Die Dramatik des rückläufigen Biermarktes bis zur Mitte dieses Jahres verunsicherte die Branche tief. Bis zum Jahresende wird es vielen kaum gelingen, das Minus auszugleichen. Aber wie geht es weiter? Insider sprechen bereits davon, dass wohl eine längere Durststrecke bevorstehe. Wie können Unternehmen auf diese Krise reagieren? Mit welchen schnell umsetzbaren und stark wirksamen Maßnahmen kann dieser Entwicklung begegnet werden?
Nicht einmal jeder zehnte Käufer achtet beim Einkauf von Bier auf den Literpreis. Dies ist nur ein Ergebnis einer Shopperstudie von The Nielsen Company und Bormann & Gordon, bei der Bierkäufer direkt beim Verlassen von Geschäften befragt wurden. „Aufgrund der starken Aktionstätigkeit im Bierbereich sind die Kistenpreise bei den Käufern so präsent, dass der Literpreis wenig relevant scheint“, so Nielsen-Experte Marcus Strobl.
Die Geschäftslage wurde von den befragten Brauereien in allen drei Monaten des dritten Quartals 2009 weitgehend als befriedigend bezeichnet; nur ganz vereinzelt gab es im Juli und September Stimmen, die von einer schlechten Geschäftslage sprachen. Bei der Beurteilung der Geschäftsaussichten waren die negativen Stimmen geringfügig häufiger. Der saisonbereinigte und geglättete ifo-Geschäftsklimaindex, der beide Beurteilungsindikatoren zusammenfasst und als guter Konjunkturindikator gelten kann, deutet auf eine konjunkturelle Besserung im Verlauf des dritten Quartals hin. Das konjunkturelle Normalniveau ist allerdings noch ein ganzes Stück entfernt. Die Produktionstätigkeit stagnierte im August und September, für das nächste Quartal wird von einigen Brauereien mit Produktionsrückgängen gerechnet. Nach deutlichen Rückgängen des Auftragseingangs im Juli stagnierten diese im weiteren Quartalsverlauf, ebenso die Auftragspolster, die – von wenigen Brauereien abgesehen – als normal bzw. ausreichend beurteilt wurden. An der Preisfront zeigten sich im Juli vereinzelt Preissenkungen, im August vereinzelt Erhöhungen. Für die nächsten drei Monate wird ganz vereinzelt mit einem Nachlassen der Verkaufspreise gerechnet.
In diesem Jahr erfolgt zum zweiten Mal eine regionale Betrachtung des Inlandsabsatzes für Brauereien mit einem Ausstoß über 75 000 hl nach Bundesländern. Der Vergleich des Inlandsabsatzes für „Selbsthergestelltes Bier“ erstreckt sich über die Jahre 2007 und 2008 und erfasst die 132 größten Brauereien in Deutschland.
In den letzten fünf Jahren zeigte sich eine starke Dynamik im Biermarkt: Weltweit nahm die Bierproduktion von 2003 bis 2008 um circa 25 Prozent zu auf heute 1,8 Milliarden hl. Betrug das Wachstum zwischen 2003 und 2007 durchschnittlich 4,8 Prozent jährlich, so verlangsamte es sich 2008 auf nur noch 1,6 Prozent (Barth Bericht Hopfen 2009), der Rezession geschuldet. Global gesehen der größte Einzelmarkt ist heute China (Ausstoß: 410 Mio hl). Deutschland, 2006 noch drittgrößter Bierproduzent der Welt, rutschte auf Platz 5 ab hinter China, USA, Russland und Brasilien. Wachstum verzeichnen Asien, Osteuropa und Südamerika; die traditionellen Biermärkte Deutschland und USA zeigen Stagnation oder eine rückläufige Entwicklung.
Die größten 58 GFGH-Unternehmen mit ihrer Struktur im Jahr 2008 sind im folgenden Beitrag hinsichtlich der Beschäftigten, der Anzahl der LKW, der Anzahl der Lager und der eigenen Geschäfte Gegenstand der Betrachtung.
