Qualitätssicherung auf allen Ebenen
Wie sagte mir kürzlich ein Braumeister: „Die Produktion von Bier erledigen wir mittlerweile eigentlich nur noch nebenbei.“ Der Ausspruch erfolgte mit Blick auf die immer weiter ausufernden Pflichten zur Zertifizierung und Qualitätssicherung. Umweltmanagementsysteme, Transparenz der Lieferketten, Arbeitssicherheit … alles mag dokumentiert und vor allem auditiert werden. Neben dem Tagesgeschäft der Produktion für viele Betriebsleiter kaum noch zu stemmen. Doch ganz sinnfrei sind die Werkzeuge gerade im Bereich der Lebensmittelsicherheit nicht. Sie können und sollten als strategische Werkzeuge zur Verbesserung der Unternehmensprozesse und zur Risikominimierung eingesetzt werden, wie Dr. Andreas Daxenberger ab Seite 162 erläutert.
Sudhaustechnologie – Zum Glück steht immer noch die Bierbereitung an zentraler Stelle. Und die Arbeit im Sudhaus ist dabei entscheidend für die Qualität des Endproduktes Bier. Probleme z. B. mit Rohstoffen können durch Variationen in der Schrotung, im Maischprozess oder der Würzekochung leicht korrigiert werden. Dr. Klaus Litzenburger hat ab Seite 156 einige Denkanstöße zur Lösung technologischer Probleme zusammengestellt.
Mikrobiologie – Auch mit einem implementierten System zur mikrobiologischen Qualitätssicherung kann etwas schieflaufen. Etwa, wenn die Evolution ins Spiel kommt. Lars Peuker schildert ab Seite 159 einen Fall, in dem ein Keim sich an den niedrigen pH-Wert eines Produkts adaptiert hatte. Hier gilt es schnell vorzugehen, den Keim zu identifizieren, um gezielte Gegenmaßnahmen zu ergreifen.
KI-Verordnung – Bei der Einführung von KI-Anwendungen im Unternehmen gibt es – keine große Überraschung – auch wieder rechtliche Vorgaben zu beachten. Der sogenannte „EU AI Act“ verpflichtet Unternehmen dazu, selbst einzuschätzen, ob eine Gefahr von ihren KI-Anwendungen ausgeht. Das könnten etwa Systeme zur Bewertung des Verhaltens und der Leistung von Mitarbeitern sein. Auch ein ausreichendes Maß an KI-Kompetenz muss sichergestellt sein. Thomas Schneider klärt Sie ab Seite 166 über die rechtlichen Fallstricke auf.
Und am Ende fügen sich die ab Seite 168 von Günther Thömmes porträtierten Herren Carl und Karl Lintner, die am Anfang der brauwissenschaftlichen Tradition Weihenstephans standen, ganz zwanglos in die Qualitätssicherung ein.
Autoren
Christian Dekant
Quelle
BRAUWELT 5, 2025, S. 147