Erfreuliche Nachrichten hört man dieser Tage, wenn es um die Rohstoffversorgung der Brauwirtschaft geht. Beim Hopfen wurden überdurchschnittliche Erträge gemeldet, trotz des großen Unwetters, das Ende Mai in der Hallertau und in Tettnang wütete und die Hopfengärten streckenweise böse in Mitleidenschaft zog. Und auch die Braugerstenernte 2009 gibt Anlass zur Freude. Nach den ersten Untersuchungen wurden ein niedriger Rohproteingehalt (10,2%) und eine gute Sortierung (Vollgerstenanteil 93%) festgestellt. Die als Braugerste nutzbare Erntemenge liegt nur knapp unter der des Vorjahres – der hervorragenden Witterung in diesem Jahr sei Dank! Denn hätte sich die Witterung anders gestaltet, wären die Folgen der um 20 Prozent rückläufigen Anbauflächen (S. 1335) im schlimmsten Falle deutlich spürbar geworden.
Veränderungen sind ein Teil des Lebens. Ohne Veränderungen gibt es kein Wachstum und keine Entwicklung. Ob man ihnen positiv oder negativ gegenübersteht, entscheidet letztlich jeder selbst. In vielen Fällen wachsen aus der Veränderung jedoch auch Chancen – man muss sie nur erkennen.
Die drinktec 2009 galt als das Stimmungsbarometer. Hopp oder Top – die Antwort hierauf haben viele mit Spannung erwartet. Die Vorzeichen für eine Entspannung der Wirtschaftslage sind gut. So freut sich die Messe München über einen erfolgreichen Messeverlauf, der 60 000 Besucher aus 170 Ländern nach München lockte. Eine Besucherbefragung ergab durchweg gute Beurteilungen. „Ziel erreicht“ – das galt sowohl für die Besucher und ihren Informationsbedarf wie auch für die Messe selbst (S. 1248).
Die drinktec, Weltmesse für Getränke- und Liquid-Food-Technologie, ist vorüber. Rund 60 000 Besucher reisten in den sechs Messetagen nach München, um sich über Neuheiten zu informieren und Investitionen zu tätigen. Rund 55 Prozent der Besucher kamen dabei aus dem Ausland – ein klares Bekenntnis zur weltweiten Bedeutung der Messe. Nahezu alle waren sich einig darin, dass die Messe der Branche einen kräftigen Schub verliehen hat oder, wie es Volker Kronseder in seiner Funktion als Präsident des Fachbeirats der drinktec 2009 ausdrückte: „Die Schockstarre hat sich gelöst, es kommt wieder Leben in die Branche“ – wenn auch noch etwas verhalten.
Deutschland ist berühmt für seine Biervielfalt, keine Frage. Vielfalt kann aber auch ein „zu viel“ bedeuten, und das erschwert die Orientierung des Verbrauchers in den Märkten. Die Konsequenz: Er entscheidet sich häufig zu Ungunsten einer regionalen Biermarke, wenn diese ihm zu wenig Markierung offenbart.
Die deutsche Konsumentenschar spaltet sich in zwei Lager. Ein beachtlicher Anteil ist preisbewusst. Die Mehrheit der deutschen Konsumenten ist jedoch wertorientiert, Tendenz zunehmend. Das zeigen aktuelle Marktforschungsstudien. Die meisten sind also bereit, für ein Mehr an Qualität, ein Mehr an Nachhaltigkeit bei der Produktion oder auch ein Mehr an Spaß und Lebensfreude tiefer in die Tasche zu greifen. Dieser Mehrwert macht den Verbraucher weniger preissensibel – eine Chance für die Hersteller, gleich welche Motivation des Verbrauchers dahinter steht. Wir haben in dieser BRAUWELT-Ausgabe verschiedene Beispiele zusammengestellt.
„Das hier ist nicht für uns, sondern für die nächste Generation gebaut.“ Bitburgs Bürgermeister hatte zwar seinen Sohn Jakob zur Eröffnung der Marken-Erlebnis-Welt, dem neuen Besucherzentrum in der alten Bitburger Braustätte, gleich mitgebracht – er hatte aber selbst ebenfalls ersichtlichen Spaß an der Veranstaltung.