Deutschland gilt als die Biernation Nr. 1: Werden Verbraucher weltweit befragt, woher das beste Bier stammt, wird Deutschland im Ranking auf den vordersten Plätzen genannt. Im Ausland konnte sich deutsches Bier bislang nur spärlich und eher in der Nische platzieren und positionieren.
Egal, ob bei schweißtreibender Arbeit oder beim Grillen nach Feierabend – bei sommerlichen Temperaturen sind kühle Getränke eine willkommene Erfrischung. Doch was trinken europäische Verbraucher am häufigsten? Die repräsentative Markt- und Media-Studie TGI, die Marktforschungsergebnisse aus über 60 Ländern berücksichtigt, hat in einer aktuellen Befragung die beliebtesten Kaltgetränke in Deutschland, Frankreich, Spanien und Großbritannien unter die Lupe genommen.
Zur Durchführung eines effizienten Marketings im GFGH mit Schwerpunkt „Außerhaus-Markt“ (früher Gastronomie-Bereich genannt) ist für alle Beteiligten eine größere Transparenz und Entwicklung der jeweiligen Absatzsegmente sehr aufschlussreich. Hinzu kommt die Tatsache, dass offenbar viele kleinere regionale Verleger auch die Gastronomie bedienen. Deshalb werden in Zukunft in der nachfolgenden Tabelle die GFGH-Absätze an Verleger separat ausgewiesen, um die Absatzmengen an den „Außerhaus-Markt“ mit zu erfassen.
Von den circa 60 größten befragten GFGH-Unternehmen besitzen die 32 größten Unternehmen mit eigenem Einzelhandel circa 1760 eigene Geschäfte (Vorjahr:1835) und tätigten 2008 einen Umsatz von 909,9 Mio EUR (Vorjahr: 884,0 Mio EUR), siehe Tabelle 1. Der Geschäftsbereich mit den eigenen Einzelhandelsketten und Vermarktungsgemeinschaften nimmt eine Sonderstellung im GFGH ein und wird in Tabelle 2 detailliert aufgeführt.
Die Weltbierproduktion ist laut aktuellem Barth Bericht 2008/2009 im Jahr 2008 auf rund 1,815 Milliarden Hektoliter gestiegen (2007: 1,787 Mrd hl). Welche Brauereigruppen dabei den weltweiten Biermarkt angeführt haben, erfahren Sie in der Übersicht „40 größten Brauereien weltweit“, abrufbar unter www.brauwelt.de – Recherche/BrauStatistik.
Die nachfolgende Rangfolgeliste für die Jahre 2008 und 2007 zeigt die meldenden Unternehmen mit dem Gesamtumsatz und Gesamtabsatz (in Mio hl) für 50 gemeldete GFGH-Unternehmen mit einem Umsatz von über 30 Mio EUR. Weiterhin erfolgte eine überregionale Aufteilung in Nord-, Ost-, West- und Süddeutschland. Ferner ist in einer separaten Spalte jeweils nur der Großhandelsumsatz aufgeführt.
Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, haben deutsche Brauereien und Bierlager 49,3 Mio Hektoliter Bier im ersten Halbjahr 2009 abgesetzt. Das waren 2,3 Mio Hektoliter oder 4,5% weniger als im ersten Halbjahr 2008. Damit bleibt der Trend zum rückläufigen Bierabsatz erhalten. Zugleich war dies seit Berechnung einer gesamtdeutschen Bierabsatzstatistik im Jahr 1991 der niedrigste Bierabsatz in einem ersten Halbjahr. Wesentliche Faktoren für die Entwicklung des Bierabsatzes waren neben den Witterungseinflüssen auch die aktuellen Bierpreiserhöhungen und das Rauchverbot in der Gastronomie. In den Zahlen sind alkoholfreie Biere und Malztrunk sowie das aus Ländern außerhalb der Europäischen Union eingeführte Bier nicht enthalten.
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