Seufz, Erleichterung. Was für ein Jahr. Wir haben es fast überstanden. Erst die totale Sonnenfinsternis im August, dann das Millennium-Oktoberfest, und kurz darauf Halloween. Steht uns nur noch der Computercrash an der Y2k-Wende ins Haus. Wenn wir auch den überstehen, ohne daß die Welt aus den Fugen gerät, geht’s auf ins nächste Jahr und ins neue Millennium.
Brauereien
Im 3. Quartal 1999 hat sich das Geschäftsklima der Brauereien, nicht zuletzt aufgrund des langen und warmen Sommers, deutlich verbessert. Die aktuelle Geschäftslage wurde per Saldo als befriedigend beurteilt, während sie in den vergangenen Monaten vielfach als sehr schlecht angesehen wurde. Der Ausstoß der Brauereien hat gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum wieder zugenommen; im 1. Halbjahr schrieben die Brauereien noch Minuszahlen. Besonders kräftig hat sich die Ausfuhr belebt. Die Exportaufträge werden jedoch nach wie vor als zu niedrig angesehen. Die Verkaufspreise blieben im Berichtszeitraum weitgehend stabil, was nach Einschätzung der Firmen auch für die nächsten Monate gilt. Im Exportgeschäft ist eine weitere merkliche Belebung zu erwarten.
Roland Berger gab anläßlich des 25. Top-Management-Seminares für die Brauindustrie am 18. November 1999 in München zunächst einen Überblick über 25 Jahre Top-Management-Seminar unter dem Aspekt „Erfahrungen als Grundlagen von
Ideen” und zeigte dann Trends und Strategien für Vernetzungswillige auf.
Erfahrungen aus den verschiedenen Management-Seminaren wie z.B. Allerdings dürfe die Erfahrung die Kreativität nicht hemmen, sondern sollte sie eher fördern. Erfahrungsfreies Denken ist wichtig. Die Erfahrung darf nur als Filter, nicht als Bremse eingesetzt werden.
Die Wahrnehmung von Trends ist erfolgskritischer denn je: Die Trends wandeln und vernetzen sich, Marktgrenzen werden durchbrochen, der Wandel wirkt auf viele bedrohlich, bringt aber für die Unternehmer neue Chancen.a.a.B.
Marktkenner fordern schon seit Jahren, daß die Braubranche globaler werden muß. Die Frage ist nur, wie schnell dieser Prozeß abläuft und wie weit er geht. War noch vor einigen Jahren die Rede von einer „Coke- und Pepsifizierung” des Weltbiermarktes, so geht man heute eher davon aus, wie Ina Verstl in der „Brauwelt” Nr. 40/41, 1999, S. 1794, schrieb, daß das mögliche Szenario eines weltweiten „Bier-Duopols” in ganz weite Ferne gerückt ist. Für die kommende Dekade gilt viel mehr, daß fast alles möglich ist. Was der Markt nicht verzeiht, sind Stillsitzen und die Pfründe verteidigen. Diese Strategie sichert kein Überleben.
Die internationalen Verflechtungen der Braubranche werden im kommenden Jahrzehnt weiter ausgebaut. Die Marke wird mittlerweile in 170 Ländern vertrieben..
In den ersten drei Quartalen 1999 ist der Bierabsatz in Deutschland um 0,3% auf 84,1 Mio hl gestiegen. 76,6 Mio hl (+0,1%) dienten dem Inlandsverbrauch, 7,5 Mio hl (+9,8%) wurden in EU-Länder exportiert, 2,0 Mio hl (-10,2%) in Drittländer. Kostenlos als Haustrunk an die Beschäftigten der Brauereien abgegeben wurden 0,190 Mio hl (-6,7%).
Im Beitrag wird ein Überblick über die Entwicklung der Brauereigruppen und Privatbrauereien in den letzten 20 Jahren in 10-Jahres-Abständen
1978, 1988 und 1998 gegeben.
Nach Veröffentlichung des Deutschen Brauerbundes lag der Gesamtausstoß 1978 bei 91,7 Mio hl – er stieg bis 1988 im damaligen westdeutschen Bundesgebiet auf 92,5 Mio hl an, also verhältnismäßig geringfügig, wobei gerade in den 80er Jahren schon Rückgänge festzustellen waren. Durch die Wiedervereinigung im Jahre 1989 erhöhte sich der Gesamtausstoß auf 111,7 Mio hl, d.h. um ca. 20%.
