Rohstoffe
Braugerstenvorverträge -- In den wichtigsten Anbaugebieten ist für 1991 wieder der Abschluß von Braugerstenvorverträgen auf einer bestimmten Preis- und Qualitätsbasis empfohlen worden. Lt. einer Mitteilung des Deutschen Brauer-Bundes wurden folgende Vereinbarungen getroffen: Bayern Mindesterzeugerpreis 40 DM/dt, zertifiziertes Saatgut, Keimenergie von 93%, Feuchtigkeit von 15%, Eiweißgehalt von 11,5% sowie zwischen 11,5 und 12,5% für jedes Zehntel Prozentpunkt mehr einen Abschlag von 0,20 DM/dt. Handel und Mälzereien gehen aber von einem ursprünglich vereinbarten Basis-Feuchtigkeitsgehalt von 14,5% aus. Der Preis von 40 DM/dt liegt um 1,75 - 2,25 DM/dt niedriger als der für die Ernte 1990 empfohlene Vorvertragspreis. Die Preise gelten für Vertragsware bis 30. 9. 1991..
Rohstoffe
Rasanter Abbau der Malzbestände -- Die (west-)deutsche Brauwirtschaft hatte im Brauwirtschaftsjahr 1989/90 einen Bierausstoßzuwachs von 8,2% und in den ersten 11 Monaten des Kalenderjahres 1990 einen Mehrausstoß von 12,3% zu verzeichnen. Die Rohstoffversorgung mit Malz konnte letzten Endes nur durch einen drastischen Abbau der Bestände gesichert werden. Bei den Mälzereien lagerte am 31. 12. 1989 eine Malzproduktion von gut 5 Wochen (hinzu kommen die Bestände, die von den Brauereien gehalten werden). Nach einem Jahr, Ende 1990, waren die Vorräte auf das verarbeitungstechnologisch gerade noch vertretbare Mindestmaß gesunken. Ein zusätzlicher Bedarf entstand in den neuen Bundesländern. Dort übertraf noch die Kapazitätsstillegung der Mälzereien zzgl..
Rohstoffe
Im Jura-Anbaugebiet Amberg/Sulzbach-Rosenberg werden 1991 nur noch Braugerstensorten Aura, Steffi und Defra angebaut. -- Die Sulzbacher Malzfabrik unterstützt den sortenreinen Qualitätsanbau dieser bewährten Braugerstensorten. Dies soll der Beginn einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit zwischen mittelständigen Braugerstenerzeugern und dem Verband mittelständischer Privatbrauereien werden, um die qualitativ hochwertigen Rohstoffe im kontrollierten Anbau zukünftig zu sichern.
Rohstoffe
Gerste und Malze aus der Ernte 1990 -- Anläßlich des 24. Technologischen Seminars in Weihenstephan gab Dipl.-Ing. B. Sacher am 29. 1. 1991 anhand von Ergebnissen aus der Frühvermälzung und der Analyse von Handelsmalzen einen Überblick über die Malze und Biere aus Gersten des Jahrgangs 1990. Aufgrund der warmen und vornehmlich trockenen Witterung zur Erntezeit ergab sich bei den diesjährigen Gerstenpartien ein im Vergleich zum Vorjahr um durchschnittlich 0,9% geringerer Wassergehalt von 12,3%. Dadurch war eine Trocknung im Hinblick auf eine sichere Lagerfähigkeit nur in Ausnahmefällen nötig. Der Korneiweißgehalt der Gersten 1990 lag mit durchschnittlich 11,0% geringfügig unter dem des Vorjahres mit 11,2% und das lt. Der Schimmelbefall ist im Vergleich zum Vorjahr etwas besser geworden.T.T.
