Man macht uns vielerorts glauben, das Ende der klassischen Mikrobiologie sei bereits eingetreten oder stünde unmittelbar bevor. Der konventionelle Mikrobiologe und Hygieniker sei also ein Auslaufmodell kurz vor den Friedhofstüren. Lesen Sie eine Betrachtung zu den klassischen und gängigen mikrobiologischen Abläufen im Labor und zu deren Praktikabilität. Denn in den klassischen Befunden steckt sehr viel mehr drin, als ein flüchtiger Blick vermuten lassen könnte.

Forderungen des Gesetzgebers, den Verbraucher optimal vor gesundheitlicher Gefährdung und vor Übervorteilung zu schützen, Forderungen des Handels, der als Vertreiber seiner Marken die Produktsicherheit gewährleisten muss, der eigene Qualitätsanspruch und nicht zuletzt das Verlangen des Konsumenten nach reinen, unverfälschten Lebensmitteln veranlassen die Unternehmen, zahlreiche Untersuchungen und Kontrollen auszuführen. Der Zwang, die Herstellungskette der Erzeugnisse zwischen Urproduktion und Konsument vollständig dokumentieren zu können, verlangt vom Betrieb Rohstoffe, Produktionsverlauf und schließlich das verpackte Gut in geeigneter Weise zu überwachen. Die durchgängige Betriebskontrolle hilft, diese Forderungen und Ansprüche umzusetzen.

Einer der wichtigsten Faktoren für die Qualitätskontrolle in Brauereien ist die Messung des Sauerstoffgehaltes in den Getränken. In zahlreichen Stationen des Produktionsprozesses spielt die Sauerstoffmessung eine herausragende Bedeutung, von der Aufbereitung des Brauwassers bis zur Gesamtsauerstoffbestim­-mung im auslieferungsfertigen Produkt. Es ist wichtiger denn je, eine akkurate Analyse des Parameters Sauerstoff mit modernen Analysegeräten durchzuführen.

Zum Thema mikrobiologischer Schnellnachweis und zur PCR-Analyse existieren viele Meinungen, doch welche ist richtig? Wie kann eine Brauerei einschätzen, ob ein Schnellnachweis gebraucht wird oder eher doch nicht? Stellt man neutral die beiden Techniken „konventionelle Anreicherung“ und „PCR-Analyse“ gegenüber, muss man so unterschiedliche Komponenten betrachten wie Nutzen, Zeit, Kosten und nicht zuletzt die Machbarkeit.

In der Lebensmittelindustrie sind Qualität und Sicherheit untrennbar miteinander verbunden. Deshalb müssen nicht nur einzelne Bereiche entlang der Wertschöpfungskette, sondern auch der gesamte Produktionsprozess als Einheit beobachtet, kontrolliert und nach Möglichkeit stetig verbessert werden. Den Unternehmen stehen dafür verschiedene Qualitätsmanagement-Systeme zur Verfügung, die ebenfalls einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess (KVP) unterliegen. Welche Regeln beachtet und welche Vorkehrungen in einem Betrieb getroffen werden sollten, darüber informierten vom 16. bis 17. Juni 2010 die Referenten der zweiten Fresenius-Praktikertagung für QS-Leiter in Köln.

Biofilme finden sich in der Natur fast überall. Auch technische Anlagen stellen ein wohlfeiles Biotop für Mikroorganismen dar. Daher lauert ständig die Gefahr einer dauerhaften Verkeimung technischer Wassersysteme, selbst in Destillationsanlagen. Viele Mikrobiologen sehen Biofilme als die eigentliche Lebensform von Mikroorganismen. Auch im häuslichen Umfeld hat der Mensch mit Biofilmen zu tun – an der Zahnbürste, im Waschmittelschacht in der Waschmaschine, in den ungeputzten Ritzen der Duschkabine, in Perlatoren und Duschköpfen, auf Bodenplatten im Außenbereich bis hin zur Regentonne im Garten. Auch der Fall von Legionellen-Infektionen im Raum Ulm Anfang 2010 war auf einen Biofilm in einem kontaminierten und nicht ordnungsgemäß gewarteten Rückkühlwerk einer Gebäudeklimaanlage zurückzuführen. Das Wissen um Biofilme hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Demgegenüber fanden nur wenige Verfahren der Diagnostik und Bekämpfung dauerhaft Eingang in die Produktionspraxis.

Die Aufgabe einer mikrobiologischen Qualitätssicherung in der Brauerei ist die Ermittlung des mikrobiologischen Zustandes der einzelnen Stufen in der Produktion und Abfüllung sowie der Verkaufsware. Hierbei müssen unter Umständen Infektionsquellen, die zur Kontamination oder Rekontamination des Bieres führen können, festgestellt werden. Als Folge hiervon ist die Beseitigung solcher Quellen zu veranlassen; schließlich ist der Erfolg nachzuweisen. Der nachfolgende Erfahrungsbericht soll dazu beitragen die „Rolle des Zufalls“ durch die Beachtung der unteren Nachweisgrenze einer mikrobiologischen Analyse zu minimieren. Die Einflüsse, die das Probenvolumen (z. B. aus Rohrleitungen) und das Untersuchungsvolumen auf die mikrobiologischen Analyseergebnisse haben kann, werden betrachtet.

