Handelsstandort Neue Länder -- Stadtzentren mit Flair, leistungsfähigen Großbetrieben, einem vielfältigen Fachhandel, Freizeit- und Dienstleistungsangeboten, so lassen sich die Erwartungen ostdeutscher Verbraucher vin ihren innenstädten auf einen Nenner bringen. Zu diesem Ergebnis kommt eine von der GfK Marktforschung durchgeführte Querschnittsanalyse von Standort- und Marktgutachten in Mittel- und Kleinstädten zwischen Ostsee und Erzgebirge. Unmittelbar nach der Grenzöffnung verfügte der Facheinzelhandel in Städten der ehemaligen DDR nur über rund 30% bis 50% der Verkaufsflächen westdeutscher Städte. Noch gravierender waren die Defizite an großflächigen Einzelhandelsbetrieben. Speziell Verbrauchermärkte und Fachmärkte fehlten fast vollständig..

Reales Minuswachstum im Lebensmittelhandel -- Die Zahl der Lebensmittel-Einzelhandels-Geschäfte ist im letzten Jahr erneut um 2700 zurückgegangen. Dies hat eine Studie der A. C. Nielsen GmbH, Frankfurt, ergeben. Am schlechtesten schnitten erneut die Geschäfte bis zu 400 m2 Verkaufsfläche ab, ihre Zahl ging auf 66 000 zurück. Stabil dagegen blieben die Supermärkte mit rund 4900 Geschäften: diese Entwicklung wird nach Ansicht der Marktforscher vom Osten Deutschlands beeinflußt, wo viele der kleinen Geschäfte unter 400 m2 durch Aus- und Umbau in die Kategorie der Supermärkte hineingewachsen sind. Am günstigsten entwickelten sich erneut die Discounter: ihre Zahl erhöhte sich durch etwas mehr als 500 Neueröffnungen auf 6500 Geschäfte..

Analyse- und Strategiekonzepte zur Formulierung von Marketingstrategien -- Vor dem Hintergrund des starken Verdrängungswettbewerbes und der Nachfragestagnation im deutschen Biermarkt stellt sich die Frage, mit welchem Verhalten die Brauerei ihr Marketing durchsetzen kann. Reichte es früher angesichts überschaubarer Marktgegebenheiten und langfristig stabiler Wettbewerbsverhältnisse aus, mit intuitivem Verhalten den Absatz zu steuern und zu gestalten, so wird heute im Zeitalter der Diskontinuitäten in Wissenschaft und Praxis ein Marketing gefordert, das einer bestimmten Strategie folgt. In der nächsten Ausgabe wird sich unser Autor mit Strategiekonzepten zum Aufbau von Wettbewerbsvorteilen beschäftigen.

Trotz der wirschaftlich schlechten Lage und des ungünstigen Wetters hat der Konsum von Sportlergetränken im Jahre 1992 in Europa um weitere 27% auf 2,3 Mio hl zugenommen, eine Steigerung um den Faktor 5 gegenüber 1988. Der Markt hat mittlerweile einen Wert von knapp 1 Mrd DM. Nach einer Studie der Zenith International, Bath/UK, ist dies u.a. auch auf die immensen Werbeanstrengungen zurückzuführen. So wurden allein 1992 rd. 100 Mio DM an Werbung ausgegeben. Hervorragende Spannen haben immer mehr Supermärkte dazu veranlaßt, diesen Getränken entsprechende Regalflächen einzuräumen. Nach dieser Studie, die 79 Marken in 16 Ländern erfaßt sowie einen Umfang von 162 Seiten hat und knappe 3000 DM kostet, wurde Isostar von Sandoz durch Gatorade von Quaker Oats überholt..

Der AfG-Markt in Deutschland -- 270 Teilnehmer aus 25 Nationen trafen sich im Oktober beim Internationalen Heidelberger Fachseminar für die Getränke-Industrie, das seit 1961 im jährlichen Turnus von der Firma Rudolf Wild organisiert wird, um über die Situation der Branche und die Perspektiven der Zukunft zu diskutieren. Wilhelm Reinhardt gab dabei einen Überblick über die Situation der alkoholfreien Getränke-Industrie in Deutschland und zeigte Perspektiven für die weitere Entwicklung auf.

