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Die Brauerei Veltins zeigt sich für das Jahr 2021 zuversichtlich und kündigt Einstellungen an
02.02.2021

Zuversichtlicher Blick nach vorn

Veltins | Mit einem rasanten Zuwachs beim Flaschenbier ist es der Brauerei C. & A. Veltins, Meschede-Grevenstein, gelungen, den historischen Ausfall im Fassbiergeschäft abzufedern. Mit einem pandemiebedingten Volumensverlust erreichte das Traditionsunternehmen im Jahr 2020 einen Gesamtausstoß von 2,94 Mio hl (–3,5 %) und einen Umsatz von 342 Mio EUR (–4,7 %).

„Wir agieren trotz der Biermarkt-Turbulenzen in einem ruhigen Fahrwasser und sehen in naher Zukunft wägbare Marktrisiken“, sagte Veltins-Generalbevollmächtigter Michael Huber. „Schon im Sommer 2021 erwarten wir eine umsatzstarke Freiluftsaison, weil sich die Menschen im Biergarten und daheim ihre Lebensnormalität zurückholen. Die Jahresmitte kann mit abflachender Pandemie schon eine spürbare Wende bringen.“ Die Gastronomie sei zwar krisengebeutelt, signalisiere aber vielerorts Durchhaltevermögen und einen engagierten Aufbruchswillen. In der Brauwirtschaft sei, so Huber, Zuversicht gefragt.

Sprunghafte Verschiebung in der Gebindenachfrage

Vor allem die veränderte Marktnachfrage der Verbraucher bestimmte 2020 das operative Geschäft der Brauerei C. & A. Veltins. Während der Flaschenbierausstoß im zurückliegenden Geschäftsjahr um 7,3 Prozent zulegte, musste das gastronomieorientierte Fassbiergeschäft einen historischen Absatzeinbruch von 56,3 Prozent verbuchen, mit einem bilanzierten Fassbiervolumen von 228 400 hl zum Jahresende. Damit reagierten die Verbraucher 2020 auf den flächendeckenden Ausfall von Ausgehgelegenheiten und sorgten für eine sprunghafte Verschiebung in der Gebindenachfrage. „Mit den beiden Lockdowns erlitten die Fassbierabsätze für Wochen eine Vollbremsung“, so Dr. Volker Kuhl, Geschäftsführer Marketing/Vertrieb. „Die Gastronomie hat zwangsläufig durchgängig im Krisenmodus gearbeitet – wir haben mitgelitten.“ Die Verbraucher mussten sich neu orientieren und fanden nach nur kurzer Zurückhaltung zum Biergenuss in den eigenen vier Wänden und auf der heimischen Terrasse zurück. Im nationalen Premium-Vergleich rangierte die Marke Veltins unverändert auf dem dritten Platz. Veltins Pilsener in der Mehrwegflasche legte im größten und hart umkämpften Sortensegment des deutschen Biermarktes sogar um 8,6 Prozent zu.

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Neben der Marke Veltins trugen auch die Marke Grevensteiner, das Sortenportfolio der Fassbrauer, das Biermix-Quintett V+ und die Neueinführung des hellen Pülleken zum positiven Gesamtergebnis bei.

Entspannung im zweiten Halbjahr

Ungeachtet des jüngsten, schon historischen Markteinschnitts erreichte die Traditionsbrauerei seit der Jahrtausendwende ein Wachstum von 24,6 Prozent und konsolidierte sich nach dem Pandemiejahr auf dem Ausstoßniveau von 2017. Damit erweist sich die Marktdynamik des Unternehmens im letzten Jahrzehnt als gerüstet, auch mit einem Mengenverlust gut umgehen zu können. Der Blick nach vorn verspricht nach der Veltins-Einschätzung schon mittelfristig gute Chancen auf eine sichtbare Marktentspannung. „Wir gehen davon aus, dass wir im Sommer in den Biergärten langsam zur Normalität zurückkehren, weil die Menschen die Einschränkungen hinter sich lassen wollen“, so Veltins-Generalbevollmächtigter Michael Huber.

Die Brauerei C. & A. Veltins setzt weiterhin auf Kontinuität. „Gerade jetzt brauchen wir keine Schwarzmalerei, sondern unternehmerischen Mut, um die eigene Zuversicht zu beweisen“, sagte Huber. So werde die Belegschaft noch 2021 um ein Dutzend Mitarbeiter erhöht, sodass man zum Jahresende die Zahl von mehr als 700 Beschäftigten erreichen werde. Seit der Jahrtausendwende ist die Belegschaft der Brauerei C. & A. Veltins um rund 200 Personen gewachsen und stieg damit um rund 34 Prozent an.