Bierausstoß in Baden-Württemberg -- Der Bierausstoß der 177 Brauereien mit rund 7200 Beschäftigten in Baden-Württemberg verlief 1992 wenig erfreulich, wie Dr. Frieder Beylich, Präsident des Baden-Württembergischen Brauerbundes, anläßlich der Jahrespressekonferenz der Verbände der Ernährungsindustrie am 5. Mai 1993 in Leinfelden- Echterdingen ausführte. Mit einem Minus von 2,1% auf 10,9 Mio hl lag der Ausstoß rund 1 Mio hl unter dem Rekordergebnis aus dem Jahre 1973. Die einheimische Brauwirtschaft steht lt. Beylich in Konkurrenz mit Apfelsaft und Wein, sowie mit Bierlieferungen aus anderen Bundesländern. Hinzu kommt noch eine deutliche Verbrauchszurückhaltung aus wirtschaftlichen Gründen, die auch in Zukunft keine nennenswerten Zuwächse bei der Bierabsatzentwicklung erwarten lassen..
Kein grenzenloser Markt für Bier(preise) -- Welch erhebliche Unterschiede auch im Gemeinsmen Markt des Jahres 1993 noch bestehen, geht aus einer Veröffentlichung der britischen Wirtschaftszeitung The Economist bzw. der niederländischen De Volkskrant hervor, in der u.a. der Preis für einen Liter Bier indexiert wurde. Auf der Grundlage eines Liter-Preises von umgerechnet 2,09 DM in Amsterdam, gleich 100 gesetzt, ergibt sich folgendes Bild: Allerdings blieb bei der Gegenüberstellung offen, welche Biersorten diesem Vergleich zugrundegelegt worden sind, die jeweils gängigsten oder die landestypischen..
Positive Gesamtentwicklung -- Die GfK Panel Services, Nürnberg, stellt die aktuellen Grundgesamtheiten für 1993 vor: Die Anzahl der Verkaufsstellen im bundesdeutschen Lebensmitteleinzelhandel waren auch 1992 mit einer Abnahme von 4560 auf rund 79 190 Geschäfte weiterhin rückläufig. Der Hauptteil, etwa zwei Drittel, dieser Entwicklung geht allerdings auf die Schließung vorwiegend kleiner, nicht mehr zeitgemäßer Einheiten in den neuen Bundesländern zurück. Gleichzeitig wurden hier ca. 500 leistungsfähige Betriebe neu eröffnet. Besonders im Bereich der Verbrauchermärkte stieg deren Anzahl allein im letzten Jahr um fast 50% auf nunmehr 490 Verkaufsstellen. Auch die preisaggressiven Discounter sind weiter auf dem Vormarsch. Bewegungen fanden hauptsächlich im Discountbereich statt..
Struktur der bayerischen Brauwirtschaft -- Seit 1960 nahm die Zahl der Brauereien in Bayern nach einer Aufstellung des Bayerischen Brauerbundes von 1566 um 820 auf 764 Braustätten ab (-52,4%). Gleichzeitig erhöhte sich der Bierausstoß von 16,22 Mio hl auf 29,28 Mio hl (+ 81%) und die durchschnittliche Betriebsgröße von 10 358 hl auf 39 249 hl. Wie die folgende Tabelle zeigt, betraf dieser Prozeß in erster Linie die Größenklasse bis zu einem Jahresausstoß von 60 000 hl, deren Zahl sich von 1539 um 891 auf 648 Betriebe verringerte. Parallel verringerte sich der Marktanteil der Brauereien bis 60 000 hl Jahresausstoß von 67,6% auf 21,1%. Bei einer Bevölkerung von 11,672 Mio betrug die Biererzeugung in Bayern im letzten Jahr 250,8 l pro Kopf. Der Personalaufwand lag bei 1,442 Mrd DM bzw..
Verhaltener Optimismus -- Mit der Ausstoßentwicklung 1992 sind die deutschen Brauereien insgesamt zufrieden. Das betonte Josef Hattig, Präsident des Deutschen Brauer- Bundes, anläßlich der Frühjahrs-Presse-konferenz seines Verbandes am 24. März 1993 in Bonn. Der Gesamtbierausstoß erhöhte sich im Vorjahr um 1,8% auf 120,1 Mio hl. Dies entspricht ungefähr 40% des Gesamt-Bierausstoßes in der EG von 294 Mio hl. Der Pro-Kopf-Verbrauch an Bier stieg lt. Hattig von 142,7 auf 144,3 l. Damit bleibt Deutschland die Biernation Nr. 1 in Europa. Dies dokumentiert sich auch in der Zahl der Brauereien, die in Deutschland von 1315 auf 1290 zurückgegangen ist. In der gesamten EG gab es 1991 nur 1677 Brauereien. 3 Mio hl Bier (+ 5,7%) wurden eingeführt.a. Brauwelt, Nr. 49, 1992, S. 2508). Lt..
