören, war seine Fähigkeit, die Beteiligten zusammenzubringen und trotz gegensätzlicher Standpunkte im Gespräch zu bleiben. Er sei ein Beleg für gelebte Partnerschaft. Was sonst noch in Bonn geschah, ab Seite 337 …

Dem Craft Bier verpflichtet – Anfang April trifft sich die weltweite Craft Bier-Szene in Denver, Colorado, USA, zur diesjährigen Craft Brewers Conference. Auch wenn die Szene dort seit vielen Jahren einen phänomenalen, erst jetzt langsam abflachenden Aufstieg verzeichnet, ist der Markt dort heiß umkämpft. Bob Pease, Präsident und CEO der Brewers Association (BA), beschreibt exklusiv für BRAUWELT ab Seite 344 die Rolle der BA als Partner der Craft Brewer, die aktuellen Entwicklungen in der amerikanischen Craft Bier-Szene und vor welchen Herausforderungen der Markt steht.

Gegenbesuch – 2018 besuchten im Rahmen einer Summer School Studierende der Virginia Tech, USA, für drei Wochen die TU München in Weihenstephan, um Brauwesen und Brauwissenschaft aus der Weihenstephaner Perspektive zu erleben. Und umgekehrt: Ab Seite 352 berichten sieben Weihenstephaner Studierende, was sie bei ihrem Gegenbesuch an der Virginia Tech in puncto US-Biergeschichte und wilde Biertrends erlebten.

Apropos Brauwissenschaft: Ende Februar fand in Weihenstephan das 52. Technologische Seminar statt. Drei Tage konnten sich die 170 Teilnehmer über den Stand der Brauwissenschaft am Lehrstuhl für Brau- und Getränketechnologie informieren. Ein wahres Feuerwerk an Forschungsthemen: von der Vielzahl der Malzpeptidasen über das Potential von Mischfermentationen bis hin zur Digitalisierung der Bierherstellung. Wer nicht selbst vor Ort war, erfährt ab Seite 356 das Wichtigste.

Reisen bildet, sagt man. Und Reisen nach Weihenstephan bildet in Sachen Braukunst, aber nicht nur dorthin führen uns die Beiträge der heutigen BRAUWELT, auch wenn wir dort beginnen wollen.

Brauen an seinem Ursprungsort erleben – Das ist nicht nur der Titel eines Workshops, der in Weihenstephan angeboten wird, sondern passt auch als Motto für die Teilnehmer am 52. Technologischen Seminar. Viele haben dort studiert und nutzen die Gelegenheit, um zur Alma Mater zurückzukehren, alte Bekanntschaften zu pflegen und die neusten Erkenntnisse aus der Brauereiforschung am Wissenschaftszentrum Weihenstephan zu hören. Prof. Th. Becker hält zu Beginn traditionell einen Übersichtsvortrag zu den Entwicklungen an der TU München, am WZW und am Lehrstuhl für Brau- und Getränketechnologie sowie zu den aktuellen Forschungsthemen (S. 293).

Hopfenforschung in Ost und West – Wir wollen den Blick aber weiten und schauen auf aktuelle Forschung aus Japan. Dort hat sich Dr. Kiyoshi Takoi, Sapporo Breweries, Shizuoka, mit der Frage beschäftigt, ob sich neben Linalool nicht auch Geraniol als Schlüsselparameter und damit zur Klassifizierung von Hopfen heranziehen lässt. Seine wissenschaftlichen Arbeiten hat er für uns ab Seite 299 zusammengefasst. – Einen eher praktischen Ansatz verfolgt John Lenzini, Schilling Beer, Littleton, New Hampshire, USA, mit der Frage, wie sich die sensorische Bewertung der Bittere bei New England IPAs besser gestalten lässt. Die klassischen IBUs funktionieren bei diesen und anderen hopfengestopften Bierstilen nicht. Seine auch Craft-Brauer-tauglichen Ideen verrät er uns ab Seite 306.

