Reales Minuswachstum im Lebensmittelhandel -- Die Zahl der Lebensmittel-Einzelhandels-Geschäfte ist im letzten Jahr erneut um 2700 zurückgegangen. Dies hat eine Studie der A. C. Nielsen GmbH, Frankfurt, ergeben. Am schlechtesten schnitten erneut die Geschäfte bis zu 400 m2 Verkaufsfläche ab, ihre Zahl ging auf 66 000 zurück. Stabil dagegen blieben die Supermärkte mit rund 4900 Geschäften: diese Entwicklung wird nach Ansicht der Marktforscher vom Osten Deutschlands beeinflußt, wo viele der kleinen Geschäfte unter 400 m2 durch Aus- und Umbau in die Kategorie der Supermärkte hineingewachsen sind. Am günstigsten entwickelten sich erneut die Discounter: ihre Zahl erhöhte sich durch etwas mehr als 500 Neueröffnungen auf 6500 Geschäfte..
Analyse- und Strategiekonzepte zur Formulierung von Marketingstrategien -- Vor dem Hintergrund des starken Verdrängungswettbewerbes und der Nachfragestagnation im deutschen Biermarkt stellt sich die Frage, mit welchem Verhalten die Brauerei ihr Marketing durchsetzen kann. Reichte es früher angesichts überschaubarer Marktgegebenheiten und langfristig stabiler Wettbewerbsverhältnisse aus, mit intuitivem Verhalten den Absatz zu steuern und zu gestalten, so wird heute im Zeitalter der Diskontinuitäten in Wissenschaft und Praxis ein Marketing gefordert, das einer bestimmten Strategie folgt. In der nächsten Ausgabe wird sich unser Autor mit Strategiekonzepten zum Aufbau von Wettbewerbsvorteilen beschäftigen.
In den neuen Bundesländern haben es lt. Rüdiger Ruoss die früher privilegierten Brauereien verstanden, ihr hohes Image in die freie Marktwirtschaft hinüber zu retten. Diese sogenannten privilegierten Biere wurden zur damaligen Zeit auch Bück-Ware genannt. Wie die Abbildung zeigt, gehören nach einer Mitteilung der Berliner Bürgerbräu GmbH dazu (v.l.): Lübzer Pils aus Mecklenburg (Holsten-Gruppe, Hamburg), Wernesgrüner, Vogtland/Sachsen, heute in Privatbesitz ehemaliger Eigentümer und diverser Banken, Berliner Bürgerbräu, Ostberlin/Köpenick, im Besitz der Familie Häring, Cham/Oberpfalz, Radeberger Pilsner/Sachsen und Ur-Krostritzer/Sachsen, Hauptaktionär: Binding-Gruppe, Frankfurt.
Der Anteil an obergärigen Bieren ist im Brauwirtschaftsjahr 1991/92 in Deutschland mit 15,1% nahezu konstant geblieben. -- Nach dem jetzt erschienenen Bericht des Statistischen Bundesamtes, Wiesbaden, wurden 1991/92 insgesamt 119,361 Mio hl (+ 0,7%) Bier ausgestoßen. Davon entfielen 18,024 Mio hl (+ 1,4%) auf das Obergärige und 101,337 Mio hl (+ 0,5%) auf das Untergärige. Einfach- und Schankbier machten 4,274 Mio hl (+ 3,6%) aus, mit 3,6% vom Gesamtausstoß auch stagnierend. Der Flaschenbieranteil betrug 89,921 Mio hl (+ 0,1%), bzw. 75,3%, der Einweganteil nach freiwilligen Angaben 8,570 Mio hl (+ 3,8%) bzw. 7,2%.
Getränke-Konjunkturtest Oktober 1992 -- Die Testergebnisse für Oktober lassen eine erhebliche Geschäftsverschlechterung erkennen. Per saldo 15% der befragten Brauereien sprachen erstmals von einer schlechten Geschäftslage. (Zum Vergleich: Vor einem Jahr hatten zwei Fünftel der Testfirmen von einer guten Geschäftslage gesprochen). Der Ausstoß wurde auf breiter Front (vier Fünftel der Firmen) zurückgenommen. Für die nächsten drei Monate sind allerdings keine Produktionseinschränkungen mehr geplant. Die Verkaufspreise blieben unverändert. Für die nächsten drei Monate rechnet über die Hälfte der Firmen mit Preisanhebungen. Es bleibt abzuwarten, inwieweit sich diese am Markt realisieren lassen. Die Geschäftserwartungen für die nächsten sechs Monate sind teilweise nach unten gerichtet, d.h..
