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Der Biermarkt wird vielseitiger - Marktchancen auf alkoholfreie und Light-Biere -- Prognosen sind wichtige Orientierungspunkte und Entscheidungshilfen für die Getränkeindustrie und den Getränkefachgroßhandel. Im Mittelpunkt eines Referates des Autors auf einem Seminar von Behrs + Brauwelt am 13. Dezember 1991 stand neben dem Pro-Kopf-Verbrauch, Preis- und Markentrends, Marken- und Sortenpräferenzen automatisch die Entwicklung der alkoholfreien und Light-Biere.

Weitere Brauereiübernahmen in den neuenBundesländern -- Die Nachrichten von Übernahmen ostdeutscher Brauereien durch westdeutsche Betriebe häufen sich. In allen Fällen wollen die westdeutschen Brauereien die übernommenen Betriebe als selbständige Braustätten weiterführen und kräftig in die Technik und in den Markt investieren. So werden die Oberland-Brauerei GmbH, Frankfurt/Oder und die Leipziger Sachsenbräu AG von der Brau und Brunnen AG, Dortmund, übernommen, die bereits die Ost-Berliner Brau und Erfrischungsgetränke AG erworben hatte. Insgesamt will die Brau und Brunnen in den ostdeutschen Markt mit etwa 100 Mio DM an Investitionen für Markt- und Technikaufwendungen einsteigen. Die Oberland-Brauerei hat eine Kapazität von 1 Mio hl Bier und 150.000 hl Bier und 300. Simon GmbH erworben..

Betriebsdatenerfassung in der Qualitätssicherung -- In seinem Vortrag über Betriebsdatenerfassung in der Praxis anläßlich des Behr's und Brauwelt-Seminares über Betriebsdatenerfassung und Instandhaltung am 21. 3. 1991 in Bad Honnef schilderte Bernd Birkenstock, Braumeister, Leiter der Qualitätssicherung der Licher Privatbrauerei Jhring-Melchior KG, Lich, den Weg seines Unternehmens zur integrierten Datenverwaltung im Rahmen der Qualitätskontrolle und Qualitätssicherung mit weitgehender automatisierter Überwachung vom Probenfluß, über Probenannahme, vollautomatische Analysen, halbautomatische Analysen, manuelle Analysen bis hin zu Fehlermeldungen. Dabei erwies sich die Sudnummer als zuverlässiges Suchkriterium als unzureichend.B. 86/1)..

Katastrophale Situation in der Braubranche der neuen Bundesländer -- Die Brau Ring Kooperationsgesellschaft Privater Brauereien ist mit dem durch die Bundesregierung verabschiedeten Gemeinschaftswerk Aufschwung Ost nicht zufrieden. Wie der Vorsitzende der Kooperation Manfred Gebhardt-Euler vor der Presse in Frankfurt erklärte, werden die finanzpolitischen Beschlüsse vornehmlich die Groß- und Konzernbrauereien in den östlichen Bundesländern unterstützen. Zu den über 100 mittelständischen Betrieben, die den Brau Ring tragen, zählen mittlerweile auch reprivatisierte Betriebe in den fünf neuen Bundesländern. Diese kleinen und mittleren Betriebe kämpfen nach der Reprivatisierung um ihr nacktes Überleben. Das Ergebnis sei ein östlicher Verdrängungswettbewerb mit staatlicher Unterstützung..

An der 16. DLG-Qualitätsprüfung für Bier 1990 nahmen insgesamt 192 Brauereien mit 475 Bieren teil. -- Im Vorjahr waren es 186 Brauereien mit 459 Bieren. Über 50% der teilnehmenden Brauereien kamen aus Bayern. Prämiert wurden insgesamt 346 (338) Biere. Mit dem Großen Preis der DLG wurden 1990 84 (78) Biere ausgezeichnet, mit einem Silbernen 253 (252) und mit einem Bronzenen 7 (8). Nach einer Mitteilung der DLG wurde für 95% der eingesandten Biere eine Haltbarkeitsdauer von 3 - 6 Monaten genannt.