Rohstoffe
Braugerste der Ernte 1990 wird nur noch in unbedeutenden Mengen umgesetzt. -- Ware mit Eiweißgehalten bis 12% notiert um 43 DM/dt, eiweißärmere Gerste um 1 - 2 DM/dt höher. Nachdem die EG-Kommission ihre Erntefeststellung 1990 erst für Februar 1991 angekündigt hat und der Handel nicht damit rechnet, daß die für eine Preissen-kung 1991 maßgebende Auslösungsschwelle von 160 Mio t in der Ernte 1990 überschritten wurde, sind auch die Erzeugergemeinschaften für Braugerste mit ihren Vorvertragsempfehlungen für das nächste Jahr noch zurückhaltend.
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Gerstenanbauvorverträge sind ein ausgezeichnetes Handwerkszeug zur Marktstabilisierung und Aufrechterhaltung der Versorgung mit guter Braugerste. -- Darauf wies Prof. Dr. L. Narziß in seinem Eröffnungsreferat zum 24. Technologischen Seminar am 29. 1. 1991 in Weihenstephan hin. Die Gersten der 90er Ernten zeigten nach anfänglich guten Ergebnissen einige Probleme wie schwerfällige Cytolyse, mäßige VZ 45 Grad C und verschiedentlich sogar knappe Eiweißlösungsgrade, bedingt durch eine kurze Vegetationszeit mit Hitzeperioden.
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Fusarien und ihre Toxine in Getreide -- 67 Maisproben, 61 Weizenproben und 42 Gerstenproben, überwiegend aus Süddeutschland stammend, wurden mit Hilfe physikalisch- chemischer Methoden auf die Fusarientoxine Zearalenon, T-2- Toxin, Diacetoxyscirpenol, HT-2-Toxin und Deoxynivalenol untersucht. In etwa 25% der Proben wurden Fusarientoxine nachgewiesen. Futtermittelproben waren wesentlich öfter mit diesen Toxinen belastet als Proben für die Lebensmittelherstellung. Am häufigsten wurde Zearalenon gefunden; so war jede vierte Lebensmittelprobe hiermit kontaminiert. Die höchsten Gehalte wurden in Futtermais gefunden, gefolgt von Futterweizen und Mais aus Sortenversuchen. Nur eine sehr geringe Kontamination hatten Gerste und Mahlweizen. Universität Hohenheim, Dissertation 1987..
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Qualitätsbraugerste - Klasse statt Masse -- Unter diesem Motto stand der diesjährige Informationstag für Landwirte, Lagerhausbesitzer und Bierbrauer, zu dem die Sulzbacher Malzfabrik Emil Baumgartner GmbH am 8. März 1991 nach Rieden in die Oberpfalz eingeladen hatte. In seinem Eröffnungsreferat forderte Wulf D. Froede, Geschäftsführer der Sulzbacher Malzfabrik, einen runden Tisch, an dem alle am Anbau und an der Ver-edelung der Braugerste Beteiligten teilnehmen sollten, um die Probleme, die sich beim Braugerstenanbau in Zukunft ergeben, lösen zu können (s.a. Brauwelt Nr. 12, 1991, S. 417). So beschäftigten sich auch die Referenten aus allen angesprochenen Kreisen an diesem Informationstag mit dem Thema Braugerste, wobei naturgemäß z.T. sehr unterschiedliche Meinungen vertreten wurden.
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Problematik des Anbaus von Braugersten-Sortenmischung -- Die Technische Universität Berlin (FB Lebensmitteltechnologie und Biotechnologie), die Versuchs- und Lehranstalt für Brauerei in Berlin (Forschungsinstitut für Rohstoffe) und die Braugersten-Gemeinschaft veranstalteten am 21. 1. 1991 in Berlin unter der Leitung von Dr. Steffen Lorenz, Vorsitzender der Braugersten- Gemeinschaft und Sprecher des Vorstandes der Gilde-Brauerei AG, Hannover, ein wissenschaftlich-technisches Colloquium zum Thema Problematik des Anbaus von Braugersten- Mischungen, an dem sich zahlreiche Fachleute aus allen beteiligten Kreisen, vom Züchter bis zum Brauer, beteiligten.