Zielkostenmanagement - Kosten und Nutzen einmaliger Maßnahmen. Brauereijubiläen, Festbiere, Aktionen - Chancen und Risiken -- Die wirtschaftliche Situation stellt sich für eine Vielzahl der Brauereien als unbefriedigend dar. Durch Maßnahmen wie Saisonbiere oder Aktionsveranstaltungen - beispielsweise zu Jubiläen - versuchen Brauereien den Absatz zu steigern und die Gewinne zu erhöhen. Doch wie kann man Kosten und Nutzen gegenüberstellen, wenn es sich um einmalige oder neuartige Aktionen handelt?

Nach Angaben des Verbandes Deutscher Mineralbrunnen, in dem rd. 240 Brunnenbetriebe zusammengeschlossen sind, betrug das Absatzplus bei Mineral- und Heilwasser in den ersten drei Quartalen 1994 in den alten Bundesländern 12% und in den neuen 54%, insgesamt knapp 14%. Aufgrund des schönen Sommerwetters rechnet die Branche damit, daß der Pro-Kopf- Verbrauch an Mineralwasser in den alten Bundesländern auf über 100 l steigen wird. Nach wie vor liegen die stark sprudelnden Mineralwässer mit einem Anteil von knapp 70% weit vorn, vor den stillen Wässern mit gut 22% und den Heilwässern mit 6,4%. Bezogen auf den Gesamtabsatz haben sich die Mineralwässer mit Aromen von 0,8% auf 1,5% im Anteil nahezu verdoppelt..

Umsatzsteigerung durch individuelle Plakatwerbung -- Rezession - stagnierende oder gar rückläufige Umsätze kennzeichnen die Situation von Industrie und Handel in deutschen Landen. Diese Entwicklung geht auch am Getränkehandel nicht spurlos vorüber.

Premiumbereich mit starker Zukunft -- Die drei Superstars der deutschen Brauwirtschaft, Warsteiner, Bitburger und Krombacher produzierten 1993 zusammen bereits 12,9 Mio hl. Wie Rüdiger Ruoss anläßlich des 25jährigen Jubiläums der Deutschen Brau-Kooperation im September 1994 in München prognostizierte, dürften sie in 10 bis 15 Jahren mit 25 Mio hl einen Marktanteil von ca. 20 bis 25% besitzen. In der Brauwelt Nr. 39, 1994, S. 1933, hatte ein Druckfehler aus den 15 Jahren nur fünf Jahre gemacht. Als Gründe für diese Entwicklung nannte Ruoss das enorm hohe Kapital und zum Teil die hohen Erträge sowie die daraus resultierenden, fast grenzenlos steigerbaren Werbeaufwendungen, aber auch ein mögliches Absenken des eigenen Verbraucherpreises im Sinne von Marktanteilgewinnung. 35 Mio hl sinken..

Der Getränkefachgroßhandel ist als Absatzmittler zwischen Brauereien, Gastronomie und Lebensmitteleinzelhandel ein unverzichtbarer Faktor. -- Dies erklärte Dr. Michael Dietzsch, Präsident des Deutschen Brauer-Bundes, auf der Hauptversammlung des Fachverbandes Getränkefachgroßhandel Rheinland/Saar am 9. November 1994 in Trier. Der GFGH sei das Standbein der Brauereien für ein gut funktionierendes Mehrwegsystem und für eine optimale Belieferung der Gastronomie und des Handels.

Für Spezialitätenbiere wird im Ausland in zunehmendem Maße, in Deutschland aber noch selten, von der Holographie Gebrauch gemacht. -- Gerade für Weihnachtsbier nutzt man diese Technik, um die Sterne auf dem Etikett dreidimensional funkeln zu lassen.

Und der Markenartikel hat doch Zukunft -- Je mehr die Welt unüberschaubarer wird und je mehr das global village Realität wird, um so mehr werden sich die Menschen an direkt Vertrautem orientieren, an etwas, das ihnen positive Erfahrung vermittelt; die aktuelle Entwicklung spricht folglich nicht gegen, sondern für den Marken-artikel. Diese Ansicht vertrat Rüdiger Szallies, geschäftsführender Gesellschafter der Icon - Forschung & Consulting für Marketingentscheidungen GmbH, während des 2. Icon- Kongresses am Freitag letzter Woche in Nürnberg. Die Handelsmarken gewinnen sicherlich an Bedeutung; sogar eine Entwicklung wie in England, wo die private labels ca. 40 Prozent des Konsumgütermarktes ausmachen, wollte Szallies nicht ausschließen..