Dezember-Ausstoß: -- Bayern + 13,0%, NRW + 4,2%, Baden- Württ. + 1,3% Der Dezember1990 brachte den bayerischen Brauereien insgesamt gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres eine Zunahme im Ausstoß um 13,0% auf 2,27 Mio hl. Beim versteuerten Bierausstoß gab es ein Plus von 11,4% auf 2,14 Mio hl. Die Bierausfuhr erhöhte sich um 73,8% auf 102 718 hl. Im Sudjahr 1990/91 stieg der Gesamtausstoß um 22,7% auf 7,26 Mio hl und der steuerpflichtige um 23,2% auf 6,92Mio hl. Im Kalenderjahr 1990 erhöhte sich der Gesamtausstoß der bayerischen Brauereien um 14,7% auf 28,65 Mio hl, der steuerpflichtige um 13,3% auf 26,62 Mio hl. Beim steuerpflichtigen Bierausstoß ergab sich ein Plus von 4,0% auf 2,39 Mio hl. Die Bierausfuhr erhöhte sich um 19,6% auf 56 362 hl. Der Export stieg um 24,5% auf 13 492 hl.

Der Bierausstoß in Gesamtdeutschland betrug 1990 rd. 120,16 Mio hl. -- Nach einer Mitteilung des Deutschen Brauer- Bundes, Bonn, entfielen davon auf die fünf neuen Bundesländer 15,89 Mio hl. Im 2. Halbjahr 1990 wurden in der ehemaligen DDR 4,81 Mio hl Bier erzeugt, davon 4,74 Mio hl als untergäriges und nur 73 316 hl als obergäriges Bier. 4,12 Mio hl wurden auf Flaschen und Dosen abgefüllt, 0,52 Mio hl auf Fässer unter 5 hl. Auf Vollbier entfielen 4,59 Mio hl, auf Starkbier 0,182 Mio hl und auf Schankbier 42 214 hl.

Die Biererzeugung in den fünf neuen Bundesländern hat sich im 2. Halbjahr 1990 um mehr als 50% auf 4,8 Mio hl reduziert. -- Sie hatte nach Aussagen von Dr. G. Schneider, Präsident des Bayerischen Brauerbundes, anläßlich einer Pressekonferenz seines Verbandes am 1. 2. 1991 in München, im 1. Halbjahr 1990 noch bei 11 Mio hl gelegen. Künftig erwartet Dr. Schneider für Gesamtdeutschland einen Bierausstoß von 115 Mio hl gegenüber 118 Mio hl im Jahre 89. In den neuen Bundesländern dürfte sich der Bierkonsum in den kommenden Jahren durch Umschichtungen im privaten Konsum um 30% reduzieren.

Gutes Jahr für bayerische Brauereien -- Zu Beginn der Pressekonferenz des Bayerischen Brauerbundes am 1. 2. 1991 in München ging dessen Präsident Dr. Georg Schneider, Kelheim, neben der durchaus positiven Entwicklung der bayerischen Brauwirtschaft im vergangenen Jahr auch auf die Schwerpunkte der Verbandsarbeit im Jahr 1990 ein: - Verankerung des Reinheitsgebots im Bewußtsein der Verbraucher; - EG-Steuerharmonisierung; - Verhinderung einer weiteren Ausweitung des Einweggeschäftes. In Brüssel wird z.Zt. eine EG-weite Zusatzstoffverordnung für alle Lebensmittel, d.h. auch für Bier, vorbereitet. Diese hätte lt. Dr. Schneider zur Folge, daß das gesetzliche Reinheitsgebot für die Bierherstellung in Deutschland aufgehoben würde und Zusatzstoffe auch für deutsches Bier erlaubt werden müßten. Dr.

Januar-Ausstoß: Bayern + 30,5%, NRW + 16,8%, Baden-Württ. + 13,5% -- Der Januar 1991 brachte den bayerischen Brauereien insgesamt gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres eine Zunahme im Ausstoß um 30,49% auf 2,35 Mio hl. Beim versteuerten Bierausstoß gab es ein Plus von 34,36% auf 2,27 Mio hl. Die Bierausfuhr verringerte sich um 37,65% auf 50 240 hl. Im Sudjahr 1990/91 (4 Monate) stieg der Gesamtausstoß um 25,51% auf 9,61 Mio hl und der steuerpflichtige um 25,76% auf 9,2 Mio hl. In Nordrhein- Westfalen ergab sich im Januar 1991 ein Gesamtausstoß in Höhe von 2,433 Mio hl Bier, was einer Zunahme von 16,81% gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres entspricht. Beim steuerpflichtigen Bierausstoß ergab sich ein Plus von 16,53% auf 2,367 Mio hl. Der Export stieg um 37,95% auf 14 225 hl..