Ein prüfender Blick lohnt sich derzeit beim Bezug von Neuglas ganz besonders. Darauf weist Achim Nieroda, Deutscher Brauer-Bund, in seinem Beitrag ab Seite 321 hin. Verlockend sind preisgünstige Angebote über scheinbare Poolflaschen, aber entsprechen sie auch den Vorgaben der Fertigpackungsverordnung? Nieroda fürchtet um die Akzeptanz der bewährten Füllmengen-Messschablonen durch die Behörden, wenn im Poolsystem zunehmend „Kopien“ auftauchen.

Damals und heute – Selten hat eine Gesetzesnovelle die Branche so umgetrieben wie Anfang 2003 die neue Verpackungsverordnung mit der Einführung des als „Dosenpfand“ bekannten Einwegpfands. Eine hoch- emotionale Debatte beherrscht bis heute die Diskussion zur Nachhaltigkeit von Einweg versus Mehrweg. Seit 2003 hat sich so einiges verändert: die Produktionsweise der Dose oder auch das Konsumverhalten der Menschen. Daher wollen wir in einem Interview mit Claudia Bierth, Ball Beverage Packaging Europe, das Thema nochmal aufgreifen. Mehr hierzu ab Seite 318.

„Solche Treffen schaffen Klarheit.“ Das sagte Walter König in seiner Funktion als Geschäftsführer der Braugerstengemeinschaft und Schirmherr über das 16. Rohstoffseminar, das Ende Februar 2019 in Freising-Weihenstephan stattfand. Seminare wie dieses förderten den Austausch von Forschungsergebnissen und praktischen Erfahrungen. Sie liefern die wissenschaftliche Basis für Diskussionen mit der Politik oder der Öffentlichkeit. Es ist wichtig, dass die Branche sich trifft und ihre Kompetenzen bündelt. Was dieses Jahr besprochen wurde, lesen Sie ab Seite 253.

Von der Einkaufsgemeinschaft zum Werteverbund – Kräfte bündeln und Dinge weiterentwickeln ist auch ein passendes Motto für das 50. Jubiläum der Freien Brauer. 1969 als Deutsche Brau-Kooperation, einem Einkaufszusammenschluss mehrerer familiengeführter Brauereien, gegründet, hat sich die Vereinigung über die Jahre zum Werteverbund Die Freien Brauer weiterentwickelt. Wir schauen ab Seite 258 auf „50 bewegte Jahre einer starken Gemeinschaft“, beleuchten ab Seite 261 die sieben Säulen des Werteverbundes und sprechen mit Axel Stauder, seit 2017 Präsident der Freien Brauer, über die Entwicklung der Braubranche, die Bedeutung von Partnerschaften für den Werteverbund und was genau für die Feier Mitte März geplant ist (S. 263).

Jagdgemeinschaft – Was bei den Braugersten- und Hopfenexperten eine Selbstverständlichkeit ist, entwickelt sich in Sachen Hefe gerade erst: Im Oktober 2018 fand in Argentinien der „1. International Workshop on Brewing Yeast“ statt. Der Weihenstephaner Hefejäger Dr. Mathias Hutzler berichtet ab Seite 269, was die internationale Hefeforscherschaft „im Lande von Saccharomyces eubayanus“ zusammengetragen hat. Welche starken Typen Dr. Hutzler bei seiner eigenen Hefejagd in tiefen Kellern, alten Bierflaschen und an knorrigen Baumrinden gefunden und für brautauglich befunden hat, das durfte ich vor einigen Wochen in einer ganz besonderen Verkostung entdecken (S. 266).

Starke Nerven brauchen eher diejenigen, die sich mit der Frage beschäftigen, was sie aufs Etikett einer Bierflasche schreiben dürfen. Es gibt nämlich neue Gerichtsurteile zu Herkunftsangaben auf dem Etikett. Und es wird keineswegs einfacher. Jüngere Urteile belegen den schmalen Grat des Zulässigen, sodass bei der Verwendung geografischer Herkunftsangaben viel Sorgfalt nötig ist, sagt Matthias Nadolski, Deutscher Brauer-Bund. Ab Seite 273 zeigt er, welche Herausforderungen sich für Brauereien ergeben.

Will man Veränderungen anstoßen, braucht es neue Impulse, denn nichts ist schwerer zu überwinden als ein „Haben wir immer schon so gemacht“ … Doch wo holt man sich solche Impulse?