Angemerkt sei noch, daß die Ausfuhr sich von 1978 von 2,6 Mio hl über 5,3 Mio hl im Jahr 1988 auf 8,9 Mio hl im Jahr 1998 in starkem Maße – in manchen Zeitspannen sogar um 100% – erhöht hat..
Der Biermarkt Italiens stagniert seit Jahren auf niedrigem Niveau. Der Grund - Frauen wollen noch nicht, Männer dürfen nicht mehr. Nur internationale Biermarken erfreuen sich steigender Beliebtheit.
Das waren noch Zeiten. Da sprang eine üppige nordische Blondine im schulterfreien schwarzen Kleid in die berühmte Fontana di Trevi, und alle Welt regte sich auf. Vor 40 Jahren kam Frederico Fellinis „La Dolce Vita” in die Kinos, und die blonde Nixe Anita Ekberg wurde zum Inbegriff für, na ja, ist doch wohl klar. Daß der Film eigentlich ein Drama ist und traurig endet, hat heute jeder vergessen. Ist auch nicht weiter wichtig. Wichtig ist der Film nur aus zweierlei Gründen: Anita unter der Wasserfontäne ist eines der heißesten Pin-ups der Filmgeschichte. Was? Ja, sicher. Typisch Blondine.".
Unter den besten 10 Internetauftritten finden sich vier Biermarken und ein Mineralwasser. Zu dieser Bewertung kam eine Studie der Unternehmensberatung AFC, bei der 100 Internetauftritte führender deutscher Hersteller und Marken aus dem Nahrungsmittelbereich untersucht und bewertet wurden. Die aktive Vermarktung von Produkten über Internet mittels Shop und Electronic Commerce ist jedoch noch relativ selten.
Nur jeder vierte Anbieter vermarktet überhaupt Produkte übers Internet. Nur jeder elfte nutzt das Shop-Angebot als Vertriebsschine für eigene Produkte – und nicht nur für Fanartikel. In der Studie wurde nicht nur der elektronische Handel untersucht, sondern auch die Breite des Angebotes..
Klaus Richard, A. C. Nielsen GmbH, Frankfurt/Main, zeigte anläßlich des 25. Ostbayerischen Brauertages am 14. Oktober 1999 in Regensburg Trends und Tendenzen im bayerischen Biermarkt auf und konzentrierte sich dabei auf den Lebensmitteleinzelhandel, die Getänkeabholmärkte und die Tankstellen sowie zum Teil auf die Region Niederbayern/Oberpfalz.
Den insgesamt rückläufigen Bierkonsum führte Richard eingangs u.a. zurück auf folgende Faktoren:
q Veränderungen bei Außer-Haus-Konsum: Traditionelle Gastronomie geht zurück, Imbiß-Stuben u.ä. nehmen zu, wo weniger Bier getrunken wird.
q Verschiebungen bei den Verzehrgewohnheiten: Immer mehr Leute gehen zm Frühstück und zum Mittagsessen außer Haus, weniger zum Abendessen zu Lasten des Bierkonsums. Bier ging um 3,5% zurück.B.
Nicht zuletzt auch wegen des schönen Spätsommerwetters erwartet Dr. Gerhard Ohneis, Präsident des Bayerischen Brauerbundes, daß der Bierausstoß in Bayern im laufenden Jahr in etwa die Vorjahreszahl von 23,5 Mio hl erreicht. Diese Meinung vertrat Dr. Ohneis in seinem Statement anläßlich der gemeinsamen Pressekonferenz des Hopfenpflanzerverbandes, des Hopfenhandelsverbandes und der Brauerverbände am 7. Oktober 1999 in München.
Trotz des in den letzten Jahren sinkenden Bierkonsums in Deutschland verneinte Dr. Ohneis die oft zitierte Aussage: „Dem Bier laufen die Kunden davon.“ Bier sei hierzu Lande mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von 127,4 l in Deutschland und ca. 160 bis 170 l in Bayern immer noch der Durstlöscher Nr. 1.
