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Seitdem Heineken und die britische Drinksgruppe Diageo im April vergangenen Jahres 28,9 Prozent der Anteile an Namibia Breweries Limited (NBL) von Interbrew für 31 Mio EUR gekauft haben, ließen die Verbündeten keine Gelegenheit aus, ihre Kontrolle über NBL auszubauen. Interbrew selbst hatte über den Kauf von Beck’s die Anteile an NBL erworben und wollte sie so schnell wie möglich wieder loswerden, da das Solo-Investment in Afrika nicht in die Konzernstrategie passte. Für Heineken und Diageo (der Guinness gehört) jedoch war der Kauf eine ideale Gelegenheit, um im Huckepack von NBL in den benachbarten südafrikanischen Markt einzudringen, der von SABMiller zu 98 Prozent kontrolliert wird. Masche hatte das NBL-Board gebeten, ihn von seinen Aufgaben zu befreien. Managing Director wurde er 1982.
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Jahrelang haben die frechen Werbeslogans des englischen Familienbrauers Shepherd Neame für Furore gesorgt. Jetzt geriet der Brauer aus der südenglischen Grafschaft Kent selbst in die Schlagzeilen.
Nachdem es unter den Familienmitgliedern wohl zum Streit über den künftigen Kurs des Unternehmens gekommen war, schied der Vice-Chairman Stuart Neame überraschend aus dem Board aus. Auch wenn er sich zu seinem Schritt nicht äußert, so glauben doch die üblichen wohlinformierten Kreise zu wissen, dass er sich gegen die vertikale Integration des Unternehmens aussprach mit dem Hinweis, es sei wirtschaftlicher, die unternehmenseigenen 70 Pubs zu verleasen als sie weiterhin in Eigenregie zu betreiben.
Im Geschäftsjahr 2003 (Ende 28..
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Da der japanische Biermarkt längst den Saturierungsgrad erreicht hat, müssen sich auch die japanischen Braukonzerne neue Einnahmenquellen erschließen, zum Beispiel in China. Seit 1996 ist Suntory bereits in China aktiv. Gegenwärtig betreibt die Nummer vier unter den japanischen Großbrauereien drei Brauereien in den Küstenprovinzen Chinas. Für die kommenden Jahre ist der Kauf weiterer Brauereien im Landesinneren geplant, um den Bierabsatz bis 2006 auf fünf Mio hl zu steigern: Das wäre ein Plus von 70 Prozent gegenüber 2002..
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"Wein für alle" hieß es bei Peter Lehmann und seinen Angestellten, als der britische Drinkskonzern Allied Domecq sein Angebot für das berühmte börsennotierte Weingut Peter Lehmann Wines (600 000 Kisten Wein/Jahr) im Barossa Valley zurückzog und eine Übernahme in quasi letzter Sekunde abgewehrt werden konnte. Damit wurde der Weg frei für die Schweizer Hess Holding AG, die den Kauf der mittel- bis hochpreisigen Weinmarken zum Preis von 149 Mio AUD (90 Mio EUR) perfekt machte. Der Familienkonzern Hess, dem neben Weingütern auch Mineralwassermarken gehören, wurde als freundlicherer Firmenjäger eingestuft als Allied Domecq, da die Schweizer im Ruf stehen, übernommene Firmen nicht zu zerschlagen, sondern zu erhalten.
Markt
Im Jahr 2003 wurden in der allgemeinen Presse viele Vermutungen und Spekulationen über eventuelle Käufe und Verkäufe von Brauereien veröffentlicht. Außerdem gab es zu Beginn des Jahres die neue Dosen- und Einwegpfand-Verordnung, sodass große Unsicherheit und Verwirrung in den deutschen Biermarkt getragen wurde. Es ist nun an der Zeit, einmal die wirklichen Veränderungen innerhalb der Brauereigruppen und großen Privatbrauereien aufzuführen und in einer neuen Rangfolgeliste mit geschätzten Werten darzustellen.
Vorweg sei noch darauf hingewiesen, dass besonders die Brauereigruppen Holsten, Brau und Brunnen sowie die Radeberger Gruppe durch die neue Dosen- und Einwegpfand-Verordnung zum Teil erhebliche Absatzmengen verloren haben. Die Holsten-Gruppe hat ihre 1. 8,1 Mio hl abgegeben. Platz.
