Der Jahresbedarf an Weizen für Brauzwecke liegt in Deutschland bei rd. 60 000 t. -- Wie Prof. Dr. L. Narziß anläßlich des 25. Technologischen Seminars am 30. 1. 1992 in Weihenstephan ausführte, gibt es bis jetzt noch keine ausgesprochene Brauweizen-Sorten. Von den verbreiteten Weizensorten entsprechen die Sorten Kanzler, Amigo, Rektor, Aladin, Hai und Boheme am besten den Anforderungen hinsichtlich Enzymgehalt und Mehlkörperstruktur und liefern eine in der Regel ausgeglichene proteolytische und cytolytische Auflösung sowie einen gut steuerbaren Stärkeabbau.

Die Erzeugergemeinschaften für Braugerste in Baden- Württemberg empfehlen als erste den Abschluß von Anbau- und Lieferverträgen für Braugerste der Ernte 1992 in Höhe von 40 - 50% des erwarteten Aufkommens. -- Den marktgerechten Preis sehen sie bei 38 DM/dt (2 DM unter der vorjährigen Empfehlung, jedoch 0,50 - 1,00 DM über dem durchschnittlichen Erlös des Wirtschaftsjahres 1991/92), zur Erschließung marktferner Gebiete angepaßt bis 36,50 DM/dt.

42. Oberpfälzer Braugerstenschau in Sulzbach-Rosenberg -- H. Neumann, stellv. Vorsitzender des Erzeugerringes für landwirtschaftliche Qualitätsprodukte Oberpfalz, kritisierte auf der gut besuchten Veranstaltung den Marktverlauf 1991, bei dem beste Braugerste keinen Absatz gefunden habe. Auf der Verarbeiterseite führe das Phänomen der aufgeplatzten Körner aus Furcht vor Gushing zu Beschwerden und zu Absatzschwierigkeiten für die Bauern, ein Problem, das im Mittelpunkt der Braugerstenschau stand. Hauptreferent der Braugerstentagung war Prof. Dr. R. Schildbach, VLB, Berlin, mit dem Thema Die deutsche Braugerste und ihre Qualität. Er stellte fest, daß mit Wiedervereinigung einen Malzmehrbedarf von ca. Die Schaukritik trug LD Th..

Der EG-Braugerstenmarkt 1991/1992 -- Die Geschäftsjahre 89/90 und 90/91 waren schwierige Zeiten für alle, die mit dem Braugerstengeschäft zu tun hatten, ob nun Erzeuger, Ablader oder Mälzer. An letzteres wird man sich wegen der katastrophalen Eiweißwerte erinnern, die überall in Europa gleichermaßen hoch waren. An ersteres wird man sich, obwohl es wiederum eine von Trockenheit geprägte Saison war, wegen der außerordentlich guten dänischen Ernte erinnern und wegen der heftigen Umschwünge auf dem dänischen Markt, besonders gegen Ende der Saison. Seit drei Jahren hat Europa nun schon unter einem Mangel an Niederschlag zu leiden. In Spanien, Frankreich und Deutschland sanken in diesem September der Grundwasserspiegel und der Wasserstand der Flüsse auf ein Rekordtief.B. Z.B. Es wird.

Braugerstenverein Nord-Ost gegründet -- In Anwesenheit von G. Bauer, dem Präsidenten des Deutschen Mälzerbundes und 2. Vorsitzenden der Braugerstengemeinschaft im Bundesgebiet, wurde im August 1991 in Weimar der Verein zur Förderung des Braugerstenanbaues Nord-Ost gegründet. Nach der Eintragung in das Vereinsregister führt er den Zusatz e.V.. Zum Ersten Vorsitzenden wurde Richard Ladenberger gewählt. Zu den ersten Aktivitäten des Vereins zur Förderung des Qualitätsanbaues gehörten territoriale Braugerstenschauen sowie die Teilnahme an der Bundesbraugerstenschau. Anfragen und Anmeldungen sind zu richten an den Braugerstenverein Nord-Ost, Nr. 25a, O - 8251 Burkhardswalde, Telephon und Fax: Burkhardswalde 322.

Gründung des Thüringer Braugerstevereins e.V. -- Mit rund 95 000 ha Sommergerstenanbau nahm Thüringen auch im Jahre 1991 innerhalb der neuen Bundesländer die Spitzenposition ein. Gegenüber 1990 stellt das eine deutliche Zunahme dar. Das Thüringer Becken mit seinen kalkreichen und tiefgründigen Verwitterungsböden sowie der günstigen klimatischen Lage ist prädestiniert zu einem der besten Anbaugebiete Europas. Gefördert durch den großflächigen Anbau in diesem Raum, der sich auch nach der Wende fortgesetzt hat, sind Betriebe wie die Agrargenossenschaften Gräfentonna, Pfiffelbach, Weißensee oder Töttelstädt, um nur einige Beispiele zu nennen, in der Lage, den Mälzereien große, einheitliche Partien bereitzustellen. Seine Stellvertreter sind Herr Arnold, Agrargenossenschaft Thörey, und Dr..