Im Austausch – Gleich zwei Branchenveranstaltungen trugen Ende Januar das Wort Impuls im Titel. Die Doemens Impulse im bayerischen Planegg und die Getränke Impuls Tage im österreichischen Leogang. In Planegg stand das Thema „Qualität“ im Fokus. Ab Seite 209 lesen Sie, welche Impulse vom Doemens-Seminar ausgingen. Bei den Getränke Impuls Tagen gingen die Teilnehmer der Frage nach, wie man sich in der Getränkebranche auf die digitale Zukunft einstellen soll. Dass es sich bei dem Veranstaltungskonzept von Netzwerker Dieter Klenk nicht um ein klassisches „Frontalunterricht“-Seminar handelt, zeigt folgendes Zitat recht deutlich: „Digitalisierung ist wie Alkoholismus: Das Ende ist desaströs, aber der Weg dorthin kann ganz geil sein“. Ab Seite 236 lesen Sie mehr über die unkonventionelle Impulsgabe aus Leogang.

Im Internet – Damit ein Webshop digitale Impulse für das Brauereigeschäft liefern kann, muss er richtig konzipiert sein. Am Anfang steht dabei die Frage: An wen richtet er sich eigentlich? Worauf es bei B2B- und B2C-Webshops ankommt, erklären Dr. Matthias Reindl und Thomas Kemmer, CSB-System AG NL Süd, ab Seite 230.

Im Ausland – Für deutsche Privatbrauereien wird der Export zum dritten strategischen Standbein neben Gastronomie und Handel, davon sind John Albert Eke und Thomas Fiedler, Exxent Consulting GmbH, überzeugt. Ein Blick auf das Geschäftsmodell und die Erfolgsfaktoren des Smart Export bringt motivierende Erkenntnisse für die Braubranche.

Aus der Vergangenheit – Veränderung und Vergangenheit sind eigentlich zwei Begriffe, die sich ausschließen. Schließlich will man beim Thema Zukunft nicht zurückschauen. Dass sich der Blick in den Rückspiegel in manchen Bereichen durchaus lohnen kann, zeigt der Artikel von Dr. Christina Bantle, Hochschule für Nachhaltige Entwicklung, Eberswalde, der sich mit dem Marktpotenzial von Bieren mit historischen Braugersten beschäftigt – und dabei v. a. die Erwartungen der Verbraucher thematisiert (S. 216).

Es gibt viele verschiedene Quellen für neue Impulse, im nächsten Schritt muss man dann herausfinden, was zu einem passt. Viel Erfolg dabei!

Wenn Sie jetzt ein paar Seiten weiterblättern, wird es Ihnen sicherlich ähnlich ergehen wie mir: Ich war von einigen Entwicklungen der letzten Tage und Wochen doch überrascht. Aber lesen Sie selbst …

Zweifelhaftes – Da äußern sich Bayerischer Brauerbund und Verband Deutscher Mineralbrunnen zu einem Beitrag aus dem „Inside“, in dem es – ich formuliere es vorsichtig – um „Schwierigkeiten bei der Verwendung von Grünglas“ geht. Die Stellungnahmen der Verbände zu den Aussagen im Bericht finden Sie gleich auf Seite 173.

Studienende – Überraschend auch das Aus für den Dualen Studiengang an der HSWT in Weihenstephan: Eine tolle Idee für die Kombination von beruflicher Ausbildung und Studium in der Braubranche, die leider aus verschiedenen Gründen gescheitert ist. Aufwändig in der Koordination, zeitlich wie inhaltlich äußerst anspruchsvoll für die „Azudenten“ und deren begrenzte zeitliche Verfügbarkeit in den Brauereien – das war am Ende dann doch zu viel (S. 173). Schade! Immerhin läuft der normale Studiengang der HSWT sehr erfolgreich weiter.

Überraschende Wendung – Vor 40 Jahren kam das erste alkoholfreie Bier auf den Markt. Die Älteren von uns erinnern sich bestimmt noch gut: Was für eine Innovation! Dann wurde es aber auch wieder ruhig um das „Autofahrer-Bier“, und niemand hätte seinerzeit viel darauf verwettet, dass sich alkoholfreies Bier dank überarbeitetem Rezept, verbesserter Technologie und neuem Image als gesundem Durstlöscher zum modernen Lifestyle-Getränk mausert. Detailliertes Zahlenwerk hierzu gibt's im letzten Beitrag „Vom Stotterstart zur Speedfahrt“ des kürzlich verstorbenen Dr. Kai Kelch und seiner Tochter Christiane Hohmann auf Seite 177.

