Die Entwicklung der Brauereien in der BRD 1990. Eine Analyse der Ausfuhr- und Inlandabsatzentwicklung der deutschen Brauereien mit einem versteuerten Bierausstoß von über 140 000 hl -- Wie schon in den Vorjahren wurde auch 1990 nach einer direkten Befragung der Brauereien, die einen versteuerten Bierausstoß von über 140 000 hl hatten, die Entwicklung gegenüber dem Vorjahr bezüglich des Inlandabsatzes und der Ausfuhr im Vergleich dargestellt. Durch die Wiedervereinigung Deutschlands 1990 konnten einige Brauereien und Brauereigruppen erhebliche Absatzsteigerungen verzeichnen (Tab. 1). In der Tabelle 2 wird der Inlandabsatz der einzelnen Brauereien, geordnet nach Bundesländern, aufgeführt. Es werden Informationen über einzelne Marken und deren Marktanteile der Brauereien vermittelt..
Bierausstoß im 1. Halbjahr 1991: + 10,1% Der Bierausstoß hat sich im alten Bundesgebiet im 1. Halbjahr 1991 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 10,1% erhöht. Nach einer Mitteilung der Deutschen Brauer-Bundes hat diese Steigerungsrate ihre Ursache vor allem darin, daß im 1. Halbjahr 1990 mit etwa 2 Mio hl eine deutlich niedrigere Menge ins Beitrittsgebiet geliefert wurde als im 1. Halbjahr 1991 mit etwa 7 Mio hl Bier. Die Brauereien in den fünf neuen Bundesländern kamen im 1. Halbjahr 1991 auf einen Bierausstoß von 3,386 Mio hl. Brauchbare Vergleichswerte für das 1. Halbjahr 1990 liegen nicht vor. Die Ausfuhr der Brauereien im alten Bundesgebiet ist nach der Biersteuerstatistik im 1. Halbjahr 1991 um 24,3% gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres zurückgegangen. Bis zum 30. 6. 7..
Weizenbier behauptete 1990/91 mit 6,8 Mio hl (+ 6,7%) bzw. einem Anteil am Gesamtbierausstoß von 22,5% in Bayern seine Spitzenposition. -- Der Pilsanteil lag konstant bei rd. 22%. Diese Zahlen wurden anläßlich einer Pressekonferenz des Bayerischen Brauerbundes am 3. 12. 1991 in München genannt (s.a. S. 2398). Die alkoholfreien und die Leichtbiere stiegen um 15,8% auf über 1,1 Mio hl. Durch die Wiedervereinigung konnte die nordbayerische Brauwirtschaft ihren Ausstoß um 10,8% und ihren Anteil am bayerischen Gesamtausstoß von 41,2% im Jahre 1989 auf 43,5% in den ersten neun Monaten des Jahres 1991 steigern.
Bierausstoß in den ersten neun Monaten -- Der Bierausstoß hat sich in den ersten neun Monaten der laufenden Jahres nach einer Mitteilung des Deutschen Brauer-Bundes um 8,4% erhöht. Die hohe Steigerungsrate ist wesentlich darauf zurückzuführen, daß in diesem Zeitraum die Lieferungen in die neuen Bundesländer höher waren als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Der Bierausstoß in den neuen Bundesländern belief sich in den ersten neun Monaten auf 5,689 Mio hl. Eine Vergleichszahl für das Vorjahr liegt aber nicht vor. Erst ab Juli 1990, dem Inkrafttreten der Wirtschafts- und Währungsunion, sind Vergleichszahlen verfügbar. In den drei Monaten Juli bis September 1991 ging der Bierausstoß in den neuen Bundesländern um 18,9% zurück, im September 1991 nur noch um 1,7%. Juli 1990 nicht mehr möglich.
Der bundesdeutsche Bierausstoß ist im Sudjahr 1990/91 um 15% auf 118,51 Mio hl gestiegen. -- Davon wurden 7,677 Mio hl in den neuen Bundesländern gebraut. Die untergärigen Biere haben um 17,0% auf 100,735 Mio hl zugenommen, die obergärigen um 4,7% auf 17 774 Mio hl. Der Ausstoß an Einfach- und Schankbieren erhöhte sich um 22,7% auf 4,125 Mio hl. Die Ausfuhren sanken um 8,1% auf 6,752 Mio hl. Bei den Bundesländern liegt Nordrhein-Westfalen mit 30,885 Mio hl (+ 7,8%) vor Bayern mit 30,353 Mio hl (+ 10,8%) und Niedersachsen/Bremen mit 11,606 Mio hl (+13,5%).