Die Bausteine des Konsums in den 90er Jahren. Thesen zu den neuen Dimensionen des privaten Verbrauchs -- Die Entwicklung des privaten Verbrauchs und der Einzelhandelsumsätze im ersten Halbjahr 1992 war enttäuschend. Allerdings ist die Situation zum Teil nur deshalb unbefriedigend, weil sich der Einkaufstourismus Ost, der während 18 Monaten (bis einschließlich Juli 1991) die Umsätze des westdeutschen Einzelhandels nach oben trieb, 1992 sukzessiv auflöst. Neutralisiert man diesen Effekt, ist die gegenwärtige Flaute im deutschen Einzelhandel mehr auf basistechnische Gründe als auf eine ausgeprägte Kaufzurückhaltung der westdeutschen Konsumenten zurückzuführen.

Personal Identity - eine Modeerscheinung -- Der persönlichen Individualität wird wieder mehr Beachtung beigemessen. Es mehren sich die Anzeichen, daß nach den Jahren der Nivellierung eine zunehmende Anerkennung von Persönlichkeitswerten zu spüren ist. Nach der vollzogenen Automatisierung quer durch alle Büroetagen, scheinen das Wohlbefinden und die Individualität der Firmenbelegschaft an Priorität zu gewinnen. Immer mehr große Unternehmen erweitern ihre Ausbildungsprogramme mit persönlichkeitsfördernden Seminaren. Neben den stets angebotenen Rhetorik-, Dialektik- und verschiedenen Verkaufsschulungen tauchen neuerdings Seminare auf, die sich z. B. mit positivem Denken, Motivation und autogenem Training beschäftigen. Vor allem ganzheitliche Lehrmethoden gewinnen an Raum. Die Kleidung bzw.

Werbebehauptungen bei Lebensmitteln -- Die EG-Kommission hat jetzt ein Arbeitspapier für eine Richtlinie des Rates über den Gebrauch von Werbebehauptungen betreffend Lebensmittel überarbeitet. Dazu teilte der Deutsche Brauer- Bund mit, daß man bei alkoholfreien Bieren von der anfänglichen sog. analytischen Nachweisgrenze abgerückt ist. Im Anhang dieses Arbeitspapieres wird ausgeführt, daß die Werbeaussagen hinsichtlich der Alkoholfreiheit für < 0,1 vol.% (< 05 vol.%) gilt. Der Deutsche Brauer-Bund vertritt nach wie vor die Ansicht, daß der Grenzwert für die Bezeichnung alkoholfrei bei 0,5 vol.% liegen soll . Dabei wird er auch von den Brauerverbänden aus anderen EG- Staaten unterstützt. Für Bier bedeutet dies, daß die Werbung mit weniger Alkohol als .... Die Auslobung weniger Kalorien als.

Gebinde-Statistik in Nordrhein-Westfalen im 1. Halbjahr 1992 -- Der Verband Rheinisch-Westfälischer Brauereien weist in seiner Gebinde-Statistik für das erste Halbjahr 1992 einen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 4,8% gesteigerten Bierausstoß aus. Der Faßbieranteil sank anteilsmäßig um einen knappen halben Prozentpunkt auf 30,0%, stieg aber mengenmäßig um 3,2% auf 4,67 Mio hl. Die prozentualen Verschiebungen innerhalb des Bereiches Faßbier halten sich in Grenzen; allerdings ist eine stetige Entwicklung von ungebräuchlichen Faßgrößen (meist Alu- Bauchfässer) hin zu den Keg-Größen 30 l und 50 l festzustellen. Der Anteil des Tankbieres sank um 20,4% auf 66 400 hl. Insgesamt ist der Markt der Dosengebinde (0,5 l und kleiner) von 1,11 Mio hl im 1. Halbjahr 1991 auf 1,08 Mio hl im 1..

Corona Extra wieder auf dem Markt -- Das exotische Bier aus Mexiko - Corona Extra - , das in der Bundesrepublik und der Schweiz kurzzeitig vom Markt genommen werden mußte, ist ab sofort wieder überall im Handel und in der Gastronomie uneingesschränkt verfügbar, wie Seagram Deutschland- Geschäftsführer Wolfram Heinzerling bei dem Startschuß in Berlin bekanntgab. Bei der Wiedereinführung wurde das Corona Extra in neuer Abfüllung präsentiert, das von Mexikos größter Brauerei Cerveceria Modelo S.A. de C.V. produziert wird. Sowohl in Mexiko als auch in Deutschland wurden eingehende Laboranalysen unabhängiger Institute durchgeführt, z.B. von dem in der Geränkebranche renommierten Institut Fresenius in Taunusstein..

