Belgian Blonde Ale
Belgische Bierkultur | Das obergärige Belgian Blonde Ale – „Bière blonde“ in Belgien – hat eine helle bis intensive goldene Farbe und einen Alkoholgehalt von etwa 6 – 7 Vol.-%. Belgische Spezialhefen verleihen dem Bier ein subtiles, fruchtig-zitrusartiges bis gewürziges Aroma, auch phenolische Noten können vorkommen.
Der Malzkörper ist leicht bis mittel ausgeprägt, mit mittlerer Bittere und einem trockenen Abgang. Relativ hohe Karbonisierung verleiht dem Bier Lebhaftigkeit, auch eine gewisse Cremigkeit.
Es handelt sich um einen relativ jungen Bierstil, der nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelt wurde, um besonders Pils-Trinker anzusprechen. In Belgien mit seinem Reichtum an kleinen, familiengeführten Brauereien, ist dieses Bier heute ein fester Bestandteil der Braukultur, ein typischer Vertreter ist z. B. das Leffe Blond.
| Eigenschaft | Werte |
|---|---|
| Stammwürze | 11,0 – 15,0 °Plato |
| Extrakt scheinbar | 2,0 – 3,5 °Plato |
| Alkohol | 4,5 – 6,5 Vol.-% |
| Bittere | 15 – 40 IBU |
Rezeptinspiration
Das Belgian Blonde Ale ist eine sehr süffige, mildere Version des mächtigeren Belgian Golden Ale und wird ähnlich gebraut. Die Malzschüttung ist oft nur eine Mischung aus Pilsner und Wiener Malz mit ein wenig Karamellmalz, wozu drei Saazer Hopfengaben ein gutes Gegengewicht bilden. Dieses Bier ist angenehm trocken und vollmundig im Abgang.
Ein Blonde Ale in belgischer Ausprägung könnte als Gegenpol zu helleren Lagerbieren stehen. Das von Horst Dornbusch hier vorgestellte Rezept eines Belgian Blonde Ale kombiniert die typischen Zutaten wie Pilsner Malz und Wiener Malz mit den klassischen Saazer Hopfen, die diesem Bier seinen charakteristischen Geschmack und Aroma verleihen.
Die Hauptgärung erfolgt bei relativ warmen 25 °C, was die Entwicklung der typischen fruchtigen und würzigen Hefearomen unterstützt. Nach der Hauptgärung folgt eine Nachgärung von etwa 14 Tagen und eine anschließende kalte Reifung von einem Monat, um die Aromen zu harmonisieren und das Bier zu klären.
Das sagt das Rezept
- Stammwürze: 12 Prozent
- Restextrakt: 2,5 Prozent
- Bittereinheiten: 24 BE
- Farbe: 11 EBC
- Alkohol: 5 Vol.-%
| Malz | % | kg |
|---|---|---|
| Pilsner | 75 | 2,90 |
| Wiener | 15 | 0,58 |
| Carabelge | 10 | 0,38 |
| Gesamtschüttung | 100 | 3,86 |
| Hopfen | Prozent α | g |
|---|---|---|
| Bitter: Saaz | 4,5 | 20 |
| Flavor: Saaz | 4,5 | 18 |
| Aroma: Saaz | 4,5 | 18 |
Infusion. Einmaischen bei 65 °C. 60 min Rast. Temperatur auf 72 °C hochfahren. 20 min Rast. Temperatur auf 76 °C ± 1 °C hochfahren. Abläutern 90 min. Kochen 90 min. Bitterhopfen nach 15 min. Flavor-Hopfen nach 60 min. Aromahopfen nach 85 min. Whirlpool 30 min. Etwa eine Woche Hauptgärung relativ warm bei etwa bei 25 °C. Schlauchen. Nachgärung etwa 14 Tage. Schlauchen. Einen Monat kühl gespundet reifen lassen.
Trivia
Im Jahr 2024 war das Belgische Blonde Ale der offizielle Wettbewerbsstil bei der Deutschen Meisterschaft der Hobbybrauer. Bei der Abstimmung zum Wettbewerbsstil im Internet konnte sich der Stil bei den Hobbybrauern unter anderem gegen das Black IPA durchsetzen. Das unterstreicht die Beliebtheit und den hohen Stellenwert dieses Stils in der Craft Bier-Community. Mit seinen feinen fruchtig-würzigen Hefearomen, der moderaten Hopfenbittere und der leicht wärmenden Alkoholnote bietet es eine perfekte Balance zwischen Komplexität und Drinkability.
Siehe auch
- „Florian Nahrwold braute das beste Belgian Blonde Ale“, in: BRAUWELT, Nr. 19, 2024, S. 690–691.
- Kiesbye, A.: „Zum Verwechseln ähnlich – Internationale unfiltrierte helle Biere“, BRAUWELT Nr. 36, 2023, S. 911 – 912.
- Fohr, M.: „Belgische Bierkultur entdecken“, BRAUWELT Nr. 48, 2019, S. 1398 – 1401.
Links
- Dornbusch, H.: Das große BRAUWELT Lexikon der Biersorten, Fachverlag Hans Carl, Nürnberg, 2017, 248 Seiten.
- Dornbusch, H.: Die Biersorten der BRAUWELT, Fachverlag Hans Carl, 2019. 304 Seiten.
- https://european-beer-star.com/ebs-de/wettbewerb/kategorien/, abgerufen am 23.10.2025.
- https://www.bjcp.org/style/2021/25/25A/belgian-blond-ale/, abgerufen am 23.10.2025.
, [„Leffe blonde verre et bouteille“](https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Leffe_blonde_verre_et_bouteille.jpg "Link auf commons.wikimedia.org öffnet in diesem Fenster"), [CC BY-SA 3.0](https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/legalcode "Link auf Creative Commons öffnet in diesem Fenster")) Das Leffe Blond ist ein prominenter Vertreter des Belgian Blonde Ale (Ludovic Péron, „Leffe blonde verre et bouteille“, CC BY-SA 3.0)](/images/schlagworte/b/gp-belgian-blonde-ale-1-leffe-glas-flasche-wikimedia-ccbysa30-2025.jpg)