20 deutsche Brauereien repräsentieren einen Ausstoß von 50 Mio hl und benötigen damit 1 Mio t Braugerste. -- Darauf verwies Dr. G. Beer, München, in seinem Vortrag, über den die Brauwelt noch berichten wird, anläßlich der 30. Mälzereitechn. Arbeitstagung am 16. 10. 91 in Gräfelfing. Bei diesen großen Mengen kommt es aufgrund des hohen Automatisierungsgrades im Sudhausbereich mehr auf die Homogenität der Malze an als auf die Sortenreinheit.
Gedämpfter Optimismus trotz Rekordergebnis -- Wie Dr. Georg Schneider, Präsident des Bayerischen Brauerbundes anläßlich einer Presse-konferenz seines Verbandes am 3. Dezember 1991 in München betonte, ist der Bierausstoß in Bayern innerhalb von zwei Jahren um 5,4 Mio hl (21,7%) auf 30,3 Mio hl im Sudjahr 1990/91 angestiegen. Daran war lt. Dr. Schneider der zusätzliche Absatz im traditionellen Absatzgebiet, bedingt durch Bevölkerungszuwachs und durch Umsteiger von alkoholfreien Erfrischungsgetränken auf alkoholfreies Bier bzw. Leichtbier nur zu einem geringen Teil beteiligt. Der größte Teil dieser enormen Steigerung dürfte in die Märkte der neuen Bundesländer geflossen sein. 25 Mio hl. Dr. Schon im Kalenderjahr wird Bayern wohl die 30-Mio- hl-Grenze nicht mehr überschreiten. Dr. Wie Dr. F.a.
Bei der Kapazitätsauslastung lag das Braugewerbe 1990 mit 84,0% vor der Spirituosen-Industrie mit 79,9% und der Erfrischungsgetränke-Industrie mit 79,4%. -- Nach Angaben im jüngst erschienenen Kompendium Statistik '91, herausgegeben vom Bundesverband der Deutschen Erfrischungsgetränke-Industrie, hatte diese 1989 eine Kapazitätsauslastung von 87,0%, das Brauereigewerbe von 81,2% und die Spirituosen-Industrie von 72,4%.
Der Pro-Kopf-Verbrauch an Traubensaft lag 1990 bei 1,57 l und damit um 45,5% höher als vor fünf Jahren. Nach einer Mitteilung des Vereins Pro-Traubensaft e.V., Mainz, lag Traubensaft 1990 hinter Orangensaft mit 8,57 l und Apfelsaft mit 8,40 l an dritter Stelle im Saftkonsum.
Auswirkungen der Steuererhöhungen auf das Konsumverhalten -- Der volle Umfang der Steuererhöhungen wird den meisten Bundesbürgern erst langsam offensichtlich. Doch mehr als ein Drittel der Westdeutschen befürchtet jetzt schon starke oder sehr starke Auswirkungen auf ihre Lebenslage; zwei von fünf Bundesbürgern bekunden, daß sie sich künftig beim Konsum einschränken wollen. Dies hat eine Repräsentativumfrage ergeben, die im Auftrag des Deutschen Fachverlages, Frankfurt, erstellt wurde. Das IMAS-Institut hatte im Juni 2000 Bürger der alten Bundesländer gefragt, ob und wie sie mit ihrem Konsumverhalten auf die Steuererhöhungen reagieren werden. Wegen der Anhebung der Mineralölsteuer und der 7,5prozentigen Ergänzungsabgabe wollen 38 Prozent der Bundesbürger weniger ausgeben..
Absatzförderung für ostdeutsche Produkte -- Welche Möglichkeiten und welche Aufgaben haben Marketing und Werbung, um den Absatz ostdeutscher Produkte zu fördern? Bundeswirtschactsminister Möllemann hatte Vertreter von Spitzenverbänden der Wirtschaft eingeladen, um diese Fragen zu erörtern. Die Bundesregierung wolle aktiv daran mitarbeiten, so Möllemann, um Beratung und Schulung im Bereich Marketing und Vertrieb bei ostdeutschen Unternehmen zu fördern. Auch die Werbewirtschaft sei mit allen Wirtschaftskreisen aufgerufen, etwa um Imagekampagnen durchzuführen, mit denen allerdings nicht das Ziel kauft ostdeutsch propagiert werden könne. Nach Auffassung der Werbewirtschaft sei es wenig sinnvoll, Imagekampagnen etwa von staatlicher Seite mit der Tendenz kauft ostdeutsch durchzuziehen..