Der Pils-Ausstoß in Nordrhein-Westfalen erhöhte sich 1990 um 11,3% auf 19,47 Mio hl -- Nach der Sortenstatistik des Verbandes Rhein.-Westfälischer Brauereien erhöhte sich der Pilsanteil am Gesamtausstoß von 29,5 Mio hl (+.8,0%) von 64,1% auf 66,1%. Alt nahm um 0,7% auf 4,1 Mio hl ab (Ausstoßanteil: 13,8%). Kölsch stieg um 0,9% auf 3,5 Mio hl (12,0%) und Export um 2,9% auf 1,38 Mio hl (4,7%). Alkoholfreies Bier steigerte sich um 58% auf 231.956 hl (0,8%) und alkoholarmes Bier um 72,8% auf 150 247 hl.

Februar-Ausstoß: Bayern+ 7,0%, NRW - 6,4%, Baden-Württ. - 4,9% -- Der Februar 1991 brachte den bayerischen Brauereien insgesamt gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres eine Zunahme im Ausstoß um 7,0% auf 1,91 Mio hl. Beim versteuerten Bierausstoß gab es ein Plus von 9,5% auf 1,82 Mio hl. Die Bierausfuhr verringerte sich um 32% auf 69 810 hl. Im Sudjahr 1990/91 (5 Monate) stieg der Gesamtausstoß um 21,6% auf 11,56 Mio hl und der steuerpflichtige um 22,8% auf 11,0 Mio hl. Im Kalenderjahr 1991 erhöhte sich der Gesamtausstoß der bayerischen Brauereien um 19,8% auf 4,3 Mio hl, der steuerpflichtige um 122,1% auf 4,1 Mio hl. Beim steuerpflichtigen Bierausstoß ergab sich ein Minus von 6,4% auf 1,97 Mio hl. Die Bierausfuhr verringerte sich um 0,9% auf 48 336 hl..

In den alten Bundesländern gab es 1990 mit 1178 Brauereien genauso viel gewerblich betriebene Braustätten wie 1989. -- Nach Schätzungen des Deutschen Brauer-Bundes dürfte es 1990 etwa 20 - 25 Neueröffnungen von Gasthausbrauereien sowie die gleiche Zahl von Braustätten-Schließungen gegeben haben. Die Zahl der Gasthausbrauereien dürfte auf über 100 gestiegen sein.

Getränke-Konjunkturtest Januar 1991 -- Nach den Ergebnissen des Ifo-Konjunkturtests hielt die ausgezeichnete Geschäftslage der Brauereien auch im Januar an. Die Nachfrage hat sich nochmals gegenüber Dezember erhöht, ebenso der Ausstoß. Dies hat es einigen Brauereien erlaubt, die Bierpreise heraufzusetzen; auch in den nächsten Monaten ist mit leichten Preisanhebungen zu rechnen. Die Pläne hinsichtlich der kurzfristigen Entwicklung des Bierausstoßes sind weiterhin nach oben gerichtet. Die Aussichten für den weiteren Geschäftsverlauf werden von den Brauereien recht zuversichtlich eingeschätzt. Auch im Januar berichteten die Hersteller von Erfrischungsgetränken von einer zufriedenstellenden bis guten Geschäftslage. Nachfrage und Produktion haben sich gegenüber dem Vormonat erhöht..

Nach dem Bericht Brauwirtschaft 1990 mit den Ergebnissen der Biersteuerstatistik gab es 1990 in den alten Bundesländern 1066 nicht abgefundene Braustätten (1989: 1062), 112 (116) abgefundene Braustätten, 44 (46) betriebene, nicht gewerbliche Braustätten, 4071 (4718) Hausbrauer, 3 (3) Farbebierbraustätten, 15 (12) Hersteller von bierähnlichen Getränken.-- - Brauwelt 10, 1991

Der gesamtdeutsche Biermarkt 1990 wird auf 118 Mio hl geschätzt. -- Wie der Präsident des Deutschen Brauer- Bundes, Josef Hattig, Bremen, anläßlich der Wiedervereinigung der Brauerverbände am 17. 12. 1990 in Dresden ausführte, entfielen davon etwa 103 Mio hl auf die Brauereien in der ehemaligen Bundesrepublik. Wenn es den Brauereien in den neuen Bundesländern gelingt, ihre Kunden wieder zu versöhnen, könnten sie es lt. Hattig schaffen, den erlittenen Absatzverlust von 7 - 8 Mio hl z.T. wieder wettzumachen.

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