Trotz der wirschaftlich schlechten Lage und des ungünstigen Wetters hat der Konsum von Sportlergetränken im Jahre 1992 in Europa um weitere 27% auf 2,3 Mio hl zugenommen, eine Steigerung um den Faktor 5 gegenüber 1988. Der Markt hat mittlerweile einen Wert von knapp 1 Mrd DM. Nach einer Studie der Zenith International, Bath/UK, ist dies u.a. auch auf die immensen Werbeanstrengungen zurückzuführen. So wurden allein 1992 rd. 100 Mio DM an Werbung ausgegeben. Hervorragende Spannen haben immer mehr Supermärkte dazu veranlaßt, diesen Getränken entsprechende Regalflächen einzuräumen. Nach dieser Studie, die 79 Marken in 16 Ländern erfaßt sowie einen Umfang von 162 Seiten hat und knappe 3000 DM kostet, wurde Isostar von Sandoz durch Gatorade von Quaker Oats überholt..
Der AfG-Markt in Deutschland -- 270 Teilnehmer aus 25 Nationen trafen sich im Oktober beim Internationalen Heidelberger Fachseminar für die Getränke-Industrie, das seit 1961 im jährlichen Turnus von der Firma Rudolf Wild organisiert wird, um über die Situation der Branche und die Perspektiven der Zukunft zu diskutieren. Wilhelm Reinhardt gab dabei einen Überblick über die Situation der alkoholfreien Getränke-Industrie in Deutschland und zeigte Perspektiven für die weitere Entwicklung auf.
Im 1. Halbjahr 1992 hatten die Mitglieder des Verbandes Rhein.-Westf. Brauereien einen Ausstoß von 15,557 Mio hl (+ 4,8%). -- Auf Pils entfielen 68,1% (absolut: + 5,9%), auf Alt 12,9% (+ 3,3%), auf Kölsch 10,5% (+ 0,8%), Export 3,8% (-12,6%), Malz 1,7% (-1,4%), alkoholfreies Bier 1,5% (+ 52,8%) und alkoholarmes Bier 1,3% (+ 56,8%).
Weltbiererzeugung 1990/91 -- Der Weltbierausstoß ist 1990/91 um 2,1% auf 1,165 Mrd hl gestiegen. Die Gesamtsteigerungsrate lag damit um 1,3% unter der des Vorjahres. Nach dem jetzt erschienenen Hopfenbericht 1991/92 der Firma Joh. Barth & Sohn, Nürnberg, lag der Bierausstoß in Europa 1991 mit 445,97 Mio hl um 1,8% unter dem des Vorjahres. In Amerika betrug er 437,45 Mio hl (+ 4,4%), in Afrika 58,7 Mio hl (- 0,3%), in Nahost 4,16 Mio hl (- 16%), in Fernost 195,558 Mio hl (+ 8,3%) und in Australien/Ozeanien 23,65 Mio hl (- 3%).
Die Bausteine des Konsums in den 90er Jahren. Thesen zu den neuen Dimensionen des privaten Verbrauchs -- Die Entwicklung des privaten Verbrauchs und der Einzelhandelsumsätze im ersten Halbjahr 1992 war enttäuschend. Allerdings ist die Situation zum Teil nur deshalb unbefriedigend, weil sich der Einkaufstourismus Ost, der während 18 Monaten (bis einschließlich Juli 1991) die Umsätze des westdeutschen Einzelhandels nach oben trieb, 1992 sukzessiv auflöst. Neutralisiert man diesen Effekt, ist die gegenwärtige Flaute im deutschen Einzelhandel mehr auf basistechnische Gründe als auf eine ausgeprägte Kaufzurückhaltung der westdeutschen Konsumenten zurückzuführen.
Personal Identity - eine Modeerscheinung -- Der persönlichen Individualität wird wieder mehr Beachtung beigemessen. Es mehren sich die Anzeichen, daß nach den Jahren der Nivellierung eine zunehmende Anerkennung von Persönlichkeitswerten zu spüren ist. Nach der vollzogenen Automatisierung quer durch alle Büroetagen, scheinen das Wohlbefinden und die Individualität der Firmenbelegschaft an Priorität zu gewinnen. Immer mehr große Unternehmen erweitern ihre Ausbildungsprogramme mit persönlichkeitsfördernden Seminaren. Neben den stets angebotenen Rhetorik-, Dialektik- und verschiedenen Verkaufsschulungen tauchen neuerdings Seminare auf, die sich z. B. mit positivem Denken, Motivation und autogenem Training beschäftigen. Vor allem ganzheitliche Lehrmethoden gewinnen an Raum. Die Kleidung bzw.
