Archiv
Eine Zentralstelle zur Erfassung von Boykottmaßnahmen gegen Verpackungen wird von der Arbeitsgemeinschaft Verpackung und Umwelt (AGVU), Bonn, eingerichtet. -- Ziel ist, das Vorgehen der Wirtschaft gegen lokale Verbotsvorschriften, Verpackungs-Steuer, sonstige Markteingriffe oder Boykottaktionen zu koordinieren und präventiv gegen derartige Maßnahmen vorzugehen.
Markt
Der Fruchtsaftkonsum ist 1991 in Westdeutschland um 2,4 l auf 42 l pro Kopf angestiegen. In den neuen Bundesländern lag er bei ca. 18 l, gegenüber 15,3 l im Vorjahr. Daraus folgend betrug der Pro-Kopf-Verbrauch für Fruchtsaft in Deutschland 37 l (34,6 l). Damit liegt Deutschland weltweit an der Spitze vor der Schweiz mit 35 l und den USA mit 33 l. Der Verband der deutschen Fruchtsaft- Industrie e.V. erwartet für 1995 einen Fruchtsaft-Verbrauch von 40 l und für das Jahr 2000 einen von 46 l.
Archiv
Umweltminister Klaus Töpfer sieht im Grünen Punkt keine Gefahr für die Mehrwegflasche. -- Trotz der Zunahme von Sammelsystemen und Flaschen mit dem Grünen Punkt sei der Mehrweganteil seit 1988 von 73% auf 76% gestiegen, während der Anteil an Einwegflaschen leicht zurückgegangen sei. In Ostdeutschland dagegen sackte der Mehrweganteil seit 1990 von 75% auf 58% ab.
Archiv
Umweltschutz bei Ganter großgeschrieben -- Wie Geschäftsführer Klaus Kaindl von der Privatbrauerei Ganter, Freiburg, am 12. 3. 1992 bei einer Pressekonferenz erläuterte, will sein Unternehmen einen glaubwürdigen und wirkungsvollen Umweltschutz durchführen und die Durchgängigkeit umweltfreundlicher Produktion vom Anbau bis zum Verbraucher erreichen. In Zukunft wird die Privatbrauerei Ganter ausschließlich Braugerste aus integriert-kontrolliertem Anbau verwenden, ähnlich wie die Hirsch-Brauerei Honer in Wurmlingen (s. Brauwelt Nr. 13, 1992, S. 553). Dies ist lt. Kaindl ein wesentlicher Beitrag zur Reduktion vnn Mineraldüngung durch Optimierung von Fruchtfolgen und Nährstoffkontrollen im Boden und zur Reduktion von Spritzmitteln durch Anwendungsbegrenzung auf konkreten Krankheitsbefall (s.)..
Rohstoffe
Umweltgerecht und kontrolliert angebaute Braugerste -- Die Hirsch-Brauerei Honer GmbH & Co. KG, Wurmlingen, weist seit zwei Wochen durch Beileger in ihren Bierkästen darauf hin, daß ihre Hauptsorte Honer Pils nun aus umweltgerecht und kontrolliert angebauter Braugerste hergestellt wird. Am 4. März 1992 konnte Brauereibesitzer R. Honer bei einer Veranstaltung seines Unternehmens in Wurmlingen bekanntgeben, daß der im letzten Jahr gestartete Modellversuch über integrierten (umweltgerechten), kontrollierten Vertragsanbau von Braugerste erfolgreich verlaufen ist (s.a. Brauwelt Nr. 32, 1991, S. 1340). Das Modellvorhaben, so R. Der umweltgerechte Anbau verpflichtet die Landwirte zu einer Reihe von Anbaumaßnahmen, wie Fruchtfolge, Sortenwahl, Anbautechnik, Düngung und Pflanzenschutz..
