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Filtration

Prozessoptimierung | Die Filtrierbarkeit von Bier ist eine komplexe Eigenschaft, welche nicht nur von der Menge und Zusammensetzung der eingesetzten Rohstoffe, sondern gleichermaßen von allen Prozessschritten während der Bierbereitung beeinflusst wird. Aus diesem Grund wurden schon früh Methoden entwickelt, um die Filtrierbarkeit von Bier vorherzusagen. Diese Vorhersagetests bezogen sich jedoch alle auf die Kieselgurfiltration und sind deshalb für die Membranfiltration nicht aussagekräftig.

Expertensicht | Das Thema Filtration wird zurzeit in der Brau­branche weltweit, vor allem aber in Deutschland, stark diskutiert. Argumente für und wider die einzelnen Systeme wie klassische Anschwemmfiltration oder Crossflow-Filtration werden ins Feld geführt und mit entsprechenden Beispielen belegt. Die BRAUWELT hat drei Experten befragt, um den Stand der Technik aufzuzeigen und die Diskussion auf eine breitere Grundlage zu stellen.


Klarer Genuss | Wer genießt nicht gerne ein klares, kühles Bier Damit sich jeder auch weiterhin einfach dem Genuss widmen kann, verfolgen die Autoren den Ansatz der Überwachung und Qualitätskontrolle in der Bierproduktion auf Basis optischer Streumethoden. Ziel ist die Entwicklung eines einfachen und flexiblen Messgerätes zur Inline-Überwachung. Das vorgestellte Gerät könnte direkt in Produktanlagen oder -behälter installiert werden und zur Kontrolle von CIP-Verfahren eingesetzt werden.


Lohnbrauerei | Seit Anfang 2018 braut und befüllt das Team um Ivan Semikin im Craftzentrum Berlin – für andere. Berlin, ein Eldorado für Gastronomen, Craft Brauer und qualitätssichere Bierliebhaber, scheint das ideale Umfeld für einen wie Ivan Semikin, der den Gypsy-Brauern nun sein Wissen, seine Einkaufskontakte und sein Equipment zur Verfügung stellt. Wer sich im Craftzentrum Berlin umsieht, findet Brauereitechnik vom Feinsten.


Ausgehend von den USA, wo Craft Bier 2017 in etwa 14 Prozent der Gesamtproduktion des Biermarktes ausmachte, verbreiten sich diese Bierspezialitäten weltweit. Das geht oft mit langen Lieferwegen, hohe Temperaturdifferenzen (Tag-Nacht-Schwankungen) und Bewegung während des Transports einher und es kommt zu einer starken Ausbildung von Trübungspartikeln.


Alfa Laval präsentiert eine neu entwickelte Filtrationslösung speziell für Bierbrauer. Die Zentrifuge Brew 20 ist laut Pressemeldung kompakt, leistungsfähig und einfach zu installieren. Insbesondere kleine Brauhäuser und Craft-Brauereien profitieren von hochqualitativer Bierklärung und gesteigerter Ausbeute.


Immer mehr Brauereien wollen bei der Stabilisierung weg von PVPP (Polyvinylpolypyrrolidon) und suchen nach schonenden, aber effizienten Lösungen. Die CSS Bierstabilisierung von Handtmann basiert auf der gezielten Adsorption von Polyphenolen. Dabei kommt das natürliche Polysaccharid Agarose (= Trägermaterial) zum Einsatz. Auf dieses wird in einem patentierten Verfahren PVP absolut unlöslich gebunden.


Im Rahmen dieser Bachelorarbeit wurde ein hochvernetztes Polyphenoladditiv als potentielles Stabilisierungsmittel charakterisiert. Vergleichend zu einem etablierten Produkt erfolgte der Einsatz des Polyphenols unvernetzt und quervernetzt mittels modifiziertem Raible-Test. Das Filtrat wurde anhand klassischer Bierattribute nach Mebak analysiert.


BrauBeviale 2018 | Die Filtration des Bieres ist bekanntlich eine der letzten Möglichkeiten, auf die Qualität des Bieres entscheidend Einfluss zu nehmen. Nach wie vor ist die kuchenbildende Anschwemmfiltration mit Kieselgur am stärksten verbreitet. Dieses Material rückt aber immer stärker in die öffentliche Diskussion und zwar wegen der Staubbildung, des Schwermetallgehaltes sowie der Probleme bei der Beseitigung (Düngemittel-VO/Schließung einer Recyclinganlage). Vermehrt setzt man auf Cellulose bzw. Cellulosegemische oder auf neue Filterhilfsmittel aus synthetischen Materialien. Auch in der Craft Bier-Szene gewinnt die Filtration immer mehr an Bedeutung.


Eine Technologie der kieselgurfreien Bierklärung ist die Crossflow-Membranfiltration, bei der die Forschung immer weiter vorangetrieben wird. Hauptaugenmerk wird hier auf die Filterstandzeiten und die Rückspülbarkeit der Membranen gelegt, eine Methode zur Bestimmung der Filtrierbarkeit von Bieren fehlt jedoch bis heute.


Mit Filter | Bester Geschmack, stabiler Schaum, klar bzw. glanzfein – so soll das Bier sein. Und auch so bleiben. Seit vielen Jahren stecken die Brauer viel Aufwand in die möglichst lange Stabilität ihrer Biere, auch getrieben von den Interessen von Marketing und Verkauf. Erreicht werden Haltbarkeiten von einem Jahr und länger – auch durch immer ausgefeiltere Filtrationsmethoden. Dr. Manfred Moll wirft einen Blick auf die historische Entwicklung der klassischen Anschwemmfiltration. Die Anschwemmfiltration mit laufender Dosierung von Kieselgur ist noch heute die meistverwendete Bierfiltrationstechnik.