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Rohstoffe

(v. li.): Jens Voigt, Michael Féchir, Lydia Junkersfeld und Thomas Kraus-Weyermann
23.08.2022

Krönung für das Malzprojekt

Ludwig-Narziß-Preis | Die Preisverleihung an den Gewinner des Ludwig-Narziß-Preises 2022 am 30. Mai 2022 während des EBC-Kongresses in Madrid war nur ein Teil des großen Ganzen. Am 8. August 2022 fand in der Malzfabrik Weyermann in Bamberg Teil 2 der Preisverleihung statt – diesmal in Anwesenheit aller Autoren.

Neben Michael Féchir konnte BrewingScience-Chefredakteurin Dr. Lydia Junkersfeld nun auch Prof. Jens Voigt, FH Trier, und Thomas Kraus-Weyermann im Weyermann Gästezentrum zum Gewinn des Ludwig-Narziß-Preises 2022 gratulieren. Sie sind die Autoren des Beitrages „Identification of marker volatiles in malt to predict malt-derived aroma properties of bottom-fermented beers“ (BrewingScience-Ausgabe 74, 2021, Nr. 1/2, S. 17–26), der nach dem Votum der EBC-Board-Mitglieder den BrewingScience-Beitrag des vergangenen Jahres mit der größten Praxisrelevanz darstellt: Im Fokus stand dabei die Frage, welche sensorischen Auswirkungen verschiedene Malzaromen auf das Endprodukt Bier haben (siehe auch BRAUWELT Nr. 18-19, 2022, S. 463, „Einfluss der Malzschüttung auf das Bier­aroma“). Nach Urkunde und Scheck in Madrid überreichte Dr. Junkersfeld in Bamberg nun den großen (3-Liter-Bier-)Glaspokal an Michael Féchir sowie an Prof. Voigt und Kraus-Weyermann die verbleibenden Urkunden.

Erinnerung an Andreas Richter

Prof. Voigt berichtete von der Entstehungsgeschichte des Projektes, dessen Anfänge auf einem Beitrag beim EBC-Kongress 2013 in Luxemburg bzw. auf Vorarbeiten des viel zu früh verstorbenen Weyermann-Mitarbeiters Andreas Richter beruhen. „Andreas Richter ist der geistige Vater des Projektes“, war Prof. Voigt wichtig zu betonen. „Mit ihm zusammen entstand der Gedanke, das Thema gründlicher anzugehen und wissenschaftlich aufzubereiten.“

Voigt freute sich sehr über die Auszeichnung. Zum ersten Mal ging der Preis an eine Fachhochschule und ebenfalls erstmals gewann ein Malzthema diese Auszeichnung für Praxisrelevanz in der Brauwissenschaft. „Das Projekt hat an der FH für großes Interesse gesorgt, keineswegs nur wegen der vielen Verkostungen“, verriet er. „Die Auszeichnung mit dem Ludwig-Narziß-Preis für Brauwissenschaften ist nun die Krönung dieser Arbeiten.“ Auch für Thomas Kraus-Weyermann ist die Auszeichnung ein sichtbarer Hinweis für eine sinnvolle Investition in praxisrelevante Forschung, in die bisher übrigens keinerlei öffentlichen Gelder geflossen sind. „Und wir werden hier weiterforschen“, versprach Prof. Voigt zum Abschluss.