AfG
Anläßlich seines Vortrages über Kontinuierliche Fermentation von alkoholfreiem Bier in Wirbelschichtreaktoren berichtete Dr. A. Aivasidis, Institut für Biotechnologie, Forschungszentrum Jülich GmbH, über ein kontinuierlich betriebenes Kälte-Kontakt-Verfahren zur Herstellung alkoholfreier Biere. Kernstück dieses Verfahrens ist ein Wirbelschichtreaktor, in dem offenporiges Glas (Siran) als dreidimensionale kolonisierbare Immobilisierungsmatrix für Mikroorganismen zum Einsatz kommt. Dieser Siran-Carrier hat den Vorteil der großen Oberfläche, ermöglicht eine sterile Prozeßführung, quillt nicht, ist voll reinigungsfähig und wiederverwendbar. Aufgrund seines Inertcharakters ist er auch unter dem Aspekt des Reinheitsgebotes besonders geeignet. Dr..
Archiv
Schwachstellen im Bereich Wasser -- Beim Brauwasser sieht Dipl.-Brm. Gerhard Schmidt, Doemens-Technikum, Gräfelfing, folgende Schwachstellen und Bereiche mit Handlungsbedarf, wenn es um die Herstellung qualitativ hochstehender Biere geht: - Ungenügende Informationen über die Rohwasserqualität sowie deren Veränderung; - keine Vorgabe genauer Zielwerte hinsichtlich der Technologie, Korrosion und der fertigen Bierqualität; - ungenügende Kontrolle der Zielwerte; - verschärfte TWVO; - anhaltende Nitratdiskussion mit unklaren Zielwerten wie z.B..
Diverses
Erste Ökobilanz der Getränkeindustrie vorgestellt -- Die erste Ökobilanz in der Getränkeindustrie hat am 7. April 1992 der Staatliche Mineralbrunnen Bad Brückenau vorgestellt. Mit der detaillierten Übersicht habe man ein Instrument in der Hand, so Geschäftsführer M. Mödinger, um die ökologische Arbeit des Betriebs zu optimieren. Eine Input/Output-Bilanz wie die vorliegende sieht den Betrieb als Ökosystem in sich und hält die innerhalb eines Jahres eingehenden und abfließenden Ströme an Stoffen, Energie und Produkten fest. Natürlich läßt eine solche Ökobilanz auch Rückschlüsse auf Wechselwirkungen zu, wie etwa weniger Abwasser zu einem höheren Energieverbrauch führen kann. Auf der Ausgangsseite werden Produkte, Abfälle, Abwässer, Abluft, Energie, Lärm und Bodenbelastungen erfaßt.
Rohstoffe
Qualitätsbraugerste in Gefahr -- Die Mälzereien reagieren mit Blick auf die Malzpreise und ihre Kosten mit Preisdruck auf die Braugerste. Dabei ist zu sehen, daß der Anteil des Braugerstenpreises am Malzpreis rd. 60% beträgt. Verschärfend kommt noch hinzu, daß die Qualitätsanforderungen an die Braugerste immer höher geschraubt werden (s.a. Brauwelt Nr. 12, 1992, S. 477). Im Gegensatz dazu wird der Bauer für Qualitätsbraugerste 1992 wahrscheinlich 20% weniger erhalten als vor fünf Jahren. Damals waren es noch etwa 45 DM/dt. Der Braugerste und den Braugerstenerzeugern droht irreparabler Schaden. Ohnehin hat sich die Situation der Landwirtschaft dramatisch verschlimmert. Viele Bauern sind hoch verschuldet und resignieren. Das aber kann doch nicht im Interesse der Brauindustrie liegen..
Archiv
Wasserentgasung und Einsatz entgasten Prozeßwassers -- Während die normale Aufbereitung von Brauwasser zur Sicherstellung der gewünschten Restalkalität oder eines einwandfreien mikrobiologischen Zustandes allgemein bekannt ist, weiß man in der Praxis bisher wenig über die gängigen Verfahren zur Entgasung des Wassers und über den Einsatz des entgasten Wassers im Brauprozeß. Darauf wies Dr.-Ing. H.-V. Kohnke, VLB, Berlin, in seinem Vortrag anläßlich der 78. Brau- und maschinentechnischen Arbeitstagung im Frühjahr 1991 in Freiburg hin. Allenfalls, so Dr. Kohnke, ist weitgehend bekannt, daß Sauerstoff im Kesselspeisewasser zu Korrosionen im System führen kann. Im Ausland benötigt man bei Einsatz von High-Gravity-Verfahren auf jeden Fall entgastes Wasser.a. Brauwelt Nr. 23, 1991, S.h.
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