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Verbände/Vereine

Kölner Dom
28.09.2021

Slow Brewer trafen sich in Köln

13. Slow Brewing Mitgliederversammlung | Endlich wieder von Angesicht zu Angesicht! Die 13. Slow Brewing Mitgliederversammlung am 2. und 3. September 2021 konnte auf Einladung der Cölner Hofbräu P. Josef Früh KG in Köln als physische Veranstaltung abgehalten werden, was die Teilnehmer sichtbar genossen.

Slow Brewing-Geschäftsführer Dr. August Gresser hatte mit Unterstützung von Früh-Chef Alexander Rolff und dem Team um Marketing-Leiter Dirk Heisterkamp ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt, das keine Wünsche offenließ.

Slow Brewer tagten im Schatten des Kölner Doms

Zunächst ging es für die früh Angereisten zur Brauereibesichtigung nach Köln-Feldkassel. Bei schönstem Spätsommer-Wetter ließ man den Abend bei einem gemeinsamen Abendessen, guten Gesprächen und dem einen oder anderen Kölsch im Brauhaus „Früh am Dom“ ausklingen, bevor es am nächsten Tag ernst wurde.

Peter Theilacker, 1. Vorsitzender von Slow Brewing, eröffnete die 13. Mitgliederversammlung und verwies auf ein schriftliches Grußwort von Ehrenpräsident Dr. Tullio Zangrando zum zehnjährigen Jubiläum von Slow Brewing. Mit der Arnsteiner Brauerei, der Kirner Brauerei, der Ratsherrn Brauerei, Hamburg, und der Schlüffken Brauerei in Krefeld konnte er unter den 40 Teilnehmern auch vier neue Slow Brewer begrüßen, so dass der Verein insgesamt nun 97 Mitglieder zählt. Nach der Genehmigung des Protokolls der vorherigen Mitgliederversammlung, dem Kassenbericht und der Entlastung des Vorstandes stand die Wahl des neuen Vorstandes und des Kassenprüfers an. Gewählt wurden als 1. Vorsitzender Peter Theilacker, Löwenbrauerei Hall, Schwäbisch Hall, als 2. Vorsitzender Christian Pöpperl, Stieglbrauerei Salzburg, zur Schatzmeisterin Katharina Haizmann, Hochdorfer Kronenbrauerei, und zur Schriftführerin Mariann von Redecker, Ratsherrn Brauerei. Die Rechnungsprüfung übernimmt Philipp Ketterer, Familienbrauerei M. Ketterer, Hornberg.

Der neue Slow Brewing-Vorstand (v.li.): C. Pöpperl, M. von Redecker, Dr. A. Gresser, K. Haizmann und P. Theilacker

Nicht untätig war trotz der Einschränkungen durch Corona die AG Marketing und Kommunikation, wie Seppi Sigl, Trumer Privat-Brauerei, Obertrum, berichtete. Auf Basis eines Workshops im Oktober 2019 mit 16 teilnehmenden Brauereien, wo fast 100 Best Practice-Beispiele betrachtet wurden, entstanden Ziele und konkrete Wünsche für 2021/2022, wie zum Beispiel neue optische Tools für die Brauereien, Unterstützung bei Social Media-Kampagnen und den Ausbau der PR-Maßnahmen. Aufgaben, die zukünftig vom neuen Leiter der AG Marketing und Kommunikation Dirk Heisterkamp übernommen werden.

Vielfalt als anhaltender Trend

Nach den Formalien standen zwei Fachvorträge auf dem Programm. Paul Bremer vom rheingold Institut, Köln, hatte sich die Frage gestellt, was nach dem Trend zu Hellem kommt. Er ging zunächst auf Zeitreise durch die verschiedenen Biertrends der letzten Jahrzehnte, vom Export, über Pils bis zum Weißbier und eben jetzt dem Hellen. Bremer vermutet, dass sich der Hell-Boom noch lange halten wird, gleichzeitig aber viel Platz für Marken mit guten Geschichten lässt. Er sieht die Bier-Vielfalt als anhaltenden Trend, der auch alten Marken und Rezepten eine neue Chance bietet.

Schwierig: der eine „digitale Hut“

Interessant war auch der Vortrag von Thomas Nuhn, Geschäftsführer trinkkontor Rhein-Ruhr, Duisburg, über die „Anforderungen und Business eines modernen GFGH“. Absolut wünschenswert sei, die Belieferung der Kunden über die gesamte Kette hinweg zu digitalisieren. Praktisch ist es aber unmöglich, alle unter den einen „digitalen Hut“ zu bekommen, da jeder Kunde eine individuelle Lösung habe. Erschwerend kommen jährlich 300 bis 400 neue Artikel- oder Gebinde-Innovationen hinzu, die integriert werden müssten. Weitere Herausforderungen für den GFGH, wozu Nuhn sehr aktuelle und konkrete Beispiele zeigte, sind Cyberkriminalität, das Corona-Krisenmanagement oder ganz aktuell die Probleme nach der Flutkatastrophe in Westdeutschland, akuter LKW-Fahrermangel, Behinderungen in der Stadt-Logistik und viele weitere neue Aufgaben, die in den letzten Jahren hinzugekommen sind. Vor diesem Hintergrund wünschte er sich mehr Stringenz und Koordination. Die überbordende Angebotsfülle, so schön sie für den Endkunden auch sei, ist für den GFGH ein kaum noch zu bewältigendes Problem.

Das nächste Treffen der Slow Brewer ist auf Einladung von Jens Geimer bei der Westerwald-Brauerei in Hachenburg für den 7. bis 9. September 2022 geplant.

Slow Brewing MV 2021 in Köln
1. bis 3. September 2021, bei der Cölner Hofbräu P. Josef Früh KG