Home > Karriere > Aus- und Weiterbildung > Brauen für den Sieg

Aus- und Weiterbildung

29.07.2015

Brauen für den Sieg

Seit Anfang März stehen die Finalisten des Innovationswettbewerbs für Getränke und Lebensmittel der TU München fest. Je drei Teams kämpfen nun wieder in den Kategorien Bier, Biermischgetränke und alkoholfreie Getränke um den Sieg beim IGL. Im Folgenden sollen die Finalisten-Teams näher vorgestellt werden.

Daniel Martin und Taesoon Jang, beide Dipl. Braumeister im 8. bzw. 9. Semester, sowie Donatus Duran-Perez, Dipl. Braumeister im 10. Semester/Brauwesen und Getränketechnologie, und Stefan Hör, 6. Semester Brauwesen und Getränketechnologie, bilden zusammen das Team „Die Alkimisten“. Zwei von ihnen haben bereits im Vorjahr am IGL teilgenommen, schafften es aber nicht bis ins Finale – Erfahrung konnten sie trotzdem sammeln. Dieses Mal wollen sie es mit ihrem „Cerevisium“, bei dem das Champagner-Verfahren zur Anwendung kam, bis an die Spitze schaffen. Die momentan größten Herausforderungen für das Team sind die Finanzierung einer ersten großen Charge, die Designvollendung sowie das Brauverfahren hundertprozentig reproduzierbar hinzubekommen. Gebraut wird in der eigenen Garagen-Anlage in Pulling. „Diverse Laborutensilien haben wir mittlerweile selbst daheim, sind aber immer wieder sehr dankbar, wenn der BLQ uns eine spezielle Hefe herführt“, so die „Alkimisten“. Als positive Aspekte des IGL heben sie die engagierten Betreuer sowie die großzügige Unterstützung der Partner hervor. Lediglich die manchmal recht kurzfristige Terminplanung macht ihnen etwas zu schaffen. Bis zum großen Finale werden die „Alkimisten“ jedoch sicherlich alle Hürden überwunden haben.

Team „Bierbubis“ mit ihrem Isarkindl

Für die Craftbier-Szene

Aofei Cheng aus Wuhan/China und Bryan France aus Reno, Nevada/USA studieren beide Brauwesen und Getränketechnologie an der TU München-Weihenstephan. Als Team „Hopulenz“ nehmen sie am diesjährigen IGL mit einem IPL (India Pale Lager) teil. „Wir waren uns einig, dass wir etwas für die Craftbier-Szene anbieten wollen, was zum Teil bekannt, aber gleichzeitig neuartig ist“, erklären die beiden ihre Idee. „Untergärige Hefe eignet sich perfekt für Biere, die hopfenbetont sind. Man schmeckt die Malzbasis zwar, aber das Bier liegt weniger süß auf der Zunge und nimmt die Hopfenfeinheiten leichter auf.“ Der Trick dabei ist, die Hopfenmenge für den deutschen Gaumen richtig zu dosieren. Die größte Herausforderung für „Hopulenz“ war bisher jedoch nicht das Bierbrauen, sondern vielmehr die Einzelheiten bezüglich Marketing und Design. Auch eine Brauanlage war zunächst schwierig zu finden. Für das Finale werden sie dann direkt an der TUM brauen. Die zwei Studenten freuen sich besonders darüber, dass ihnen viele Inhalte aus ihrem Studium bei der Umsetzung dieses Projektes geholfen haben, vor allem die Kurse für Würzetechnologie sowie Hefe und Biertechnologie. Ungeklärte Fragen konnten darüber hinaus in einem Rohstoff-Workshop beantwortet werden.

Team „Hopulenz“ präsentiert ein IPL

Neuer Bierstil

Das offizielle IGL-Team „Bierbubis“ setzt sich aus Xaver Amler und Simon Klur, 12. bzw. 7. Semester Brauwesen und Getränketechnologie, zusammen. Nach dem Wettbewerb sollen jedoch noch Nina Bachmann als Designerin sowie der angehende Wirtschaftsingenieur Rainer Pieknik zum Team dazu stoßen, um die Brauerei professionell auszubauen. Vorlesungen über den Einsatz und Umgang mit alternativen Hefen zur Entwicklung besonderer Geschmäcker innerhalb des Reinheitsgebots haben die Studenten dazu inspiriert, diese Ideen in der Praxis umzusetzen. Ihr „Isarkindl“ wird mit der aus Belgien bekannten Hefe Brettanomyces vergoren – allerdings nicht in der Zweitfermentation, wie es bei Sauerbieren üblich ist, sondern allein in der Hauptgärung. Ziel ist es, ein neuartiges Produkt oder gar einen neuen Bierstil zu entwickeln, der auf dem europäischen Markt bisher nicht existiert. Freuen würden sich die „Bierbubis“, wenn ihnen erfolgreiche Start-Up-Unternehmen wie z.B. Babo Blue ihre Erfahrungen mitteilen und professionelle Tipps geben könnten, damit dem Sieg beim Finale im Herbst nichts mehr im Wege steht.

Team „Alkimisten“ mit Cerevisium