Werbebehauptungen bei Lebensmitteln -- Die EG-Kommission hat jetzt ein Arbeitspapier für eine Richtlinie des Rates über den Gebrauch von Werbebehauptungen betreffend Lebensmittel überarbeitet. Dazu teilte der Deutsche Brauer- Bund mit, daß man bei alkoholfreien Bieren von der anfänglichen sog. analytischen Nachweisgrenze abgerückt ist. Im Anhang dieses Arbeitspapieres wird ausgeführt, daß die Werbeaussagen hinsichtlich der Alkoholfreiheit für < 0,1 vol.% (< 05 vol.%) gilt. Der Deutsche Brauer-Bund vertritt nach wie vor die Ansicht, daß der Grenzwert für die Bezeichnung alkoholfrei bei 0,5 vol.% liegen soll . Dabei wird er auch von den Brauerverbänden aus anderen EG- Staaten unterstützt. Für Bier bedeutet dies, daß die Werbung mit weniger Alkohol als .... Die Auslobung weniger Kalorien als.
Gebinde-Statistik in Nordrhein-Westfalen im 1. Halbjahr 1992 -- Der Verband Rheinisch-Westfälischer Brauereien weist in seiner Gebinde-Statistik für das erste Halbjahr 1992 einen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 4,8% gesteigerten Bierausstoß aus. Der Faßbieranteil sank anteilsmäßig um einen knappen halben Prozentpunkt auf 30,0%, stieg aber mengenmäßig um 3,2% auf 4,67 Mio hl. Die prozentualen Verschiebungen innerhalb des Bereiches Faßbier halten sich in Grenzen; allerdings ist eine stetige Entwicklung von ungebräuchlichen Faßgrößen (meist Alu- Bauchfässer) hin zu den Keg-Größen 30 l und 50 l festzustellen. Der Anteil des Tankbieres sank um 20,4% auf 66 400 hl. Insgesamt ist der Markt der Dosengebinde (0,5 l und kleiner) von 1,11 Mio hl im 1. Halbjahr 1991 auf 1,08 Mio hl im 1..
Der Bierausstoß in der Bundesrepubik Deutschland ist im Sudjahr 1991/92 um 0,7% auf 119,4 Mio hl gestiegen. -- In den neuen Bundesländern betrug der Zuwachs 30% auf 8,6 Mio hl. Wie Dr. Georg Schneider, Präsident des Bayerischen Brauerbundes, am 3. 11. 1992 auf einer Pressekonferenz feststellte, erreichte der Bierabsatz der ostdeutschen Brauereien erst rd. ein Drittel jener 25 Mio hl zu Zeiten der früheren DDR.
Bayerischer Bierausstoß: Kulminationspunkt überschritten -- Ende des Brauwirtschaftjahres 1990/91 wurde in Bayern mit einem Ausstoß von 30,3 Mio hl der Kulminationspunkt der Absatzsteigerungen überschritten. Wie bereits kurz berichtet, lag der Bierausstoß im Brauwirtschaftsjahr 1991/92 mit 29,4 Mio hl um 2,9% unter dem des Vorjahres, aber immer noch um 18% über dem des Sudjahres 1988/89, dem letzten vor der Wiedervereinigung. Wie Dr. Georg Schneider, Kehlheim, Präsident des Bayerischen Brauerbundes, anläßlich einer Pressekonferenz seines Verbandes am 3. 11. Hier deutet sich bei einem Marktanteil von 4% das Erreichen der Sättigungsgrenze an. Einen Schwerpunkt seiner Ausführungen legte Dr. Schneider auf die Kostenentwicklung im Braugewerbe. 50 DM/hl besonders zu Buche schlagen.a. 44, 1992 S.
Der Bierausstoß in Bayern ging im Sudjahr 1991/92 um 2,9% auf 29,391 Mio hl zurück. -- Nach einer Aufstellung des Bayerischen Brauerbundes blieb der Bierausstoß in Südbayern mit 16,945 Mio hl (- 0,6%) fast stabil. In Nordbayern nahm er um 5,9% auf 12,446 Mio hl ab.
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