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In einem "Offenen Brief" an den Finanzminister ihres Landes in der Gazeta Wyborcza, der auflagenstärksten Zeitung Polens, beziehen die Vereinigung der Arbeitgeber der Brauwirtschaft, die Union der kleinen und mittleren Brauereien sowie die Vereinigung der Gewerkschaften NSZZ Solidarnosc und OPZZ Stellung zur Entscheidung des Finanzressorts, die Biersteuer zum 1. Januar 2004 zu erhöhen, und das ungeachtet der Hinweise aus der Branche, dass die polnische Brauwirtschaft durch den Beitritts Polens zur EU stark bedroht werde. Schon jetzt, so die Absender des Briefes, ist die Biersteuer in Polen doppelt so hoch wie in den Nachbarländern. Bekanntlich werden große Unterschiede in der Besteuerung bei benachbarten Ländern immer dem grenznahen Handel Vorteile bringen..
Recht
Nach dem Entwurf für eine Verordnung über nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben für Lebensmittel der EU-Kommission dürfen gesundheitsbezogene Angaben bei alkoholischen Getränken mit mehr als 1,2 Vol.-% Alkohol nicht vorgenommen werden.
Gegen ein solches pauschales Verbot hat sich der DBB zusammen mit dem europäischen Brauereiverband gegenüber der Bundesregierung und der EU-Kommission gewandt. Eine zutreffende Verbraucherinformation muss auch bei Bier möglich sein. Ein Verbot kann sich nur auf nicht wissenschaftlich anerkannte Angaben beziehen. Seitens der Kommission wird darauf hingewiesen, dass gesundheitsbezogene Angaben bei alkoholischen Getränken - wenn überhaupt - zugleich auch die Verpflichtung zu Warnhinweisen nach sich ziehen würde.
Lt..
Markt
Biere. Die Geschäftslage der Brauereien im vierten Quartal 2003 war vielfach enttäuschend. Zuletzt im Dezember sprachen über zwei Fünftel der befragten Firmen von einer schlechten Geschäftslage. 51 Prozent Negativ-Stimmen standen acht Prozent Positiv-Stimmen gegenüber. Die Produktionstätigkeit wurde insbesondere im Dezember auf breiter Front, d.h. bei drei von vier befragten Brauereien, eingeschränkt. Für die nächsten drei Monate sind ebenfalls häufig Produktionsdrosselungen beabsichtigt. Die Auftragseingänge waren im Oktober und November nahezu unverändert, im Dezember erfolgte ein starker Rückgang, der auch zu einem Absinken der Auftragsbestände bei jeder zweiten Testfirma führte. Ebenfalls jede zweite Firma empfand ihre Auftragsdecke während des gesamten vierten Quartals als zu kurz..
Archiv
Der weltweite Konsum an alkoholischen Getränken ist in den letzten Jahren nicht sehr stark angestiegen. Für das Jahr 2002 gibt der Global Alcoholic Drinks Report 2003 von Zenith International Ltd., Bath/UK, eine Wachstumssteigerung von 2,7 Prozent auf 1,92 Mrd hl an, für das Jahr 2003 ein Plus von schätzungsweise 1,7 Prozent auf 1,95 Mrd hl. Damit kommen die alkoholischen Getränke auf einen relativ stabilen Anteil am Gesamtgetränkeabsatz weltweit von 14 Prozent. Der Pro-Kopf-Verbrauch für dieses Segment wird mit 31 Litern angegeben.
Die USA lagen im Jahre 2002 mengenmäßig bei den alkoholischen Getränken noch vorne. Sie dürften im Jahre 2003 von China abgelöst werden. Auf den Plätzen folgen Deutschland, Russland und Brasilien. 31 Liter. Sie wurden aber im Jahre 2003 von China überholt.
Markt
Die Produktion in den knapp 1280 deutschen Brauereien ging im vergangenen Jahr Schätzungen zufolge um etwa vier Prozent auf rund 104 Mio hl zurück, wie der Präsident des Deutschen Brauer-Bundes, Richard Weber, am 16. Januar 2004 auf der Grünen Woche in Berlin sagte. Der Jahrhundertsommer habe der Branche zwar einen guten Absatz beschert.
Dies habe jedoch die Rückgänge infolge der Pfandpflicht auf Einwegverpackungen nicht ausgleichen können. 2003 habe gezeigt, dass es in Deutschland keine Branchen-, sondern nur eine Firmenkonjunktur gebe, sagte Weber. Bei den einzelnen Brauereien seien die Entwicklungen noch unterschiedlicher als in den Jahren zuvor gewesen.
Im Jahr 2002 lag die Bierproduktion bei 108,4 Mio hl. Die genauen Zahlen für 2003 werden erst Ende Januar vorliegen..