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Aus- und Weiterbildung

19.09.2014

Kopf-an-Kopf-Rennen um den Titel

Am 18. September 2014 war es endlich soweit. Im Konferenzraum des Internationalen Getränkewissenschaftlichen Zentrums Weihenstephan fand die mit Spannung erwartete Final-Verkostung des diesjährigen Innovationswettbewerbs für Getränke und Lebensmittel (IGL) der TU München statt.

Ziel der zweiten Auflage des IGL war es, den Studierenden eine Plattform für die Entwicklung eigener Ideen zu geben und die Möglichkeit, diese bis zur Marktreife auszuarbeiten. „Wir wollen die Studierenden nicht nur in ihrem Fach ausbilden, sondern auch unternehmerisches Denken schulen“, betonte Organisator Matthias Ebner in seiner Eröffnungsansprache. „Durch die Workshops unserer Partner erhalten die Teilnehmer professionelle Unterstützung für frische Ideen“, so Ebner weiter, der sich bei dieser Gelegenheit noch einmal ganz herzlich bei allen Sponsoren bedankte.

Ob sie die Chancen, die der IGL bietet, genutzt haben, konnten die Finalisten dann bei der Verkostung unter Beweis stellen. Eine Jury aus rund 50 Profis und Laien nahm die Kreationen der Nachwuchsbrauer in den Kategorien Bier, Biermix und alkoholfreie Getränke genau unter die Lupe.

Sensorik verfeinert

In der Kategorie Bier wurde viel mit Verfahren experimentiert: Für ihr „Plato 14“ wagten sich die „Beer-ArtGenossen“ an die High-Gravity-Braumethode und arbeiteten beim 2. Anstellen mit Trappistenhefe. Die „Bieraten“ entwarfen mit ihrer „Black Catherine“ ein „interaktives Eisbockverfahren“ als Digestif-Alternative und haben dafür ein Russian Imperial Stout neu interpretiert.

Black Catherine

Das Team „Dantschig“ ließ die Champagnerkorken knallen und präsentierte mit „Novizia“ ein Bier für die Damenwelt, das den Prosecco ablösen soll. Die Jury zeigte sich beeindruckt von der professionellen Entwicklungsarbeit, die die Teams seit der Vorrunde in ihre Getränkeinnovationen gesteckt haben.

Für das Biermixgetränk „Vitalia“ wurde ein Beta-Glucan-optimiertes Maischeverfahren angewendet und bei der Hefegabe kam Saccharomyces ludwigii zum Einsatz – das Biermixgetränk auf Haferbasis soll cholesterinsenkend wirken.

Mit einer rundum gelungenen Marketingstrategie präsentierten sich die Entwickler von „Babo Blue“. Mit Radio- und Fernseh-Auftritten, Social Media Marketing und Zeitungsartikeln, u. a. in der BILD-Zeitung, hat das Team bereits rund 370 000 Menschen erreicht. Die Markenanmeldung für ihren blauen Kölschmix mit Be­erengeschmack läuft bereits.

Babo Blue

Mit „Pan Granatum“ im Partyfass, einem Alemix mit Granatapfelgeschmack, werben „Die 3 Bierweisen“ um die Gunst der Cocktail-Liebhaber und um die der Jury. Bei den alkoholfreien Getränken wurde besonders deutlich, wie viel Arbeit die Teams in die Verfeinerung der Sensorik ihrer Produkte gesteckt haben. Mit ihrem Two-Seasons-Getränk „Yu“ aus der ostasiatischen Zitrusfrucht Yuzu, Thymian-Honig und Ingwer und einem gelungenen Design überzeugte das Team „inno.fresh“. Für „Plopp the Hop“ wurde eine Fruchtsaftschorle mit der „Seele des Bieres veredelt“ – feinstem Aromahopfen. Für ein fulminantes Finale sorgte die Vorstellung von Team „Sausebrause“. Sie präsentierten ihre „Bananenbrause“, eine „alkoholfreie Hommage an das Bananenweizen“, mit einem actionreichen Werbefilm und im Bananenkostüm.

Qual der Wahl

Die Jury hatte am Ende die Qual der Wahl. Die Finalisten lagen so eng beieinander, dass die Entscheidung enorm schwer fiel. Die Teams hatten nach dem Finale aber in jedem Fall Grund zu Feiern und freuen sich nun auf die Bekanntgabe der Gewinner auf der Finest Spirits & Beer Convention am 17. Oktober 2014 in Bochum.

Erleichterung nach dem Finale

Die Final-Verkostung hat mit vielen überraschenden Geschmackserlebnissen und tollen Marketingkonzepten deutlich gezeigt, wie viel Potenzial in den Studierenden steckt und wie viele kreative Ideen entstehen, wenn man den passenden Rahmen dafür bietet. Schon jetzt kann man deshalb sagen, dass der IGL auch in diesem Jahr wieder ein absoluter Erfolg war. Und die Branche darf sich auf eine Fortsetzung freuen: Ebner kündigte für das Jubiläumsjahr der Studienfakultät, die im nächsten Jahr ihr 150-jähriges Bestehen feiert, eine Neuauflage des Wettbewerbs an.