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Rohstoffe

In St. Johann wurde ausgiebig gefeiert, mit dabei (Mi. li. u. Mi. re.) Hubert Aiwanger und Dr. Markus Söder
15.11.2022

Feierliche Eröffnung des neuen Hopfenextraktionswerkes

Hopfenveredlung St. Johann GmbH | Mit einem feierlichen Festakt eröffnet BarthHaas und die HVG Hopfenverwertungsgenossenschaft am 31. Oktober 2022 das neue Extraktionswerk in St. Johann.

Zu den geladenen Gästen gehörten neben dem Ministerpräsidenten des Freistaates Bayern, Dr. Markus Söder, dem stellvertretenden Ministerpräsidenten und bayerischen Wirtschaftsminister, Hubert Aiwanger, zahlreiche weitere Gäste aus Politik und Wirtschaft sowie die Mitarbeitenden des Werkes.

Bereits im September 2020 war im Hopfenveredlungswerk St. Johann, dem weltweit größten Hopfenverarbeitungswerk, die neugebaute CO2-Extraktionsanlage in Betrieb genommen worden. Pandemiebedingt mussten die Feierlichkeiten zur Eröffnung der neuen Anlage jedoch zunächst verschoben werden. Mit dem nachgeholten Festakt sollte nicht nur die Inbetriebnahme der Anlage gefeiert werden, in die rund 65 Mio EUR für Planung, Bau und Anlage investiert worden sind. Es sollte vor allem den rund 190 Mitarbeitenden des Werkes in St. Johann gedankt werden, die Kern- und Herzstück der Hopfenveredlung St. Johann darstellen. Einigen von ihnen, die maßgeblich an Planung und Bau beteiligt waren, wurden von Geschäftsführer Dr. Johann Pichlmaier sowie von Stephan, Alexander und Regine Barth geehrt.

Das Werk in St. Johann verarbeitet pro Saison rund 33 000 t Rohhopfen (60 Sorten aus 16 Anbaugebieten) zu Pellets und konzentriertem Hopfenextrakt – dies entspricht ca. 26 Prozent der Welternte. Weltweit beliefert das Extraktionswerk in St. Johann Brauereien in 100 Ländern. Neben der neuen Extraktionsanlage finden sich in der Hopfenveredlung St. Johann auf insgesamt elf Hektar Werksgelände Lagerkapazitäten für bis zu 11 000 t Rohhopfen, 23 500 t Fertigprodukt, Kühllagerhallen sowie insbesondere ein modernes Labor und eine eigene Forschungsbrauerei.

Hochleistungs-Extraktionsanlage

Die im Herbst 2020 in Betrieb genommene CO2-Extraktionsanlage der Hopfenveredlung St. Johann verarbeitet rund 33 Prozent der Werkskapazität. Das Verfahren der CO2-Extraktion wird im Werk St. Johann bereits seit Mitte der 1980er-Jahre erfolgreich angewendet und hat das ursprüngliche Produktionsverfahren unter der Anwendung von Alkohol und heißem Wasser abgelöst. Während des Extraktionsprozesses wird CO2 als natürliches Extraktionsmittel auf 500 bar komprimiert und in überkritischen Zustand (einer Mischform von flüssig und gasförmig) versetzt, da seine Lösungseigenschaften in dieser Form am besten sind. In die Extraktionsbehälter geleitet, löst das CO2 in sauerstofffreier und antibakterieller Atmosphäre Bitter- und Aromastoffe aus dem zuvor pelletierten Hopfen. Nach der Extraktion verbleibt der Hopfentreber, der zu Tierfutter weiterverarbeitet werden kann. Ein Kondensator verflüssigt anschließend das CO2 und führt das rückgewonnene Lösungsmittel wieder dem Extraktionskreislauf zu.

Nachhaltigkeit wird im neuen Extraktionswerk großgeschrieben. Die bei der Anwendung eingesetzte biogene Kohlensäure setzt nur so viel CO2 frei, wie vorher durch die Pflanzen für die Bio-Ethanolherstellung aus der Atmosphäre durch Photosynthese entnommen wurde. Das werksinterne Blockheizkraftwerk versorgt den Extraktionsprozess mit Wärme und Strom. Zusätzlich benötigter Strom wird zu 100 Prozent durch Ökostrom aus Deutschland abgedeckt. Weitere geplante Standort- und Energiekonzepte stellen zudem die Weichen für eine nachhaltige, innovative Unternehmensentwicklung.

St. Johann Extraktionswerk 2022
31. Oktober 2022, St. Johann