Turbulenzen bei der Schaumparty – Immer wieder kommt es vor, dass trotz scheinbar korrekt eingestellter Schankanlage das Einschenken von Bier zur Schaumparty gerät und das Zapfpersonal zur Verzweiflung treibt. Das muss nicht sein, sagt Dr. Johannes Tippmann, Haag an der Amper. Ab Seite 187 erläutert er anschaulich, was über Sättigungsdruck und Temperatur hinaus wichtig ist, wann Turbulenzen beim Zapfprozess entstehen und wie man mit dem Problem umgehen muss, damit diese Form von Schaumparty sicher ausbleibt.

Der kürzeste Monat des Jahres und einer der etwas ruhigeren. Jetzt heißt es noch einmal tief Luft holen, bevor es dann Ende Februar endgültig richtig losgeht – dann, wenn sich die Brauer in Weihenstephan zum Rohstoff- und Technologischen Seminar treffen. Aber das Jahr 2019 hat auch jetzt schon wieder einiges gesehen: stolze Jubiläen, laute Schlagzeilen, stetige Veränderungen und traurige Verluste.

Rekordverdächtiges Jubiläum – Den Auftakt für die Seminarsaison in Weihenstephan bildet das Expertentreffen Getränkeschankanlagen. In diesem Jahr sogar schon zum 30. Mal, mit einem neuen Teilnehmerrekord und unter neuer Führung. Roman Werner hat die Organisation des Expertentreffens von Dr. Johannes Tippmann übernommen und berichtet uns von seinem „ersten“ Expertentreffen auf Seite 129.

Trauriger Verlust – Auf derselben Seite erfahren Sie auch – falls Sie es nicht schon längst gehört haben – vom ersten großen Verlust dieses Jahres. Im Alter von stolzen 95 Jahren ist am 15. Januar 2019 unser langjähriger Autor Dr. Kai Kelch verstorben. Nach einem langen und abwechslungsreichen Leben verliert die Getränkebranche nun einen unermüdlichen Beobachter und eine echte Kapazität der Marktforschung.

Laute Schlagzeilen – Eine sehr viel jüngere Person war in diesem jungen Jahr kaum zu übersehen. Die 16-jährige Klima-Aktivistin Greta Thunberg aus Schweden füllt die Schlagzeilen und Titelseiten mit ihrem lauten Rufen nach Einhaltung der Klimaziele. Ein Rufen, in das auch die Brauer einstimmen sollten. Denn wie Dr. Adrian Forster in seinem Artikel ab Seite 138 zeigt, reagiert auch der Hopfen und besonders der Aromahopfen empfindlich auf den Klimawandel bzw. die steigenden Durchschnittstemperaturen.

Stetige Veränderung – Ja, es stimmt schon, nichts ist beständiger als der Wandel – ob nun im Großen oder im Kleinen. Auch die Redaktion der BRAUWELT bleibt davon nicht verschont. Nach nun über fünf spannenden Jahren als Redakteur der BRAUWELT, und noch nicht ganz so lange auch als verantwortlicher Redakteur von www.gradplato.com, werde ich zum 15. Februar meinen Platz in der Redaktion an meinen Nachfolger weitergeben. Der ist zum Glück schon gefunden: Mit Dr. Christian Dekant übernimmt ebenfalls wieder ein Weihenstephaner Diplom-Braumeister. Ihm wünsche ich an dieser Stelle alles Gute und eine mindestens ebenso spannende und unterhaltsame Zeit in der Brau- und Getränkebranche wie ich sie hatte. Mein großer Dank geht an alle Kolleginnen und Kollegen, Autorinnen und Autoren, Geschäftspartnerinnen und -partner, die ich über die Jahre kennen und schätzen lernen durfte.

