Technik und Technologie stehen bereit
Eine wichtige Take-Home-Message, die ich vom VLB-Logistikfachkongress Anfang März in Meschede (ab S. 221) mitgenommen habe: Technische Lösungen für sehr viele Herausforderungen stehen bereit, es gilt nur, sie mutig und konsequent umzusetzen.
Emissionsfrei – Ein ziemlich beeindruckendes Projekt, das verdeutlicht, was im Extremfall technisch schon heute möglich ist, ist die vor zwei Jahren in Eemshaven eröffnete Mälzerei von Holland Malt. Die Anlage arbeitet unter vollständigem Verzicht auf fossile Brennstoffe. Wie bei jedem nicht-trivialen Unternehmen waren natürlich auch hier Startschwierigkeiten unvermeidlich. Festzuhalten ist aber, dass die bei der Inbetriebnahme entwickelten Lösungen der gesamten Branche Ausblicke auf das, was vor ihr liegt, bieten – sowohl auf Probleme als auch auf Chancen. Eine Bilanz nach zwei Jahren im Betrieb lesen Sie ab Seite 238.
Kohlensäure – Anlagen zur Rückgewinnung von Gärungskohlensäure sind im Vergleich zum Eemshavener Projekt nicht mehr ganz so spektakulär und auch für mittelständische Brauereien eigentlich schon Stand der Technik. Und jede installierte Anlage trägt zur Versorgungssicherheit mit Kohlensäure bei. Bei dem hier vorgestellten Projekt bei einer mittelständischen Brauerei bestand die besondere Herausforderung in den baulichen Gegebenheiten: Es stand kein ausreichend großer zusammenhängender Maschinenraum zur Verfügung, die Anlage musste stattdessen in zwei Gebäuden über jeweils zwei Stockwerke verteilt installiert werden (ab S. 243).
Hefejagd – In ihrer Marktbetrachtung der Brauereigruppen im Jahr 2025 schreibt Christiane Hohmann – auch wenn endgültige Zahlen noch nicht vorliegen – von einem „historischen Aufschwung“ für das Segment alkoholfreier Biere (ab S. 227). Auch wenn das den sinkenden Bierabsatz nur teilweise abfedern kann, doch eine erfreuliche Entwicklung. An technischen Methoden zur Entalkoholisierung von Bier mangelt es nicht, doch gerade für kleinere Brauereien stellen Maltose-negative Hefen einen investitionsfreien Einstieg in die Welt der alkoholfreien Biere dar. Als vielversprechendes Jagdrevier für solche Hefen entpuppen sich Streuobstwiesen, die aufgrund ihrer Bewirtschaftungsform die Biodiversität von Hefepopulationen fördern (ab S. 234).
Autoren
Lydia Junkersfeld
Quelle
BRAUWELT 7, 2026, S. 219