Dr. Den Kunden fehlen vielmehr die Trinkanlässe.
Dr. Dr..
Der Bierimport stagniert praktisch auf niedrigem Niveau und nähert sich einem 3%-Anteil. Damit wurden die Erwartungen von Exporteuren wie Kronenbourg, Heineken, Bavaria, Anheuser-Busch, Kirin oder Foster‘s – trotz intensiver Marktforschung und ausgetüftelter Strategien – wahrscheinlich noch nicht erfüllt. Tschechen und Dänen dominieren zu 86% die Marktnische im LEH/GAM-Bereich. Die Gastronomie ist der unumstrittene Tummelplatz vieler Spezialitäten mit angeblich 50% Marktanteil. Der GFGH mischt zu 80% mit.
An der Beliebtheit deutscher Biere ist beim deutschen Verbraucher nicht zu rütteln. Auch wenn sich Jugendliche mit einigen ausländischen Bieren gern in Szene setzen, ist damit kein Trend geboren, sondern kann als vorübergehende Alterserscheinung betrachtet werden..
Das Menetekel der Globalisierung. Geographische Integration, Spezialisierung oder „hübsch machen zum Verkauf“ als Antwort der Brauer auf das fortschreitende Zusammenwachsen der Märkte.
Nein und nochmals nein. Wir wollten nicht schon wieder über das Zwischenmenschliche berichten. Das Schlittern auf dem rutschigen gesellschaftlichen Parkett überlassen wir gerne den Kollegen des Ressorts „in flagranti“. Dieser Report will schließlich den globalen Markt und die Strategien der Brauer beleuchten, wie sie sich mittels der verschiedenen Formen der internationalen Verflechtung eine gute Ausgangsposition verschaffen, um in der nächsten Runde der Konsolidierung mitzuspielen. Doch ehe wir uns der Auswertung der Marktdaten zuwenden konnten, fiel uns ein Bericht der englischen Kollegen in die Hände.
Wie in den Vorjahren befragte unser Autor die Brauereien mit einem versteuerten Bierausstoß von über 140 000 hl nach Ausstoß- und Exportzahlen. Die Ergebnisse sind auf dem Stand von Juni 1999. Um eine vollständige Absatzentwicklung aller Brauereigruppen und Einzelbrauereien zu haben, werden wie üblich 4 Tabellen veröffentlicht (s. PDF).
Der deutsche Getränkemarkt insgesamt konnte in den ersten sechs Monaten 1999 sein Absatzvolumen gegenüber dem Vorjahr nicht halten und verlor im Haushaltskonsum ca. 2%. Dies stellte Horst Zocher, GfK Panel Services Consumer Research und IRI/GfK Retail Services, Nürnberg, bei den Bamberger Marketingtagen für Bier, Getränke und Gastronomie fest, die am 29. und 30. September 1999 von Schulters & Friends, Bamberg, und dem Fachverlag Hans Carl, Nürnberg, mit den Fachzeitschriften „Brauwelt“ und „Getränkemarkt“ abgehalten wurden.
Der Umsatz ging lt. Zocher mit einem Minus von 3% etwas stärker zurück. Dazu hat nicht zuletzt der drastische Preisverfall im Kaffeemarkt beigetragen. Durch den aktuellen Preiskampf im Handel geraten die Erlöse zusätzlich unter Druck.B.
Das in Deutschland geflügelte Wort „Hopfen und Malz Gott erhalt’s” löst z.Zt. bei allen, die mit der Produktion dieser für das Bier so wesentlichen Rohstoffe befaßt sind, vorwiegend Skepsis aus. Dies gilt auch für die Mälzereien, deren Ertragslage seit Jahren besorgniserregend ist. Die Ursache wird von den meisten Marktbeobachtern in den Degressionstendenzen der letzten Jahre im Biermarkt gesehen. Diese Analyse ist allerdings zu vordergründig und so empfiehlt es sich, die Entwicklung der deutschen Malzindustrie und deren heutige Struktur genauer zu untersuchen.
Die meisten Mälzereien wurden vor dem 2. Weltkrieg gegründet. Die Standorte richteten sich nach der erreichbaren Brauereikapazität, vor allem aber war die Nähe des Rohstoffes Braugerste entscheidend..
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