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Michael Krieger verabschiedete sich anlässlich seines 80. Geburtstags aus der Geschäftsführung
09.11.2021

Ein bisschen Bio ist zu wenig

Riedenburger Brauhaus | Der 2015 in die Wege geleitete Generationenwechsel von der siebten auf die achte Generation beim Riedenburger Brauhaus ist mit der Übernahme der gesamten Geschäftsführung durch Maximilian Krieger im September 2021 abgeschlossen worden.

Anlässlich seines 80. Geburtstags verabschiedet sich Michael Krieger nach mehr als 50 Jahren aus der Geschäftsführung.

Michael Krieger übernahm 1970 nach einer fundierten Ausbildung als Diplom-Braumeister und Diplom-Kaufmann die Führung der Brauerei und läutete zusammen mit seiner Frau Martha eine Zeit des Wandels ein: Das Unternehmen entwickelte sich von der regionalen Weißbierbrauerei zur überregional bekannten Spezialitätenbrauerei und gewann auch international an Bedeutung. Anfang der 1990er-Jahre stellte das Ehepaar Krieger die Weichen neu und braut seit 1994 zu 100 Prozent rein ökologisch. Die Gründe für die Bio-Umstellung waren vielfältig, allen voran stand jedoch immer der ökologische Grundgedanke. „Der Schlüssel waren die ökologischen Rohstoffe“, erklärt Michael Krieger.

Wie wegweisend dieser Schritt war, zeigt sich heute mehr denn je. Die aktuelle Klimapolitik stellt den Ökolandbau ins Zentrum der Maßnahmen zum Klimaschutz, um ihre Ziele sowohl auf regionaler als auch auf globaler Ebene erfüllen zu können. Ende August dieses Jahres wurde Michael Krieger für seine Pionierleistungen in der Verarbeitung und Vermarktung von Erzeugnissen des ökologischen Landbaus vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten geehrt und erhielt die Staatsmedaille in Silber.

Der scheidende Geschäftsführer weiß diese Ehrung zu begründen: „Wir setzen auf ein eigenes Nachhaltigkeitskonzept, das sich seit vielen Jahren bewährt hat. Der ökologische Landbau spielt dabei eine zentrale Rolle und wird von weiteren ganzheitlichen Ansätzen gestützt: Wir beziehen unsere Rohstoffe von Landwirten aus der Region und pflegen mit diesen langjährige Partnerschaften. Das Brauwasser stammt aus unserer hauseigenen Quelle, wir verwenden nur Naturhopfen und filtern unsere Biere nicht.“

Für den Generationenwechsel hat sich die Familie Krieger bewusst viel Zeit genommen, um die Bio-Brauerei langfristig und erfolgreich weiterzuentwickeln. Maximilian Krieger ist schon 2015 in die Geschäftsführung eingestiegen, so dass sich sein Vater Schritt für Schritt aus dem operativen Geschäft zurückziehen konnte. „Das ökologische Bewusstsein meiner Eltern hat mich sehr geprägt und ich freue mich, diesen Weg mit unserer Belegschaft und unseren Kunden weiterzugehen“, sagt der 41-Jährige.

Vom aktuellen Bio-Trend möchte sich Maximilian Krieger klar abgrenzen. „Trends sind meist vergänglich. Für uns ist ‚Bio‘ eine Lebenseinstellung und kein betriebswirtschaftliches Konzept. Wir produzieren seit 27 Jahren zu 100 Prozent ökologisch – denn ein bisschen Bio ist zu wenig!“ Um noch ressourcenschonender zu wirtschaften, werde er verstärkt an der Nachhaltigkeitsstrategie des Unternehmens arbeiten und weitere Schritte in Richtung Klimaneutralität planen.