Impulse über den Tellerrand hinaus
In unserer komplexer werdenden – oder zumindest so erscheinenden – Welt wird es zunehmend wichtiger, über den eigenen Tellerrand zu blicken und neue Lösungen in interdisziplinärer Kooperation zu erarbeiten. Besonders deutlich wurde das wieder für den Rohstoff Wasser beim 15. Weihenstephaner Seminar für Wassertechnologie, das vom 22.–23. Januar in Freising stattfand. Als ein Beispiel mag die dort vorgestellte Methode der biologischen Bekämpfung von Biofilmen in offenen Kühlkreisläufen mit natürlichen (und ungefährlichen) Bakterien dienen. Nützlicher Nebeneffekt: Es werden keine umweltschädlichen Chemikalien freigesetzt (ab S. 77).
Testsude mit Huell Classic – Ein weiteres Beispiel für eine erfolgreiche fachübergreifende Zusammenarbeit ist die Entwicklung klima- und hitzetoleranter Hopfensorten durch das Hopfenforschungszentrum Hüll. Der dritte Teil der Artikelserie über die neueste Sorte Huell Classic beschreibt die sensorischen Ergebnisse aus Testsuden, die am Lehrstuhl für Brau- und Getränketechnologie und in der BarthHaas/HVG Forschungsbrauerei St. Johann eingebraut wurden (ab. S. 84).
Reibringe – Auch bei der Untersuchung der Entstehung von Scuffing lohnt sich ein umfassender Blickwinkel. Denn in der Flaschenwaschmaschine werden die Weichen durch chemische Vorschädigung (80 °C heiße Lauge) gestellt. Kombiniert man die Reinigungsparameter sinnvoll, bieten sich Einsparpotenziale bei der thermischen Energie. Gleichzeitig erhöht sich die Umlaufzahl der Flaschen, was wesentlich zur Emissionsreduzierung eines Abfüllers beiträgt (ab S. 87).
Hopfenstrategien – Kommen wir noch einmal zum Hopfen zurück: Die Grundfrage im Interview mit Geschäftsführer Pascal Piroué und dem Leiter der Supply Chain Martin Schöttl-Pichlmaier von Simon H. Steiner lautete: Wie stellt man sich als Hopfenvermarkter und Hopfenhandelshaus auf, um mit Zuversicht in die Zukunft schauen zu können? Die Antworten lesen Sie ab Seite 92.
UnternehmerTUM – Im TUM Venture Lab Food / Agro / Biotech ist „interdisziplinär“ Programm. Im Beitrag ab Seite 95 stellen sich vier Start-ups der TU München vor und präsentieren ihre Ideen. Alle haben vielversprechende Konzepte rund um das Thema Getränke entwickelt oder haben bereits ein Produkt in den Markt eingeführt … und sind aktuell auf der Suche nach Kooperationspartnern. Etwas für Sie? Ob junges Start-up oder etabliertes Unternehmen, in einer Zusammenarbeit können beide Seiten lernen und profitieren.
Autoren
Christian Dekant
Quelle
BRAUWELT 3, 2026, S. 75