Große Ereignisse werfen ihren Schatten voraus. Die drinktec 2009 in München naht, und aus diesem Grund hat Ihre heutige BRAUWELT-Ausgabe noch mehr zu bieten als sonst. Zu Ihrer persönlichen Messevorbereitung haben wir dieser Ausgabe unser zweisprachiges Vorschau-Heft beigelegt. Wir führen Sie Halle für Halle durch die Messe und helfen Ihnen, bei der überwältigenden Zahl an Ausstellern und ihrer neusten Produkte den Überblick zu behalten. Schauen Sie einmal rein, es lohnt sich! Noch ein Tipp für alle, die jetzt verständnislos diese Zeilen lesen und nicht wissen, was ich meine: „Hallo Zweit-, Dritt- und weitere Leser, da war jemand schneller und hat Ihnen unser Vorschauheft vor der Nase weggeschnappt. Aber vielleicht haben wir noch eines für Sie. Einfach unter dem Stichwort „drinktec-Vorschauheft 2009“ per E-Mail bei nachfragen!“
Schon wieder ein Wasser-Thema? Wenn Sie den Eindruck gewinnen sollten, dass
Bei der diesjährigen unterfränkischen Braugerstenrundfahrt in Würzburg kamen die Zahlen klar zur Sprache. Allein in Unter- und Mittelfranken liegt der Rückgang der Anbaufläche bei etwa 30 Prozent. Die zu erwartenden qualitativ und quantitativ guten Ernten lassen aber hoffen, dass sich der dramatische Flächenrückgang in diesem Jahr nicht zu drastisch auswirken wird („Hohe Erwartungen an Braugerste“, S. 890). – Sorgenvolle Mienen auch am Hopfenmarkt: Dem katastrophalen Erntejahr 2007 folgte eine Superernte 2008. „Für Hopfenpflanzer, Handel und Brauer eigentlich eine segensreiche Situation“, stellte Stephan Barth bei der Vorstellung des „Barth-Berichts Hopfen 2008/2009“ fest. Gerade die ganz großen Abnehmer haben aber durchaus eigene Erwartungen an den Handel! In der Folge lassen sich die Empfehlungen zur Flächenausweitung vom Juli 2008 nicht mehr halten, so Barth (S. 892).
Das war auch der Tenor einiger Vorträge beim 3. Wasserseminar für die Getränke- und Lebensmittelindustrie, das der Competence Pool Weihenstephan (CPW) und der Fachverlag Hans Carl am 24.und 25. Juni 2009 in Waidring/Tirol abgehalten haben (S. 845 und S. 865). Eines der Schwerpunktthemen war Nachhaltigkeit im Umgang mit Wasser. Immer mehr in den Mittelpunkt der Betrachtungen rückt dabei das „virtuelle Wasser“, das Wasser, das bei der Produktion von Gütern zum Einsatz kommt und im fertigen Produkt oft nur noch zu einem geringen Anteil vorhanden ist. So liegt der Wert für das virtuelle Wasser für Rindfleisch bei rund 15 000 l pro kg, bei Reis etwa 4000 l/kg und bei Bier bei 180 l/l. Zu bedenken ist bei diesem Thema, dass Wasser, im Gegensatz zu Erdöl, Erdgas oder Kohle, durch nichts zu ersetzen ist.
Nach langer Zeit war er wieder einmal persönlich gekommen. Prof. Wolfgang Herrmann, Präsident der TU München, hatte sich die Zeit genommen, um beim diesjährigen Hochschultag in Weihenstephan zu sprechen. An der TU München und gerade in Weihenstephan habe sich in letzter Zeit der ein oder andere entscheidende Wandel vollzogen. „Weihenstephan befindet sich auf der Gewinnerstraße. Wir haben tiefgreifende Modernisierungsprozesse durchgemacht – aber nicht, weil alles Alte so schlecht war, sondern weil die anderen uns sonst überholen würden“, so Herrmann. Mit zwei weiteren größeren Projekten – darunter das seit langem geplante Internationale Getränkewissenschaftliche Zentrum – werde der Modernisierungsprozess in nächster Zeit abgeschlossen (S. 801).