Im Jahr 1994 werden nach einer Hochrechnung der Rudolf Wild GmbH & Co. KG, Heidelberg, über 235 Liter pro Kopf alkoholfreie Getränke in Westdeutschland konsumiert werden. Dies bedeutet eine geschätzte Steigerung um 4,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von 224,5 Liter. 101,1 Liter werden davon auf Wässer - einschließlich Flavoured Waters (0,8 Liter) und Mineralwasser plus Frucht (0,4 Liter) - entfallen, 88,0 Liter auf Erfrischungsgetränke und 46 Liter auf Fruchtsäfte und Nektare. Die Entwicklung des westdeutschen Erfrischungsgetränkeverbrauchs gibt die untenstehende Tabelle wieder. In Ostdeutschland wird der AfG-Konsum in diesem Jahr auf 160,8 Liter hochgerechnet; 47,8 Liter davon sind Wässer, 92,5 Liter Erfrischungsgetränke und 20,5 Liter Fruchtsäfte und Nektare..

Bayerische Staatsbrauerei Weihenstephan. Vertrieb setzt voll auf GFGH -- Bei der Bayerischen Staatsbrauerei Weihenstephan setzt man in Zukunft voll auf den Getränkefachgroßhandel als Vertriebspartner.

Chancen für Mittelständler im Lebensmittelhandel -- Rüdiger Ruoss veranstaltete am 23. und 24. August in Frankfurt die Fortsetzung seines Marketingseminars Dialog mit dem Handel, bei dem sich der Unternehmensberater Heiner Hunsinger Gedanken über das Verhältnis zum LEH gemacht hat.

Design-Wettbewerb Trinkgläser 2000 -- Anläßlich seines 75jährigen Firmenjubiläums rief der Westerwälder Glasspezialist Rastal dazu auf, innovative Ideen für die Trinkkultur zu entwickeln.

Nachdem Aldi den Endverbraucherpreis für 0,5-l-Dosen auf 0,49 DM und für die 0,33-l-Dose auf 0,39 DM gesenkt hatte, haben andere Großhandelsketten nach Angaben der Lebensmittelzeitung vom 7. Oktober 1994 ebenfalls ihre Abgabepreise auf dieses Niveau gesenkt -- und versuchen jetzt, bei ihren Brauereien günstigere Einkaufskonditionen zu erhalten. Aldi Nord und Süd dürfte auf rd. 1,5 Mio hl Dosen-Bier kommen, Adelskrone-Pils von Rewe auf rd. 600 000 hl.

Bedeutung der Handelsketten wächst -- Die vierte Rezession der Nachkriegsgeschichte hinterläßt einen Konsumenten, der weiß, daß er in Zukunft weniger in der Tasche haben wird. Dies sagte Uwe Dlugosch von der Dölle Managementberatung anläßlich der Heidelberger Fachseminare, zu denen die Firma Wild am 18. und 19. Oktober - nach einer Pause im letzten Jahr - wieder eingeladen hatte. Das hybride und schwer durchschaubare Konsumentenverhalten, so Dlugosch weiter, habe sich in einem unkontrolliertem Konsumverzicht quer durch alle Warengruppen geäußert, was zu einem ansteigenden Preisdruck geführt habe. Mit der bisher praktizierten reinen Preiswerbung habe sich der Handel in ein Patt manövriert, da dies allein keine umsatzfördernde Wirkung habe..

Sügro Deutschland Handelsgesellschaft mbH & Co. KG, Düsseldorf: In Greifswald weiht Sügro neues Logistikzentrum ein. -- Nach nur siebenmonatiger Bauzeit feierte Sügro, Europas führende Großhandelsgruppe im Nahversorgungsbereich mit Sitz in Essen, am 23. September 1994 die Einweihung ihres neuen Logistikzentrums in Greifswald. Von dort steuert das Unternehmen sein Geschäft im gesamten Bundesland Mecklenburg/Vorpommern und in den nördlichen Landesteilen Brandenburgs. Verantwortlich hierfür zeichnet die 1990 gegründete Sügro Mecklenburg/Vorpommern. 2000 m2 Lagerfläche: In Greifswald stehen dem Unternehmen etwa 2000 m2 Lagerfläche zur Verfügung. 2800 Paletten finden dort in Spitzenzeiten ihren Platz. Das neue Logistikzentrum verfügt darüber hinaus über eine Kühl- und Tiefkühleinheit mit 50 m2.

Die 20 größten europäischen Brauereien 1993 (Absatz in Westeuropa) -- Tabelle

Zum deutschen Braugerstenmarkt -- Braugerste der Ernte 1994 tendiert weiter sehr fest. Gegenüber den Vorvertragspreisen zwischen 31 und 32 DM frei Mälzerei haben die Preise um 5 bis 6 DM/dt angezogen. Der Markt ist unverändert eng, die Industrie ist noch nicht voll versorgt. Die Braugerste der Ernte 1995 dürfte spürbar teurer werden als im laufenden Jahr. Die Erzeuggemeinschaften empfehlen ihren Mitgliedern 30 DM ab Hof; das bedeutet, daß schon die Vorvertragsgerste im nächsten Jahr um circa 10% teurer sein wird als im laufenden.

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