Nach einem Bericht der Münchener Messe- und Ausstellungsgesellschaft im Vorfeld der drinktec interbrau '93, die vom 24. September bis 1. Oktober 1993 in München stattfindet, ist die Branchenstruktur in diesem Markt in den europäischen Ländern sehr unterschiedlich. In Frankreich existieren nur 35 Abfüllbetriebe. Der Markt wird beherrscht von Nestle und BSN mit den großen Betrieben Evian, Contrexeville, Perrier, Vichy, Vittel. 1991 betrug die Gesamtproduktion 51,92 Mio hl (- 0,5%). In Belgien bestehen 28 Mineralabfüllbetriebe, die 1991 6,76 Mio hl (- 1,6%) Mineralwasser herstellten. In Italien gibt es ca. In Frankreich beträgt der Anteil an kohlensäurehaltigem Mineralwasser lediglich 25%, in Deutschland dagegen 75%, in Italien 60%, in Belgien 34%, in Portugal etwa 30% und in Spanien 10%..
Der neue Bierkonsument. Wandel im Konsumverhalten und Markterfolg -- Der Biermarkt ist heute nicht nur auf den Absatz von Bier eingegrenzt, sondern zu dem relevanten Absatzmarkt für Bier gehören neben Bierprodukten der unterschiedlichsten Geschmacksrichtungen, Sorten und Preisklassen alle Getränke, die Bier bei bestimmten Gelegenheiten substituieren können. Und der Kreis dieser Substitutionsprodukte hat in den letzten Jahren enorm zugenommen: Dazu gehören einerseits andere alkoholhaltige Getränke, dann vor allem alkoholfreie Getränke. Eine große Zahl von Brauereien hat die immer stärker werdende Substitution von Bier durch alkoholfreie Getränke ernst genommen und alkoholreduziertes Bier bzw. alkoholfreies Bier auf den Markt gebracht.
Media-Werbung 1992 für Getränke -- Im vergangenen Jahr haben die Getränkehersteller in Deutschland mehr als 1,76 Mrd DM in die Werbung in den klassischen Medien investiert; das sind 20,7% mehr als im Vorjahreszeitraum. Nimmt man die Werbeaufwendungen für Milch und Milchprodukte hinzu, addiert sich der Wert auf über 2,13 Mrd DM. Wie die Untersuchung der Nielsen Werbeforschung Schmidt + Pohlmann, Hamburg, ergab, mußten vorwiegend die Printmedien Federn lassen und Marktanteile an elektronische Medien abgeben. Am härtesten traf es die Gruppe der Publikumszeitschriften und die Fachzeitschriften mit Rückgängen zwischen 19 und 44%; die Tageszeitungen konnten die Marktanteilsverluste durch allgemein gestiegene Werbeaufwendungen überkompensieren..
70 Prozent der Ostunternehmer sehen Lage optimistisch -- Eigene Situation gut - allgemeine Aussichten düster. Auf diesen kurzen Nenner läßt sich das Ergebnis einer Ende letzten Jahres unter betrieblichen Führungskräften in Ostdeudschland durchgeführten repräsentativen Umfrage der Infratest Burke GmbH, Berlin, bringen. In Auftrag gegeben hatte sie die Handels- und Wirtschaftsauskunftei Bürgel. Nach der Umfrage schätzen 70 Prozent der Befragten die wirtschaftliche Lage des eigenen Unternehmens als gut oder sogar sehr gut ein. Und das, obwohl die allgemeine wirtschaftliche Situation von 81 Prozent der Ost- Unternehmer als schlecht angesehen wird. Etwas positiver sehen die Befragten im Baugewerbe und bei Kreditinstituten sowie Versicherungen die Lage..
Marktbearbeitungssysteme von Markenbieren. Beispiele für den erfolgreichen Aufbau -- In den beiden vorigen Aufsätzen wurde der Aufbau von spezifischen Marktbearbeitungssystemen unter Berücksichtigung von Wettbewerbsstrategien und der Markentechnik diskutiert. Im folgenden Beitrag sollen zwei erfolgreiche Marktbearbeitungssyst teme ausführlicher behandelt werden, nämlich das Marktbearbeitungssystem der Privatbrauerei Diebels GmbH & Co. KG, Issum, und das der Eder's Familien- Brauerei GmbH & Co. KG, Großostheim..