Dieser Satz von Mark Twain hat sicher nicht nur für die private Urlaubsplanung und wissenschaftliche Forschungsreisen seine Gültigkeit, sondern auch für Unternehmen, die sich neue Märkte erschließen wollen. Eines hat sich jedenfalls durch fast alle Vorträge des Export Forums German Beverages am 12. November 2018 gezogen: die Erkenntnis, dass man sich unbedingt selbst vor Ort ein Bild machen sollte, wenn man im Export erfolgreich sein will.

Korea erkunden – Das haben einige Brauer zu Jahresbeginn gleich in die Tat umgesetzt. Gemeinsam mit Organisator Peter Meyer, c.t.b. Werbeagentur GmbH, Berlin, erkundeten sie beim German Korean Beverage to Business Buyers‘ Meeting in Seoul den südkoreanischen Biermarkt und knüpften erste Kontakte mit Importeuren. Auf Seite 89 lesen Sie, was die deutschen Brauer im Land der Morgenstille erwartete.

Japan entdecken – Dass es neben China noch andere asiatische Märkte gibt, die vielleicht sogar interessanter sein können, wurde auf dem Export Forum German Beverages ebenfalls deutlich. Neben Südkorea und Vietnam stand Japan im Fokus. In ihrem Vortrag berichtete Tomoko Morimoto über die Besonderheiten des Getränkemarkts in ihrem Heimatland. Ab Seite 99 erklärt sie Ihnen, was die Japaner gerne trinken und was man beachten sollte, um auf dem japanischen Markt Erfolg zu haben.

Russland verstehen – Damit es kein rein asiatisches Heft wird und neben der ersten Markterkundung ganz praktische Dinge wie Geschäftspartnerprüfung und Zollabwicklung thematisiert werden, haben wir Sven-Boris Brunner, Exportwirtschaft ICS GmbH, Frankfurt/Main, gebeten, den schwierigen russischen Markt zu beleuchten. Ab Seite 102 bringt er Licht in die komplexen Zollprozeduren, die die größten Herausforderungen für Exporteure darstellen, und erklärt, warum Russland trotz der Sanktionen ein lohnender Exportmarkt sein kann.

Die Weltwirtschaft im Blick – Die Beispiele Russland, USA, der Mittlere Osten oder Brasilien zeigen, dass man als Brauer die Weltwirtschaft im Blick haben sollte, wenn man im Exportgeschäft unterwegs ist.

Dr. Thomas Langen, Atradius Kreditversicherung, Köln, beschreibt ab Seite 96, welche Chancen und Risiken die immer stärker vernetzte Wirtschaft birgt und wie man darauf reagieren kann.

Vielleicht genügt es fürs Erste, unser Schwerpunktheft Export zu lesen, um etwas mehr über das Thema zu lernen – danach lohnt es sich aber auf jeden Fall, die Koffer zu packen …

Zugegeben, der Blick in die Glaskugel bleibt mir verwehrt, so schön das gerade zu Jahresbeginn auch wäre. Aber es zeichnen sich bereits einige Themenfelder und Entwicklungen ab, die 2019 sicher spannend werden.

Technologie von morgen – Einen Vorgeschmack auf die aktuellen Themen des Jahres 2019 im Bereich Flaschenkeller gab das 25. Flaschenkellerseminar in Weihenstephan. Zum Jubiläum des Seminars gab es ein ganz besonderes Highlight: Die Demonstrationsanlage Robofill 4.0 wurde pünktlich zum Seminar am Lehrstuhl für Brau- und Getränketechnologie in Betrieb genommen und konnte besichtigt werden. Mehr zum Seminar ab Seite 49.

Verband im Wandel – Zur BrauBeviale im vergangenen November hatte sich Georg Rittmayer, Hallerndorf, als neuer Präsident der Privaten Brauereien präsentiert. Als ich kurze Zeit später zum Interviewtermin nach Hallerndorf fuhr, gab es gleich eine Überraschung bzw. einen Überraschungsgast: Neben Georg Rittmayer stellte sich auch der designierte neue Hauptgeschäftsführer Stefan Stang meinen Fragen. Im Interview mit BRAUWELT erfahren Sie, welche Themen sich die beiden „Neuen“ als Erstes vornehmen wollen. Rittmayer und Stang sind voller Tatendrang, wie ab Seite 71 selbst sehen können.