Kaum Pestizide in Hopfenextrakten. Beitrag zur Frage der Schadstoffreduzierung mit Hopfenprodukten -- Die Situation der Pflanzenschutzmittel beim Hopfen ist kompliziert und vielschichtig, außerdem kommen immer neue, bisher bei Hopfen nicht eingesetzte Wirkstoffe hinzu. Die Pestizid-Analytik ist sehr schwierig und aufwendig, und die Kapazität der Labors ist begrenzt. Andererseits sollten möglichst viele Erkenntnisse zusammengetragen werden, um die gesamte Spritzmittelproblematik besser zu durchleuchten, wofür vorerst nur die stichprobenartige Untersuchung von Hopfen und Hopfenprodukten in Frage kommt. Es wurden deshalb Ethanol- und Kohlendioxid- Reinharzextrakte aus Hallertauer Aroma- und Bitterhopfen der Ernte '90 untersucht.

Wie können Marktvorteile bei Braugerste genutzt werden? -- Folgende Marktvorteile haben die Landwirte in der ehemaligen DDR, so Dr. H. Zimmermann von der Saatgutprüfstelle in Nossen/Sachs., der in der Ostberliner Tageszeitung Deutsches Landblatt vom 28. Januar 1992 diese Orientierung des Braugerstenvereins Nord-Ost an die Mitglieder weitergab, wenn man zur rechten Zeit große qualitätseinheitliche Braugerstenpartien an den richtigen Mann bringt. Der Braugerstenverein Nord-Ost empfiehlt generell die Sorten Krona, Maresi, Marlen und Bitrana unter Beachtung ihrer speziellen Eigenschaften gebietsmäßig und, wenn Übereinstimmung mit dem Abnehmer besteht, auch die qualitätsdefinierten polyresistenten Sortenmischungen Hami und Hamina..

Nematodenresistente Sommerbraugerste -- Die BayWa AG, München, meldet als Züchtervertriebsstelle die Neuzulassung der Sommergerstensorte Minna der Saatzucht Breun, Herzogenaurach. Minna ist die erste nematodenresistente Sommerbraugerste. Sie ist kurz im Wuchs, hat einen stabilen Halm, eine ausgezeichnete Standfestigkeit und geringe Neigung zum Halm- und Ährenknicken. Als weiteren Vorzug weist Minna eine gute bis mittlere Blattgesundheit auf. In Reife und Ertrag liegt sie auf dem für Intensivsorten üblichen Niveau. Vollgersten- und Marktwarenanteile sind mittel bis hoch. Für Verarbeiter ist Minna interessant, weil sie hohe Malzextraktgehalte erreicht, ohne dabei zur Überlösung zu neigen. Günstig ist auch das enge Verhältnis zwischen Eiweißlösungsgrad und Hartongzahl..

Der Getreide-Weltmarkt -- Ende 1991 und Anfang 1992 haben die Zeiten für alle Beteiligten der Getreidebranche sowie für alle anderen Branchen und Bereiche einen recht traumatischen Charakter angenommen. Die landwirtschaftliche Branche wird von den GATT-Verhandlungen und den CAP- Reformen beherrscht. Eigentlich soll es dabei um unterschiedliche Punkte gehen, tatsächlich aber sind die Themen eng miteinander verknüpft. Die Auflösung der UdSSR bereitet auch der Getreidebranche beträchtliche Sorgen. Verglichen mit den politischen Auswirkungen und Konsequenzen dieser Auflösung sind unsere Probleme jedoch unbedeutend. Leider sieht es so aus, als ob die betreffenden Politiker bereit seien, nahezu jeden Kompromiß auf Kosten der Landwirtschaft einzugehen, um überhaupt zu einer Einigung zu kommen.

Bei Gesprächen zwischen der sächs. Malzindustrie und den sächsischen Braugerstenanbauern wurde ein Preis von 39 DM/dt angeboten. -- Lt. Bericht der Fa. Weissheimer Malzfabrik, Andernach, werden als qualitative Voraussetzungen für diesen Preis genannt: sortenreine Braugersten der Sorten Krona, Katharina und Marina, die Verwendung von Z-Saatgut, ein Feuchtigkeitsgehalt von max. 14,5%, 90% Vollgerste, 9,5% - 11,5% Eiweiß und mind. 95% Keimenergie. Etwa 120 000 t sollen unter Vertrag genommen werden, ca. ein Drittel der erwarteten Braugerstenproduktion in Sachsen.

Der gesamte Malzbedarf der deutschen Brauereien belief sich im Sudjahr 1990/91 auf 2,072 Mio t. -- Nach einer Mitteilung des Deutschen Brauer-Bundes wurden davon 0,499 Mio t eingeführt. Davon kamen allein 265 600 t aus Frankreich. Importmalz konnte seinen Anteil damit auf fast 25% anheben, bedingt durch den erhöhten Malzverbrauch bei einem Bierausstoß von 118,5 Mio hl.

Die Erstattung für den Malzexport nach Drittländern wurde von der EG-Kommission -- mit Wirkung vom 13. 9. 1991 für ungeröstetes Gerstenmalz auf 112 ECU/t und für geröstetes Gerstenmalz auf 130 ECU/t festgesetzt. Am 30. 9. 1991 buchten die malzexportierenden Mälzereien in der EG Lizenzen für den Export von ca. 300 000 t Malz.

In Australien wurden 1991 2675 t Hopfen geerntet. -- Nach dem Hopfenbericht 90/91 der Fa. Joh. Barth & Sohn, Nbg., entsprach dieses vorläufige Ernteergbenis den Schätzungen. Im Anbaugebiet Tasmanien wurden auf 817 ha 1995 t Hopfen geerntet, in Victoria auf 308 ha 680 t.

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