Recht
Am 17. September 1998 wurde die DIN-Norm 10511 „Gewerbliches Gläserspülen mit Gläserspülmaschinen” in Berlin verabschiedet. Die Norm definiert nach einer Mitteilung der Winterhalter Gastronom GmbH, Meckenbeuren, die technischen und hygienischen Anforderungen an die Gläserspülmaschine wie das Spülergebnis, außerdem wird die Vorgehensweise bei der Prüfung der Maschinen festgelegt.
Hygienische Anforderungen kurz zusammengefaßt:
q Die Gläser müssen sauber sein;
q Die Gläser müssen bei Entnahme aus der Maschine nach 2 min außen trocken sein;
q Die Gesamtkeimzahl in der Reinigerlösung darf nicht mehr als 200 KBE/ml als Richtwert betragen;
q Bei Abklatschuntersuchungen auf den Gläsern dürfen nicht mehr als 5 KBE je 10 cm2 erreicht werden.
Archiv
1990 gründete die EBC ein Technologie- und Engineering- Forum mit der Aufgabe, technische Handbücher guter Brauerei- und Mälzereipraxis zu erstellen. Ziel war es, die Leistungsanforderungen, die gängige Praxis und derzeitige Standards zusammen mit dem wissenschaftlichen und technologischen Hintergrund für das jeweilige Thema zu beschreiben.
Insgesamt gibt es 16 Themenbereiche, für die einzelne Arbeitsgruppen aufgestellt wurden. Die Arbeit an den Manuals begann im November 1993 in Zusammenarbeit mit dem AIR Programm der EU.
Die Texte für alle Manuals sind heute abgeschlossen und werden nun für die Veröffentlichung vorbereitet.
Derzeit erhältlich sind die Manuals, Hops and Hop Products, Beer Pasteurisation, Brewery Utilities..
Markt
Die Anzahl der 1998 betriebenen Braustätten hat sich, bedingt durch einen Zuwachs bei den Gasthausbrauereien, gegenüber 1997 um 10 Betriebe auf nun 1283 Betriebe erhöht. Wie die Statistik der Zentralstelle Biersteuer zeigt, haben besonders in den Größenklassen oberhalb der klassischen Gasthausbrauerei (bis 5000 hl) im Bereich bis 100 000 hl Betriebsauflösungen oder Absatzrückgänge stattgefunden.
Marketing
In 10 bis 20 Jahren dürfte es innerhalb der EU keine Werbung für Bier mehr geben. Darauf wies Dr. Richard Weber, Karlsberg-Brauerei, Homburg, in der Diskussion um die Bierwerbung in Polen während der 7. Bündner Runde am 25. Januar 1999 in Davos hin. Bis zum Jahre 2000 will die EU den Alkoholkonsum um 25% reduziert haben. Darüber hinaus ist die Anti-Alkohol-Lobby europaweit sehr stark, weil lt. Dr. Weber in den anderen EU-Staaten außer Deutschland die Konzentration bei den Herstellern alkoholischer Getränke schon sehr weit fortgeschritten ist. Auch die Medien müßten sich massiv gegen Werbeverbote zur Wehr setzen. Ein Verbot der Bierwerbung brächte lt. Dr. Weber den kleineren und mittleren Brauereien nur kurzfristig gesehen Vorteile.
n.
Archiv
Nach einer neueren Studie japanischer Wissenschaftler von der Okayama University, publiziert im Journal of Agricutural and Food Chemistry, Nr. 1, 1999, der American Chemical Society, wird die carcinogene Wirkung von heterocyclischen Aminen, die entstehen, wenn Fleisch gekocht wird, durch Genuß von Bier unterdrückt. Untersucht worden waren 24 Biere aus insgesamt 11 Ländern, 17 Lager-Biere, vier Stouts, zwei Ales und ein alkoholfreies Bier. Dieses sowie eines der Lager-Biere zeigte allerdings keine anticancerogene Wirkung. Die Stouts erwiesen sich als die potentesten Inhibitoren. Aber auch Sake, Rot- und Weißwein sowie Spirituosen waren effektiv. Ethylalkohol alleine übt keine Schutzwirkung aus. Vor allem der Hopfen mit seinen Inhaltsstoffen spielt hier eine große Rolle..
Markt
Der steuerpflichtige Bierabsatz bzw. Bierausstoß (ohne den Absatz von Bier mit Alkoholgehalt von 0,5 Vol.-% und weniger, vor allem alkoholfreies Bier und Malzbier.) ist in der Bundesrepublik Deutschland um 2,9% im Jahr 1998 gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen. Der Konkurrenzkampf wurde umso härter.
Betrachtet man die Tabelle 1 für den steuerpflichtigen Bierabsatz nach Bundesländern für das Jahr 1998, so fällt auf, daß besonders starke Rückgänge in Schleswig-Holstein/Hamburg (–9,6%) sowie Hessen (–8%), Baden-Württemberg und Bayern (–5,6% bzw. –5,1%) zu erkennen sind. Anstiege konnten nur in den neuen Bundesländern erreicht werden, so beispielsweise in Sachsen-Anhalt (+5,2%), Thüringen (+3,2%), Mecklenburg-Vorpommern (+2,1%) und +2,2% in Sachsen. 185 000 hl geschrumpft.
Dr.
Rohstoffe
Trotz eingehender Bemühungen kann die Vereinigung der Erzeugergemeinschaft für Qualitätsgetreide in Bayern e.V. aufgrund der derzeitig herrschenden angespannten Marktsituation für Braugerste für die Ernte 1999 keine Vorvertrags-Preisempfehlung aussprechen.
Markt
Im Vergleich zu 1997 hat die Zahl der Braustätten 1998 von 699 auf 696 abgenommen. 40% der Betriebsstätten (280) sind im Gebiet der ehemaligen Oberfinanzdirektion München, 60% (416) im Gebiet der ehemaligen Oberfinanzdirektion Nürnberg. Von den betriebenen Braustätten haben 54% einen Bierabsatz von bis zu 5000 hl. 16 Betriebsstätten liegen im Jahresausstoß über 200 000 hl.
Rohstoffe
Die Anbaufläche für Sommergerste dürfte 1999 gegenüber dem Vorjahr zunehmen. In Deutschland und Skandinavien zum Beispiel könnte der Flächenzuwachs – dies teilte Toepfer International, Hamburg, mit – bis zu 10% betragen. Der Flächenzuwachs sei vorrangig bedingt vor allem durch die schwierigen Aussaatbedingungen im Herbst 1998.
Diverses
Im Braugewerbe herrscht derzeit ein enormer Wettbewerb. Der sinkende Konsum durch veränderte Verbrauchergewohnheiten und gesetzliche Maßnahmen führt letztendlich zu einem ungeahnten Preisdruck. Diese Situation zwingt natürlich alle Brauereien, über Optimierungsmöglichkeiten nachzudenken. Eine besondere Stellung nehmen hier mittelständische Brauereien mit einem Jahresausstoß bis 50 000 hl ein, denn durch ihre spezielle Kundenbindung und die Nähe zum Markt gibt es hier besondere Chancen und Risiken.
Im Rahmen eines Seminars der Management Akademie Weihenstephan informierten sich über 30 Brauereichefs am 22. und 23. Februar in Weihenstephan über ihre spezifischen Möglichkeiten, Risiken und Erfolgspotentiale.
Dr. Hans Fischer.
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