Forschung für die Branche – In diesem Jahr stehen auch wieder zahlreiche Kongresse im In- und Ausland an. Zu den größeren Veranstaltungen im näheren Ausland 2019 gehört neben dem EBC-Kongress Anfang Juni in Antwerpen (worauf wir in Kürze zu sprechen kommen) auch die Tagung des Internationalen Hopfenbaubüros. Die letzte Tagung 2017 im österreichischen Mühlviertel habe ich als höchst interessante, international besetzte und wohlorganisierte Veranstaltung erlebt. Im Juli 2019 gibt’s eine Neuauflage im Elsass und Details für alle Hop Heads ab Seite 65.

„Die Zukunft der großen Marken“ – Mit diesem Titel gewährt uns Dr. Ina Verstl ab Seite 55 einen Einblick in den US-Biermarkt. Craft Bier ist weiter im Aufschwung, während die Großen kein Mittel gegen den Absatzrückgang ihrer Marken finden. Was machen sie falsch? Ina Verstl betrachtet die Erwartungen und das Konsumverhalten einer sich ändernden Gesellschaft und zeigt, dass man mit der Devise „Erst kommt das Bier, das Geld kommt später“ schon auf dem richtigen Weg ist.

So, der Jahreswechsel ist geschafft. Es geht wieder los. In das BRAUWELT-Jahr 2019 starten wir mit unserem Themenschwerpunkt Wasser und Energie. Diese wichtigen Themen sollen nicht zu kurz kommen, bieten sie doch einiges an Einspar- und Optimierungspotenzial.

Flexibel bleiben – Gleich unser erster Beitrag beleuchtet ein von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt gefördertes Projekt, bei dem es um den effizienteren Betrieb von Anlagen im Bereich der Medienversorgung geht. Am Beispiel der Brau- und Betriebswasser-Aufbereitung mit einer Umkehrosmoseanlage erklärt das Autorenteam der VLB, Firma Euwa und Hochschule Fulda ab Seite 10, wie sich durch die Verknüpfung der Wasserbedarfsprognose mit einem flexiblen Betrieb der Umkehrosmose erhebliche Wasser- und Energieeinsparungen realisieren lassen.

Verluste senken – Das gängige Verfahren zur Entgasung von Kesselspeisewasser ist das Auskochen der schädlichen Gase, was aber systembedingt zu Verlusten bei der Dampfleistung des Kessels führt. Das muss nicht sein, wie Dr. Georg Schu, ESI, Hallbergmoos, ab Seite 14 zeigt. Er stellt ein Verfahren vor, bei dem sich mit überschaubarem Aufwand die Brüdenverluste um 95 Prozent senken lassen.

Hefe züchten – Nach den Hopfenforschern rücken jetzt auch die Hefewissenschaftler ins Rampenlicht. Ihr Ziel: neue Bieraromen! Im Laufe des Jahres werden wir sowohl in der BrewingScience als auch in der BRAUWELT das Neuste zum Thema Hefe in Specials publizieren. Aber dazu später … Heute erläutern die Autoren im abschließenden 3. Teil von „Neue Hefen, neue Biere: GVO-freie Hefetechnologien für neue Bieraromen“ (S. 17) GVO-freie Verfahren, mit denen Bierhefen für weitere innovative Aromaausprägungen gezüchtet werden können. Das Wissen ist da, die Brauer müssen es nur nutzen, so ihr Fazit.

„Soll man Kalorien aufs Bier schreiben?“ fragen Holger Eichele, Deutscher Brauer-Bund, und Roland Demleitner, Verband Private Brauereien Deutschland, in ihrem gemeinsamen Beitrag ab Seite 34. Auch wenn deutsche Brauereien beim Zutatenverzeichnis keinen Nachholbedarf haben, so wäre die Nährwertangabe auf dem Etikett ein sinnvoller Schritt zu besserer Verbraucherinformation, mehr Transparenz und einer weiteren Steigerung des Images von Bier. Zudem gibt es gute Gründe, die dafürsprechen. So überschätzen die meisten Verbraucher den Kaloriengehalt von Bier kräftig. Bierbauch-Image, ade?

Das wäre wirklich mal was Neues.

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