Alkoholkonsum bei Jugendlichen in Ost und West -- In den Ländern der alten Bundesrepublik entwickeln die Jugendlichen ein ausgeprägteres Bewußtsein gegenüber dem Alkoholkonsum als ihre Altersgenossen im Osten Deutschlands. 70% der 14 - 17jährigen in den alten Bundesländern nehmen keine alkoholhaltigen Getränke zu sich. Dies hat eine gesamtdeutsche Repräsentativumfrage des Bielefelder Emnid-Instituts ergeben, die im März/April 1991 durchgeführt wurde. 7% trinken nur einmal im Monat Alkohol und 16% höchstens einmal in der Woche, z.B. beim Wochenendbesuch in der Disco. Die konsumierten Mengen dürften dabei auch deutlich hinter den Mengen der Erwachsenen zurückliegen. Ein etwas anderes Bild zeigt sich bei den Jugendlichen in den neuen Bundesländern..
Abfüllmanagement und Betriebsdatenerfassung in Flaschenkeller - Realisierungserfahrungen -- Betriebsdatenerfassung und Produktionsmanagement rücken zunehmend in den Blickpunkt der Anwender, für die es wichtig ist, eine umfassende Information über das Verhalten und den Zustand des Produktionsbetriebes zu erhalten. Die aktuelle und kurzfristige Verfügbarkeit der Betriebsdaten ist zunehmend ein wirtschaftlicher Faktor, da sie ermöglicht, die Steuerung des Betriebes zu optimieren und flexibel auf die Marktbedürfnisse zu reagieren. Im folgenden Beitrag werden die Motivation für Betriebsdatenerfassungssysteme gegeben und Konzepte sowie Realisierungsbeispiele vorgestellt. Abschließend werden die Realierungsstrategie und die Wirtschaftlichkeit betrachtet.
Brau Acess - PC Software für Energie- und Wassermanagement -- Nachdem am ersten Tag des BDE-Seminares in Bad Honnef Systeme vorgestellt wurden, die mit erheblichem technischem Aufwand die Erfassung der Betriebsdaten automatisieren, beschrieb Th. Mayer am zweiten Vormittag, wie bereits geringe Mittel genügen, um die wie bisher erfaßten Verbrauchsdaten (meist monatliche Zählerablesungen) optimal auszuwerten. Ein einfacher PC und die Software Brau Access genügen, um die wertvollen Informationen, die vorher in abgehefteten Verbrauchslisten schlummerten, zu aussagefähigen Monatsberichten aufzuarbeiten, zu Kostenstellen zusammenzufassen oder als Grafiken darzustellen, und zwar sofort und ohne Installation von Meßgebern.
Verbesserung der Aussagekraft energietechnischer Richtwerte -- Zuverlässige Richtwerte über den Energie- und Wasserverbrauch und die entsprechenden Kosten in den verschiedenen Bereichen der Brauerei sind unabdingbare Voraussetzung für die Betriebskontrolle, Schwachstellenerkennung sowie Verbesserungs- und Planungsmaßnahmen. Die größte Zahl der angewandten Richtwerte erfüllt diese Anforderungen nur ungenügend oder gar nicht. In den folgenden Ausführungen sollen die Problematik solcher Werte aufgezeigt und Verbesserungsvorschläge gemacht werden.
Betriebsdatenerfassung in Brauereien -- Zur Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit des produzierenden Lebensmittelgewerbes - und insbesondere der Getränkeindustrie - ist zukünftig ein umfassendes Technisches Informationssystem (TIS) unbedingt erforderlich. Dessen Ausgangsbasis ist eine weitgehend automatische Betriebsdatenerfassung (BDE). Ein TIS dient nicht nur der Optimierung der unmittelbar an der Produktion beteiligten Betriebsabteilungen, sondern im immer größeren Ausmaß auch der Vorbereitung strategischer Entscheidungen im Unternehmen. In naher Zukunft wird ein solches System die Grundlage für die insbesondere in der chemischen Industrie viel diskutierten Informationstechnologien zur modell- und wissensbasierten Prozeß- und Produktionsleitung sein.
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