Der Pro-Kopf-Verbrauch an Erfrischungsgetränken ist in Westdeutschland 1991 von 85 l auf 87 l gestiegen. -- Nach der Statistik 1992 des Bundesverbandes der Deutschen Getränke-Industrie e.V., Bonn, lag er in den neuen Bundesländern in beiden Jahren bei 85 l. Im Gegensatz hierzu blieb 1991 das Konsumniveau der Wässer mit 31,5 l und der Fruchtsäfte mit 18,1 l deutlich hinter den Verbrauchswerten in den alten Bundesländern mit 88,8 l bzw. 42,0 l zurück.

Die Zahl der Hersteller von Erfrischungsgetränken und Mineral-, Quell- und Tafelwasser hat von 1988 bis 1990 kontinuierlich abgenommen. Nach der Statistik 1992 des Bundesverbandes der Deutschen Getränke-Industrie e.V., Bonn, gab es 1988 noch 697 Betriebe, 1989 nur noch 673. Im Jahre 1990 ging die Zahl auf 640 zurück.

Die Marktchancen für einheimische Getränke haben sich in Ostdeutschland erheblich verbessert. -- Lt. Angaben im IFO- Schnelldienst 24/92 hat die Bierproduktion im ersten Quartal 1992 in den neuen Bundesländern um 52,9% auf 3,128 Mio hl zugenommen, die Mineralwasserherstellung um 373% auf 41 000 hl, die Erfrischungsgetränkeerzeugung um 177% auf 71 000 hl und die Produktion von Fruchtsäften und Fruchtnektaren um 536% auf 29 000 hl.

Biergenuß aus der Flasche -- Mit den sich ändernden Konsumgewohnheiten haben sich auch die Trinkgewohnheiten vieler Biertrinker geändert. Vor allem bei den jüngeren steht der unkonventionelle Genuß im Vordergrund, das kommunikative Erlebnis wird wichtig, die konsumierte Menge spielt eine untergeordnete Rolle. Das Trinken aus der Flasche, so die Bayreuther Bierbrauerei AG in ihrer jüngsten Pressemitteilung, komme diesem Wunsch entgegen. Allerdings muß die Flasche außergewöhnlich und formschön sein, emotionale Ausstrahlung haben und eine nicht zu große Menge an Bier enthalten. Die Flasche muß gesellschaftsfähig sein, Life-Style demonstrieren, alles Gründe, die wohl mit zum Erfolg des mexikanischen Bieres Corona mit beigetragen haben.B. kalorienarm, alkoholarm, und einen gewissen Pfiff haben.

Ostdeutsche übernehmen westliche Trinkgewohnheiten -- Die ostdeutschen Konsumenten passen sich der Struktur des westdeutschen Getränkeverbrauchs immer mehr an: Sie haben im vergangenen Jahr den Verbrauch insbesondere jener Getränke erhöht, bei denen der Abstand zum Westniveau relativ groß ist (Wein, Sekt, Mineralwasser, Fruchtsäfte, Bohnenkaffee), während sie andererseits den einstmals äußerst hohen Spirituosenkonsum eingeschränkt haben. In den alten Bundesländern expandiert nur noch der Verbrauch an alkoholfreien Getränken in nennenswertem Ausmaß. In den ersten Monaten des laufenden Jahres mußten die westdeutschen Getränkehersteller zum Teil erhebliche Absatzeinbußen hinnehmen, nicht zuletzt deswegen, weil die Getränkeindustrie der neuen Bundesländer wieder an Boden gewinnt.B.B.B.

Die Erfrischungsgetränke liegen mit einem Umsatz von 5,07 Mrd DM an der Spitze aller alkoholfreien Getränke, und zwar vor den Fruchtsäften mit 3,43 Mrd DM und Mineralwasser mit 2,4 Mrd DM. Darauf verweist eine Pressemitteilung des Bundesverbandes der Deutschen Erfrischungsgetränke- Industrie anläßlich einer Bundestagung vom 17. bis 19. 9. 1992 in Berlin. Der Pro-Kopf-Verbrauch an Erfrischungsgetränken ist bei 86,6 l angelangt. Zusammen mit Wasser (77,5 l) und Fruchtsaft (37,0 l) haben die alkoholfreien Getränke (201,1 l) den Bierkonsum mit 142,7 l inzwischen hinter sich gelassen.

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