Magische Zwei-Mark-Grenze durchbrochen -- In weiten Teilen Westdeutschlands und vor allem des Rheinlands ist das 0,2-l- Glas heute das Standardgemäß. Es verdankt sein Aufkommen weniger seiner eleganten Kleinheit oder einem zurückgehenden Durstgefühl als dem gemeinsamen Bestreben der Brauereien und besonders der Gastwirte, bei steigenden Preisen für das Faßbier den auf den Getränkekarten verzeichneten Preis für ein Glas Bier optisch stabil zu halten. Das ließ sich eine Zeitlang über eine Reduzierung des Inhalts des jeweiligen gängigsten Bierglases bewirken. Nun aber hat die Größe des Glases die Untergrenze erreicht, in der Kölsch-Konvention ist sie auch festgeschrieben worden. Da mußte irgendwann die Stunde der Wahrheit kommen, und die schlug am 1. Hans A. Februar 2,00 DM..
Braustätten in Deutschland -- Nach einer Aufstellung des Deutschen Brauer-Bundes, Bonn, hat sich die Zahl der 1992 in Deutschland betriebenen gewerblichen Braustätten um 25 auf 1290 verringert. Angemeldet waren 1468 Braustätten, 19 mehr als im Vorjahr. 31 Braustätten wurden neu angemeldet, 24 in den alten und 7 in den neuen Bundesländern. 12 Braustätten wurden abgemeldet. Von den 1290 gewerblichen Braustätten produzierten 26 (1991: 27) über 1 Mio hl Bier, und zwar insgesamt 53,94 Mio hl, also 44,9% des Gesamtausstoßes von 120,1 Mio hl. Die meisten Brauereien liegen mit unverändert 746 nach wie vor in Bayern. Ihr durchschnittlicher Ausstoß betrug 39 243 hl. Im Bundesdurchschnitt betrug der Ausstoß pro Braustätte 93 063 Mio hl. Sie produzierten insgesamt 20 006 hl..
Im vergangenen Jahr erzielten die deutschen Mineralbrunnen einen Umsatz von 3,7 Mrd DM (+ 5%). Die Gesamtabfüllmenge betrug 81 Mio hl (+ 6,6%). Nach einer Pressemitteilung der Informationszentrale Deutsches Mineralwasser beschäftigten die 235 Mineralwasserbetriebe 1992 rd. 13 000 Mitarbeiter. 350 Mio DM flossen von 1990 bis 1992 als Investitionen in die neuen Bundesländer. Weitere 320 Mio DM sind als Folgeinvestitionen bereits fest eingeplant. Der Gesamtabsatz von 81 Mio hl teilte sich wie fogt auf: - Mineral- und Heilwasser: 78% bzw. 63 Mio hl (+ 9%); - Mineralbrunnen-Erfrischungsgetränke 22% bzw. 18 Mio hl (+- 0 %). Mit rund 25% oder 2,75 Mio hl verzeichnete die Produktgruppe der stillen Wässer 1992 die höchste Zuwachsrate. Ihr Anteil am Mineralwassermarkt stieg damit auf knapp 20%..
Spezifische Strategiekonzepte zum Aufbau von Wettbewerbsvorteilen -- In der letzten Ausgabe des Marketing Mix (Brauwelt 4/93) beschäftigte sich unser Autor mit Analyse- und Strategiekonzepten zur Formulierung von Marketingstrategien. Im folgenden Beitrag werden Strategien betrachtet, die das Marketing konsequent auf den Wettbewerb ausrichten, indem Wettbewerbsvorteile gezielt aufgebaut und durchgesetzt werden.
Lebensmittelhandel 1992 -- Die Sonderkonjunktur durch die Wiedervereinigung hat auch im deutschen Lebensmittelhandel ihr Ende gefunden; auch in dieser Branche mußte man sich im Geschäftsjahr 1992 von zweistelligen Zuwachsraten verabschieden. Aus einer Erhebung der Frankfurter Beratungsfirma M+M Eurodata geht hervor, daß der deutsche Lebensmittelhandel 1992 einen Gesamtumsatz von 320 Mrd DM erreichte. Die Steigerung gegenüber dem Vorjahr (301 Mrd DM) betrug nur noch 6,1%; oft mußten die schon gedämpften Umsatzerwartungen weiter nach unten korrigiert werden. Pessimistisch dürften vor allem die kleineren Handelsfirmen sein. Für die verbleibenden 190 kleineren Firmen blieben nur noch etwa 21 Mrd Umsatzvolumen übrig..
Convience und Einweg -- Daß die Mehrheit der Verbraucher grundsätzlich zur Bequemlichkeit neigt, hat die Nahrungsmittelbranche seit vielen Jahren erkannt und ihr Angebot entsprechend positioniert. In den Regalen der Lebensmittelmärkte nehmen Fertiggerichte und Halbfertigprodukte immer breiteren Raum ein; sie helfen dem Verbraucher beim Einkauf oder in der Küche erheblich Zeit sparen und lassen ihm mehr Freiraum für andere Aktivitäten. Unser Autor hat sich mit zwei scheinbar widersprüchlichen Trends zu mehr Convenience einerseits und zu weniger Einweg andererseits näher beschäftigt.
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