Schäumbarkeit – Stabilität – Drainage: Mit dem Dynamic Foam Analyzer DFA100 schnürt Krüss ein Rundumpaket für die Schaumanalyse. Wer Schaumerzeugung oder -vermeidung analysieren will, findet im DFA100 einen kompetenten Helfer. In der Säule werden Volumina ab 20 ml mit hoher Reproduzierbarkeit aufgeschäumt – per Gasstrom oder Rührer. Schaum- und Flüssigkeitsvolumen werden permanent und berührungslos bestimmt. Dank hoher Aufnahmerate nimmt das Gerät es auch mit sehr instabilen Schäumen auf. Die Software liefert routinemäßig Kenngrößen wie Zerfallshalbwertszeit oder Werte analog zu Ross-Miles. Zugleich bestimmt sie mit neuen, patentierten Parametern den Übergang von der reinen Drainage zum Zerfall und den Endpunkt der Drainage. Die Messung kann sehr flexibel parametrisiert werden..

Um dem leicht rückläufigen deutschen Biermarkt entgegenzusteuern, erweitern Brauereien kontinuierlich ihre Produktpalette um Biermischgetränke und alkoholfreie Getränke. Diese erfordern eine Umorientierung in der mikrobiologischen Betriebskontrolle. Vor allem Getränke mit einem niedrigen pH-Wert stellen aus mikrobiologischer Hinsicht eine große Herausforderung dar. Der Beitrag gibt einen Überblick über ausgewählte Möglichkeiten einer Qualitätskontrolle.

Die Bundesländer Berlin, Bremen, Hamburg, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein verstärken ihre Zusammenarbeit bei der Lebensmittel- und Bedarfsgegenständeüberwachung. Sie nutzen künftig ein vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) eingerichtetes Portal, um den notwendigen Datenaustausch effektiver zu gestalten.

Die Wisag Lebensmittelhygiene baut ihre Position als Qualitätsdienstleister für die Nahrungsmittel verarbeitende Industrie weiter aus: Als erstes deutsches Produktionsreinigungsunternehmen erhielt sie vom TÜV Rheinland nun die international anerkannte ISO-22000-Zertifizierung für Lebensmittelsicherheit. Im Gegensatz zu anderen Regeln wie dem International Food Standard (IFS) ist die ISO Norm nicht nur auf Produktionsbetriebe ausgelegt, sondern richtet sich an alle Firmen, die an der Lebensmittelkette beteiligt sind.

Die neuen VIT-Kits „iLED Version“ der vermicon AG gehen Hand in Hand mit den aktuellen Entwicklungen im Bereich der Mikroskopie. Die Kits sind speziell auf das neue Mikroskop Primo Star iLED von Zeiss, das Leuchtdioden verwendet, abgestimmt. Die VIT-Kits basieren auf der etablierten VIT-Gensondentechnologie. Der Nachweis von Mikroorganismen in Wasser, Lebensmitteln und Getränken erfolgt schnell und spezifisch. Die Analyse wird anschließend mit dem Fluoreszenzmikroskop Primo Star iLED vorgenommen, das durch die Leuchtdioden umweltfreundlicher ist. Künftig können Getränke- und Lebensmittelproduzenten sowie Laboratorien und die Industrie Bakterien mit LED-Technologie zum Leuchten bringen und so die Mikroorganismen aufspüren.

Eine der wichtigsten Eigenschaften des Würzekochens ist die Koagulation des Eiweißes. Der nach dem Kochen noch vorhandene koagulierbare Stickstoff beeinflusst den Biercharakter ebenso wie die kolloidale Stabilität. Seine Bestimmung erfolgt heute meist nach den Methoden von Kjeldahl. In diesem Artikel wird die Möglichkeit der Ladungstitrationsmethode zur Beschreibung der Konzentrationsänderung des koagulierbaren Stickstoffs während des Kochvorgangs vorgestellt. Die Ladungstitration wurde bereits erfolgreich zur Beschreibung der kolloidalen Stabilität des Bieres angewandt [1, 2, 3].

Vorhersagbarkeit | Die Filtrierbarkeit des Bieres ist seit den Anforderungen an eine leistungsstarke Filtration Thema von Wissenschaft und Praxis. 1990 wurde eine „ Einfache neue Methode zur Bewertung der Filtrationseigenschaften von Bier“ [1] vorgestellt und ging als „Raible-Test“ in die Brauereianalytik ein. Zehn Jahre später erfolgte neben einem historischen Rückblick eine Praxisauswertung [2, 3, 4]. Die Autoren kamen zu dem Schluss, „dass die Ergebnisse der Laborfiltration mit der Raible-Apparatur, jetzt „Filtercheck“ genannt, durchaus der Praxisfiltration gleichgesetzt werden können und somit auch Vorhersagen über den Filtrationsverlauf möglich sind“.

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